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Schluss mit der Verarschung

Geschichte des Erwachens. Ein Mann der alles hat und ein gutes Leben führt, beginnt plötzlich zu rebellieren. Statt Playstation gibt ́s täglichen Widerstand. Interview mit Stephan Bartunek, einem der Mitgründer der Friedensmahnwache in Wien.

Im März wurden die „Friedensmahnwachen“ ein Jahr alt. Seit einem Jahr wird gegen den Krieg in der Ukraine protestiert. Doch die Kritik war nie oberflächlich, sondern richtete sich gegen eine Fülle von Missständen. Es war der Anfang einer grundsätzlichen Rebellion, der Startschuss für den breiten Widerstand gegen ein globales System. Endlich wurde das alte Denken in politischen Schablonen (links – rechts) überwunden und das Gemeinsame vor das Trennende gestellt. Das gemeinsame Ziel: Die Ausbeutung der Menschheit muss ein Ende haben!

Info-DIREKT: Seit einem Jahr stehst du jeden Montag vor dem Parlament in Wien. Was hat dich dazu gebracht dorthin zu gehen? Wer hat dich begeistert?

Stephan Bartunek: Die Krise in der Ukraine berührte mich nur peripher. Ich war eigentlich immer sehr kritisch gegenüber Putin eingestellt, meine Informationen habe ich aus den Tageszeitungen „Presse“ und „Standard“ bezogen, „Falter“ und „Profil“ waren auch ganz vorne mit dabei. Putin wurde immer mindestens als dubiose Figur dargestellt, ein machtgeiler Politiker, der napoleonische Gelüste hat. Über Facebook hatte ein Freund von mir aus Bulgarien ein Interview gepostet, wo Putin einen Reporter über die Menschenrechtsverletzungen der USA maßregelte. Der russische Präsident war sehr klar, sehr präzise in seinen Ausführungen. Auch verglich er konkret das weltweite Verhältnis amerikanischer und russischer NGOs. Natürlich war ich skeptisch und habe nach dem Interview selbst recherchiert und verblüfft festgestellt: Putin hatte recht. Youtube hat mir dann einen Vorschlag unterbreitet, dass Nutzer, die sich diese Interviews angesehen haben, auch Ken Jebsen angeschaut haben. Das habe ich dann gemacht und dieser Beitrag von Ken Jebsen hat mich wie ein Blitz getroffen. Ich habe mich über alternative Seiten zu informieren begonnen, wobei ich anmerken will, dass ich sehr großen Wert darauf lege, trotzdem einer seriösen Berichterstattung zu begegnen. Nachdenkseiten, Freitag.de, Telepolis, KenFM und NuoViso TV, das waren so die Seiten mit denen ich in Kontakt kam und wo mir dann eine gewaltige Diskrepanz zwischen diesen Medien und unseren Leitmedien aufgefallen ist. Nachdem ich fast zwei Tage lang recherchiert habe, ob an den Antisemitismusvorwürfen gegen Ken Jebsen wirklich etwas dran ist und ich nichts, außer eine abscheuliche Intrige unter der Leitung von Henryk M. Broder, finden konnte, war für mich klar, dass ich Ken Jebsen mein Vertrauen schenken werde. Über einen seiner Berichte zu den Mahnwachen kam ich dann mit dieser Bewegung in Kontakt. Als ich den Nicht-Kampf-Therapeuten Rüdiger Lenz über Youtube reden hörte, dann wusste ich, auch ich muss auf die Straße. Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Dilemma und der Bürgerkrieg in der Ukraine ist lediglich die Spitze des Eisberges, aber exemplarisch für den Wahnsinn unserer Zeit. Dem Bürger wird über die Leitmedien erklärt, es gehe um Freiheit und westliche Werte, blickt man aber tiefer, dann erkennt man machtpolitische, geostrategische und vor allem auch wirtschaftliche Interessen. Und mit dem Wissen scheinen dann plötzlich auch Kriege wie in Libyen, Irak, Afghanistan oder auch im ehemaligen Jugoslawien in einem ganz anderen Licht. Um es etwas drastisch zu formulieren: Mir wurde klar, dass wir, und damit meine ich so ziemlich alle Menschen auf unserem Planeten, seit einiger Zeit gewaltig verarscht wurden und werden.

DIREKT: Was ist deine Motivation bis heute weiter zu machen?

Bartunek: Die Motivation kommt nicht von mir, sondern die gibt mir unsere Politik in Kombination mit unseren Medien und Wirtschaftstreibenden. Meine Wahrnehmung über unsere Journalisten wurde in meinen Grundfesten zutiefst erschüttert. Ich war ein Bewunderer von Armin Wolf, Florian Klenk, sogar auch von Christian Rainer. Der Konflikt in der Ukraine hat mir die Augen geöffnet und nun sehe ich, wie blind unsere Medienmacher sind oder sich stellen. Als dann unsere Journalisten begonnen haben, sich mit der gewaltigen Welle der Kritik in den Kommentarspalten der Online-Magazine, auseinander zu setzen, indem auf berechtigte Anliegen überhaupt nicht eingegangen wurde, sondern die „Putin-Versteher“, „Kremlins“ und „Verschwörungsideologen“ ausgerufen wurden, da wusste ich, dass ich mein Talent, meine Begabungen in Zukunft nicht auf einer Bühne im Theater verschwenden werde, sondern mich mit voller Wucht in eine Neugestaltung unserer Gesellschaft werfen werde. Immerhin geht es nicht nur um mich, sondern auch um meinen Sohn, meinen Neffen und Milliarden anderer Kinder.

