Vorerst keine Evakuierung der Stadt

Aleppo unter Kontrolle der syrischen Regierung

Aleppo
By anjci [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons

Die syrischen Regierungstruppen haben die vollständige Kontrolle über die Stadt übernommen. Die „Rebellen“ hatten sich zuvor mit der Regierung auf einen Abzug der Kämpfer und Zivilisten geeinigt. Am Mittwoch kam es allerdings wieder zu Gefechten in der Stadt.

Die syrische Armee des Präsidenten Baschar al-Assad und ihre Verbündeten haben die hart umkämpfte Stadt Aleppo wieder vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Zuvor hatten sich die „Rebellen“ mit der Regierung auf einen Abzug aus Ost-Aleppo geeinigt. „Nach meinen Informationen hat es tatsächlich eine Einigung gegeben, dass die Kämpfer die Stadt verlassen. Das ist also fast das Ende“, bestätigte der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin der Agentur Tass.

In West-Aleppo waren einem AFP-Reporter zufolge bereits am Montagabend Freudenschüsse zu hören. Das staatliche syrische Fernsehen zeigte feiernde Menschen, die Bilder von Präsident Assad und syrische Flaggen hochhielten. Alle großen Städte Syriens befinden sich nun wieder unter Kontrolle Assads. Der Sieg der Regierung ist gleichzeitig die schwerste Niederlage der sogenannten „Rebellen“ im Krieg bisher.

Am Mittwoch neuerlich Gefechte in der Stadt

Im Osten Aleppos kam es am Mittwoch trotz Waffenruhe zwischen Regierung und „Rebellen“  zu neuen Kämpfen. Die syrische und russische Regierung machten die islamistischen Aufständischen für die neue Gewalt verantwortlich. Die Aufständischen behaupten jedoch, die Regierungstruppen hätten den Beschuss wiederaufgenommen. Islamistische Gruppen wie die Dschabhat Fateh asch-Scham (ehemals al-Nusra) lehnen die Kapitulation ab.

Russland rechnet in Kürze mit dem völligen Zusammenbruch des Widerstandes der Extremisten in Aleppo. „Ich erwarte, dass die Rebellen den Kampf in den nächsten zwei bis drei Tagen aufgeben“, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Gerüchte über Gräueltaten in Aleppo

Am Dienstag erhoben die Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gegen syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten. Laut Angaben der UN sollen in den vergangenen Tagen mindestens 82 Zivilisten im Osten Aleppos getötet worden sein. Darunter seien elf Frauen und 13 Kinder aus vier verschiedenen Bezirken des bisher von Rebellen gehaltenen Ostteils der Stadt, sagte der Sprecher des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte, Rupert Colville, am Dienstag. Genaue Quellen nennt der UN-Bericht allerdings nicht.

Der Nachrichtenagentur AP berichteten mehrere Bewohner und Aktivisten der Opposition, die syrische Armee hätte Rebellen am Montag massenweise umgebracht – ohne jedoch selbst Zeugen gewesen zu sein.

Der UN-Botschafter Syriens, Baschar Dschaafari, wies die Vorwürfe indessen zurück. Das syrische Militär habe in Aleppo keine Racheakte an Zivilisten verübt und keine Exekutionen durchgeführt. Die syrische Armee habe die Bürger im Osten der Stadt von Terroristen befreit, sagte der Botschafter. Die Regierung überprüfe die Identität der Menschen, die Aleppo verlassen, um Terroristen und ausländische Kämpfer „auszumerzen“.

In Aleppo kämpften vor allem islamistisch-dschihadistische Milizen wie die Ahrar al-Scham,  Nour al-Din al-Zenki oder Dschabhat Fateh asch-Scham.

Westliche Berichterstattung unter Agenda des regime change?

Eva Bartlett, eine kanadische Journalistin, sprach am 9. Dezember 2016 im Rahmen einer Pressekonferenz unter dem Motto „Gegen Propaganda und regime change in Syrien“. Dort gab sie einen Einblick in die Lage vor Ort und äußerte sich zu „Quellen“ westlicher Medien:

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