Nach der Wahl zum neuen Präsidenten

Was sagt Russland zu Trump?

Foto: Collage - Pixabay.com / Wikimedia Commons / Kremlin.ru / CC BY 4.0 / Wikimedia Commons / Michael Vadon / CC BY-SA 2.0

Die Russen jubelten, als Donald Trump zum Sieger der US-Präsidentschaftswahl verkündet wurde. Die große Hoffnung des russischen Volkes ist, dass mit Donald Trump wirtschaftlich eine neue Ära eingeleitet wird. Er könnte die anti-russischen Sanktionen mildern und die russisch-amerikanischen Beziehungen dadurch wesentlich verbessern.

Großes Interesse in Russland

Die amerikanische Präsidentschaftswahl wurde sehr aufmerksam vom russischen Volk und den russischen Medien verfolgt. Auch die Wirtschaft nutzte den medialen Hype, um die beiden Kandidaten aus. So waren in manchen Geschäften Geschenksartikel wie beispielsweise Matrjoschkas mit der Abbildung Trumps erhältlich. In einem Moskauer Pub konnte man sogar Donald Trump Poster finden, auf denen er gemeinsam mit Putin abgebildet war.

Nach der Präsidentschaftswahl konnten auch die Vertreter der Staatsduma ihre Freude nicht verstecken. Die Abgeordneten der Partei „Einiges Russland“ wünschen sich nun, dass die antirussische Rhetorik Washingtons verschwindet. Der Anführer der Partei „Gerechtes Russland“ gab sich sichtlich erleichtert und teilte mit, dass die Beziehungen mit US-Präsidenten aus der republikanischen Partei immer einfacher waren, als mit jenen der Demokratischen Partei.

Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, betonte, dass nun mit Trump ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden müsse. Die Erweiterung der NATO müsse beendet und deren Truppen aus den russischen Grenzegebieten zurückgezogen werden. Dmitri Medwedew, der russische Vize-Premierminister, erklärte indes, dass nicht die USA, sondern lediglich die Obama-Regierung Schuld an der Verschlechterung der Beziehungen der letzten Jahre gewesen sei. Aus diesem Grund stehe nichts mehr im Wege, um sich nun mit der neuen US-Regierung vollständig auf die Ausarbeitung von neuen Vereinbarungen mit Russland zu konzentrieren.

Auch kritische Stimmen zu hören

Jedoch gibt es in Russland auch kritische Stimmen, was Donald Trump als neuen Präsidenten der USA angeht. Zum Beispiel denkt Vladimir Gelman, ein russischer Politologe, dass der Sieg von Trump kein gutes Zeichen für die Welt und die russische Wirtschaft seien. Die Umsetzung einiger seiner radikalen Vorschläge, könnte auch mit Russland zu ernsthaften Problemen führen. Ist die Unberechenbarkeit Trumps eine Gefahr für Russland? Einige Experten schließen nämlich nicht aus, dass Trump nach seiner Amtseinführung seine Aussagen gegenüber Russland revidieren könnte.

Der Kreml zeigt sich beispielsweise zurückhaltender im Ausdruck seiner Freude und des Jubels über die Wahlergebnisse. Während Clinton immer Trump wegen angeblicher „Beziehungen zu Russland“ attackierte, negierte Putin ständig, dass Trump ein Favorit der Russen im Rennen um die Präsidentschaft war. Der russische Präsident sagte in einem Interview: „Glaubt ernsthaft jemand, dass Russland irgendwie die Wahl des amerikanischen Volkes beeinflussen könnte? Als ob die USA eine Bananenrepublik wären?“ Putin vertritt auch die Meinung, dass die politischen Eliten der USA während der Wahlkampagnen versucht haben, die Aufmerksamkeit von den wirklichen Problemen der US-Bürger abzulenken und Russland als den neuen, alten Feind darzustellen. Putin betonte bereits vor der Verkündung des Wahlergebnisses, dass Russland bereit ist, mit demjenigen zu arbeiten, für den das amerikanische Volk stimmt. Putin hat Trump ein Glückwunschtelegramm übermittelt, mit dem er hofft, gemeinsam die russisch-amerikanische Krise zu überwinden.

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