DIREKT: Es gibt keine einheitliche Weltanschauung oder Ideologie der Friedensmahnwachen. Was denkst du, verbindet alle, die heute auf die Straße gehen?

Bartunek: Das Wissen, dass unsere Gesellschaft sich an einer Gabelung befindet. Entweder rutschen wir ab in eine Diktatur der Konzerne und Banken oder wir kratzen die Kurve und bauen etwas wie eine tatsächliche Demokratie auf. Die Menschen, die mir bei den Mahnwachen begegnen, sind unabhängig von ihrer Ideologie überdurchschnittlich gut informiert, was Kriege, Medien und vor allem auch unser absurdes Geldsystem betrifft.

DIREKT: Wenn in der Ukraine unerwartet Ruhe einkehren würde und wieder Frieden herrscht, was tust du dann?

Bartunek: Weiter machen. Es gibt für mich Ereignisse aus der Vergangenheit, die dringend von einer unabhängigen Kommission aufgearbeitet gehören. Die behaupteten islamistischen Anschläge auf das World Trade Center, hier möchte ich nur auf das WTC 7 verweisen. Dieses Ereignis muss meiner Meinung nach neu betrachtet und erforscht werden, denn der Anschlag war ein Wendepunkt, was den Umgang mit der islamischen Welt betrifft.

DIREKT: Das totale Friedensszenario ist leider unrealistisch. Wie geht es also weiter? Gibt es neue Pläne?

Bartunek: Das totale Friedensszenario strebe ich auch nicht an. Ich bin eigentlich ein kämpferischer Mensch und finde Konflikte per se nicht schlecht. Mein Bruder ist Kampfsportler, ein Freund von mir Profi und bestritt schon Kämpfe in der UFC. Ich habe eine Affinität zu Hooligans und ihrer Kultur. Frieden definiere ich so, dass es keine Gewalt mehr gibt. Gewalt geht für mich über den Kampf hinaus. Um es vereinfacht zu sagen, wenn zwei Menschen sich schlagen wollen, dann sollen sie es, ich betrachte es als Kampf. Wenn einer von ihnen am Boden liegt und der andere tritt noch auf ihn ein, dann betrachte ich das als Gewalt und gehe dazwischen. Der Westen tritt momentan auf den Rest der Weltbevölkerung ein und hatte auch noch die Chuzpe einen Großteil der Ausschreitungen selbst vom Zaun zu brechen. Das muss aufhören! Ich persönlich werde mich an den wirklich unabhängigen Journalisten orientieren und habe einen Youtube Channel gegründet, der „Breitband Bartunek“ heißt. Ich möchte meine Neugier für Kunst, Psychologie und Philosophie mit meinem Wunsch ehrliche Informationen zu verbreiten, kombinieren und ein Programm gestalten, wo ich die Möglichkeiten des Internets voll ausnutzen werde. Man darf gespannt sein!

DIREKT: Und wenn du auch für unser Magazin schreibst?

Bartunek: Das finde ich ein großartiges Angebot!

DIREKT: Na wunderbar! Mit welchem Thema dürfen wir rechnen?

Bartunek: Was mich seit längerer Zeit beschäftigt sind die Gegendemonstranten die immer wieder zu Friedensdemos kommen, um die Veranstaltungen zu „sprengen“. Mich hat fasziniert, dass dabei immer wieder Flaggen von Amerika und Israel gezeigt werden. Irgendwann bin ich dann draufgekommen, dass diese Gegendemonstranten ideologisch den „Antideutschen“ sehr nahe stehen. Ich wusste gar nicht was das ist und dachte an Satire, aber diese Gruppierung gibt es wirklich und es ist verblüffend über welches Netzwerk sie verfügt. Das spannt sich von neokonservativen Think Tanks aus Amerika über die rechtsextreme Regierung in Israel und landet dann in Deutschland, wo diese ganzen Typen plötzlich meinen, sie sind links. Diesem Anspruch werden sie dann so gerecht, dass alle, die nicht auf Linie sind, als Antisemiten oder Nazis diffamiert werden. Hier wird mit einem Schuldkomplex gespielt, den ich aber nicht habe. Aus unserer Geschichte zu lernen heißt Verantwortung zu übernehmen und sich gegen den aufkeimenden Faschismus, der uns vielleicht bald mit voller Wucht treffen wird, zu wehren.

DIREKT: Dann freuen wir uns schon auf den ersten Artikel. Danke für das gute Gespräch und bis bald.

Bartunek: Danke für die Einladung! Bis bald! II

– – – Empfehlung: Breitband Bartunek auf Facebook und Youtube!

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