Krise in der Türkei und in Afrika

Es droht eine neue Einwanderungswelle



Die Krise in der Türkei und in Afrika könnte zu einer neuen Einwanderungswelle führen.

Obwohl die Medien schweigen, ist die Asylkrise nicht ausgesessen. Noch immer kommen jedes Monat Tausende nach Österreich. Jetzt droht auf den großen Migrationsrouten über Italien und den Balkan erneut das Chaos.

Während die Medien im Wahlkampf über die Zustände schweigen, entsteht bereits die nächste Einwanderungswelle.

So viele Afrikaner wie noch nie

Laut dem aktuellen Bericht der UNHCR haben heuer über 345.000 Migranten den europäischen Kontinent über das Mittelmeer erreicht. 171.000 kamen in Griechenland an. 168.000 kamen über Libyen nach Italien. Das sind 13 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr.

Alleine im Oktober kamen 27.500 vorwiegend Schwarzafrikaner in Italien an. Und es ist nicht zu erwarten, dass die Zahlen im Herbst und Winter zurückgehen. Denn die EU fängt Migranten direkt im Meer ab und bringt sie sicher nach Europa. Das lockt immer mehr Menschen aus ganz Afrika an. Der Bayernkurier zitiert die Herkunftsstaaten nach dem letzten Bericht der Internationalen Organisation für Migration (IOM):

  • Nigeria: 33.806 Personen (Vorjahr: 19.576)
  • Guinea 11.131 Migranten (Vorjahr: 1916)
  • Elfenbeinküste:  10.502 Migranten (Vorjahr: ca. 3500)
  • Gambia: 10.489 Migranten (Vorjahr: 6759)
  • Sudan: 9033 Migranten (Vorjahr: 8692)
  • Mali: 5038 Migranten (Vorjahr: 8564)
  • Ghana: 5084 Migranten (Vorjahr: 3946)

Fast halbiert hat sich die Anzahl aus Eritrea, bleibt aber mit über 19.000 Migranten noch immer das zweithäufigste Herkunftsland. Ebenfalls gesunken ist Somalia, von wo aus nunmehr 11.000 Migranten kommen.

Die Gründe für die Migration nach Europa sind nicht Krieg oder Vertreibung. Es ist die massive Bevölkerungsexplosion Afrikas von 230 Millionen (1950) auf 1,2 Milliarden Menschen (2016). Bis 2050 wird sich die Zahl auf 2,4 Milliarden noch einmal verdoppeln. Die meisten Migranten haben deshalb auch keine Chance auf Asyl. Aber sie sehen auch, dass es kaum Abschiebungen gibt und kommen trotzdem.

Der Türkei-Deal könnte platzen

Jetzt droht auch noch der Türkei-Deal zu platzen. Dort warten 3 Millionen Migranten, um nach Europa weiterzureisen. Da die EU noch immer nicht bereit ist, die Außengrenzen zu schützen, könnten wieder Massen über die Balkenroute kommen. 62.000 Migranten sitzen schon jetzt in Griechenland fest, vor allem Afghanen.

Auch für sie droht sich die Situation zuzuspitzen: Pakistan und der Iran hatten afghanischen Flüchtlingen bis November Zeit gegeben, Pässe und Visa vorzuzeigen. Beobachter rechnen damit, dass bis zum Ende des Jahres 1,5 Millionen davon nach Afghanistan zurückkehren müssen. Viele könnten den Weg nach Europa antreten.

Was, wenn Van der Bellen Präsident wird?

Dem Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil ist die bedrohliche Lage bewusst. Seit Wochen bereiten sich einige zentraleuropäische Staaten auf Grenzschutzmaßnahmen vor. Die Verteidigungsminister von zehn Balkanroutenländern trafen sich erst unlängst in Österreich, in Frauenkrichen am Neusiedlersee. Doskozil sagte gegenüber Ö24:

„Eine Situation wie 2015 wäre dramatisch. Wir haben uns aber vorbereitet und könnten innerhalb weniger Tage handlungsfähig sein. Mazedonien hat die Grenze auch schützen können. Wir müssen und werden das auch schaffen. Die EU hätte aber längst aktiv werden müssen, statt sich Drohungen einer Diktatur auszuliefern. Aber wir haben das mit den genannten Staaten jetzt selbst in die Hand genommen.“

Was aber, wenn der Oberbefehlshaber des Bundesheeres bald Alexander Van der Bellen heißt? Dieser drängt auf die Beibehaltung der Gespräche mit der Türkei und lobte die verhängnisvolle „Welcome“-Politik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Im Gegensatz dazu will sein Kontrahent Norbert Hofer das Bündnis mit den zentraleuropäischen Staaten und den Grenzschutz verstärken. Viele Österreicher blicken deshalb gespannt auf die „Richtungsentscheidung“ am kommenden Sonntag und deren Folgen.

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