Eskalation In Bulgarien und Griechenland

Asylwerber randalierten: 24 Polizisten verletzt



In Bulgarien und Griechenland eskalierten „Proteste“ von aufgebrachten Asylwerbern. Sie attackierten die Polizei und zündeten Autoreifen an. Die Polizei nahm hunderte Asylwerber fest und stufte einige als Bedrohung für die nationale Sicherheit ein.

In der Nacht zum Freitag protestierten Asylwerber im größten bulgarischen Flüchtlingslager Harmanli gegen eine aus medizinischen Gründen verhängte Ausgangssperre. Die rund 3000 Asylwerber – vor allem aus Afghanistan – dürfen das Zentrum seit Dienstag nicht verlassen. Die Protestierenden zündeten Reifen an und bewarfen die Polizeibeamten mit Steinen. Daraufhin setzte die Polizei Wasserwerfer ein, um die Randalierer am Verlassen des Lagers zu hindern. Die Beamten nahmen in etwa 400 Personen fest.

Ministerpräsident will Randalierer ausweisen

Bulgariens Ministerpräsident Bojko Borissow sprach von 24 verletzten Polizisten und zwei verletzten Migranten. Sechs Personen wurden als „Bedrohung für die nationale Sicherheit“ eingestuft, so Borissow.

Der Ministerpräsident kündigte an, dass Asylwerber, „die sich nicht an die Regeln halten wollen“, im Laufe der kommenden Woche in ein geschlossenes Zentrum nahe der türkischen Grenze gebracht werden. Von dort will man sie so schnell wie möglich ausweisen.

Der Anführer der Proteste war nach Angaben der Behörden ein Afghane, der zuvor in Deutschland wegen Drogenhandels im Gefängnis gesessen hatte und vor vier Monaten nach Bulgarien abgeschoben worden war.

Verletzte auch bei Randale in Griechenland

Auch im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos kam es gestern zu einer Explosion. In einem Zelt war beim Kochen eine Gasflasche explodiert. Dabei starben eine 66 Jahre alte Frau und zwei Kinder, meldet der Sender Skai. Als die Polizei eintraf, setzten die Asylwerber das Lager in Brand. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei wurden sechs Migranten leicht verletzt.

In Moria und anderen Zentren auf der griechischen Insel gab es schon mehrere Proteste. Im September waren Teile des überfüllten Lagers Moria nach einem Brand mehrere Tage lang unbewohnbar. Im Asylzentrum Moria sind 5000 Menschen untergebracht, obwohl es nur für 3500 Personen ausgelegt ist.

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