Nestle 020915

Nestlé: Segnungen des Globalkapitalismus

Der globale Lebensmittelmultikonzern Nestlé ist in die Kritik geraten, weil das Unternehmen für die Herstellung von Tiernahrung wissentlich Fischfang aus thailändischer Sklavenarbeit verwendet haben soll.
Der thailändische Fischfang basiert auf einem System von Zwangsarbeit und Schuldknechtschaft, bei dem vor allem Migranten aus Kambodscha und Myanmar ausgebeutet werden. Nestlé, der weltweit größte Anbieter von Babynahrung, Tiernahrung und abgefülltem Trinkwasser, sorgt immer wieder für Negativschlagzeilen bei Sozial- und Umweltstandards.
In den USA reichten Anwälte nun eine Sammelklage gegen den Konzern ein. Auch gegen Mars, Incorporated, einem großen US-amerikanischem Hersteller von unter anderem Süßwaren und Tierfutter, erwägen die Juristen rechtliche Schritte. RT-Deutsch berichtet dazu: „Mit falschen Versprechungen werden Migranten aus Bangladesch oder Kambodscha nach Thailand gelockt. Einmal in der Hand der Schlepper, erwartet die Mädchen dort in der Regel die Zwangsprostitution, junge Männer finden sich alsbald als Sklavenarbeiter auf Fischkuttern wieder. Eine zentrale Rolle spielt dabei Thailands größtes Fischfangunternehmen, die Thai Union Frozen Products, welches pro Jahr rund 13.000 Tonnen Fisch und Meeresfrüchte für Tiernahrung in die USA exportiert. Genannt werden unter anderem die Marken Meow Mix (Del Monte Foods) und Fancy Feast (Nestlé). Ob die in Deutschland vertriebenen Katzenfuttermarken von Nestlé, wie etwa Felix oder Gourmet, ebenfalls mit aus Thailand stammenden Fisch gefüllt sind, geht aus den Dokumenten nicht hervor, lässt sich aber in der Regel über den Barcode entschlüsseln.“
Der Nestlé-Konzern ist in jüngster Zeit auch in großem Stil in die Privatisierung des Trinkwassers eingestiegen. Konzerne wie Nestlé hätten nach einem Abschluss des Freihandelsabkommens TTIP freie Hand, auch unser Trinkwasser zu ihren Bedingungen zu vermarkten.

Beitragsbild: Wikimedia Commons, CC BY 3.0, Brasilien

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