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Flüchtlingsbilder und die Manipulation

„Im Zuge der Berichterstattung über die Flüchtlingsthematik wurden Anfang September in mehreren Medien Bilder einer Flüchtlingsfamilie im ungarischen Bicske veröffentlicht, die zeigen, wie drei Personen von Polizisten umringt auf Bahngleisen liegen. Ein Mann hält dabei eine junge Frau mit ihrem Baby fest.“(Info-DIREKT berichtete am 07. September 2015) So beginnt der Bericht des österreichischen Presserats vom 20. November, welcher die manipulative Verwendung von Flüchtlingsbildern in heimischen Medien rügt.

Es heißt weiter: „Zudem wurden Bilder veröffentlicht, wie der Mann von Polizisten weggebracht wird und wie die Frau alleine mit dem Kind auf den Gleisen zurückbleibt. In den Artikeln zu den Bildern wurde berichtet, dass die ungarische Polizei Flüchtlinge gegen ihren Willen in ein Flüchtlingslager bringen soll. Mehrere Leser haben sich an den Presserat gewandt und kritisiert, dass diese Bilder sehr suggestiv seien und die Leser verleiten würde zu glauben, dass hier Gewalt gegen Flüchtlinge verübt werde. Ein auf „youtube“ abrufbares Video über den Vorfall belegt, dass der Mann die Frau mit dem Baby absichtlich zu Boden gerissen hat. Was den Sturz anbelangt, war die Polizei nicht beteiligt. Der Senat vertritt die Ansicht, dass den Lesern durch die Bilder ein falsches Bild der Situation vermittelt wurde und zu Unrecht der Eindruck entstand, dass es sich hier um einen Fall von Polizeigewalt handelt. Werden – wie hier – Bilder aus dem Kontext gerissen, besteht die Gefahr, dass die Leser eine fundamental falsche Vorstellung von der Sachlage bekommen.“

Ob mit der Rüge auch die Zeitung „Österreich“ (siehe Beitragsbild) gemeint sein könnte, entzieht sich der Kenntnis der Redaktion.

 

Beitragsbild: Faksimile der Zeitung „Österreich“ vom 02.09.2015 (http://www.österreich.at/chronik/Fluechtlings-Drama-vor-der-Explosion/202827812)

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