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Prof. Michel Chossudovsky: Folgen der türkischen Aggression gegen Russland

„Turkish Stream“ ist tot

Unterbrechung der Gaspipeline-Routen in die EU

Russlands Wirtschaft in der Krise?

Der „Regimewechsel“ in der Ukraine, welcher durch das US-Außenministerium betrieben wurde, war hauptverantwortlich für den Zusammenbruch des Gaspipeline-Projekts „South Stream“. Washingtons Absicht war es, eine De-facto-Blockade zu errichten, wodurch die Lieferung von russischem Gas in die Europäische Union verhindern werden sollte.

„Die Gaspipeline South Stream hatte 15,5 Millarden Euro gekostet und sollte jährlich 67 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas nach Europa pumpen. Der Unterwasserabschnitt der Pipeline sollte über eine Länge von 900 km von der Verdichterstation Russkaja an der russischen Küste quer durch das Schwarze Meer bis hin zur bulgarischen Küste führen.“ (Russische Nachrichtenagentur TASS vom 14. Januar 2015)

Am 1. Dezember 2014 verkündete Präsident Wladimir Putin, dass das Projekt zur Errichtung der South Stream-Gaspipeline „infolge des unkonstruktiven Ansatzes der Europäischen Union bei der Zusammenarbeit eingestellt wird“, wobei insbesondere die auf Druck von den USA erfolgte Entscheidung Bulgariens, den Ausbau der Pipeline-Strecke auf seinem Territorium zu stoppen, ausschlaggebend war.

Die seinerzeitigen Routenoptionen der South Stream-Pipeline, Quelle: TASS

Die seinerzeitigen Routenoptionen der South Stream-Pipeline, Quelle: TASS

Dem South Stream-Projekt folgte das Projekt „Turkish Stream“. Fast zeitgleich mit der Stornierung des South Stream-Projekts erfolgte im Dezember 2014 in Ankara die Unterzeichnung eines historischen Deals zwischen den Präsidenten Putin und Erdogan.

Im Rahmen eines russisch-türkischen Abkommens über Gas-Pipeline-Routen sollte die Türkei zu einer wichtigen Drehscheibe und Transitroute für den Export von russischem Erdgas sowohl nach Süd- als auch nach Westeuropa werden.

Das russische Erdgasunternehmen Gazprom bestätigte in Form einer historischen Ankündigung ihres Chefs Alexej Miller im Januar 2015: „Das Gaspipeline-Projekt Turkish Stream wird der einzige Weg für Russlands zukünftige Lieferungen von 63 Milliarden Kubikmeter Erdgas nach Westeuropa sein.“ Diese Aussage des Gazprom-Chefs war als Antwort auf die Frage über das Schicksal des bisherigen South Stream-Projekts zu verstehen.“ (Meldung der TASS vom 14. Januar 2015)

Russische Erdgas-Pipelines nach Europa

Russische Erdgas-Pipelines nach Europa

24. November 2015: Der Abschuss eines russischen Su-24-Bombers durch die Türkei versetzt dem geplanten Turkish Stream-Projekt den Todesstoß

Der im Januar erfolgte Deal zwischen Moskau und Ankara Deal war von Washington als ein Schlag ins Gesicht empfunden worden. Der Abschuss des Su-24-Bombers, der von der USA und NATO gemeinsam geplant worden sein dürfte, hat diesen Deal zwischen Russland und der Türkei – seinerzeit großartig als der „einzige Weg“ angekündigt – zu Fall gebracht.

Welche weiteren Folgen sind zu erwarten?

Nach Wegfall dieses „einzigen Wegs“ kann es nicht nur zu einer möglichen Krise der Erdgasversorgung in der Europäischen Union kommen. Das Ereignis stellt zugleich auch einen schweren Schlag für Russlands nationale Wirtschaft dar, die stark vom Energiesektor abhängig ist.

Aus der Sicht von Washington, der Wall Street und des Pentagons gilt hingegen der alte Leitspruch: „Krieg ist gut fürs Geschäft“.

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Originalartikel: http://www.globalresearch.ca/impacts-of-turkeys-aggression-the-turkish-stream-is-dead-disruption-of-gas-pipeline-routes-to-the-eu-russias-economy-in-crisis/5491756, Übersetzung durch Info-DIREKT mit freundlicher Genehmigung von Global Research. 

Copyright © Prof Michel Chossudovsky, Global Research, 2015

Beitragsbild: Встреча Президента России Владимира Путина с Президентом Турции Реджепом Тайипом Эрдоганом в Баку, 13.06.2015, http://www.kremlin.ru/events/president/news/49702, Пресс-служба Президента Российской Федерации. – This file comes from the website of the President of the Russian Federation and is licensed under the Creative Commons Attribution 4.0 License.

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