Täter soll noch auf der Flucht sein

Berlin: Mindestens zwölf Tote bei Terroranschlag

Der Terroranschlag forderte mindestens zwöf Tote.

Ein LKW raste in Berlin über einen Weihnachtsmarkt. Dabei starben mindestens zwölf Menschen, 50 Personen wurden verletzt. Die Polizei spricht mittlerweile von einem Terroranschlag. Ein pakistanischer Asylwerber wurde als mutmaßlicher Täter gefasst. Laut Eilmeldung der „Welt“ geht die Polizei davon aus, dass es sich um den falschen Mann handelt.

Am Montagabend raste in Berlin ein LKW auf einer Strecke von bis zu 80 Metern über den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Dabei starben nach Polizeiangaben bisher zwölf Menschen. Fast 50 Personen wurden verletzt. Davon mussten 20 von ihnen mit teilweise schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Mehrere Buden wurden zerstört und Reporter berichteten von Verletzten, die neben bzw. unter dem Lastwagen gelegen seien. Der Fahrer versuchte zu fliehen, konnte aber später von der Polizei festgenommen werden.

Täter soll noch auf der Flucht sein

Nach ersten Informationen der „Welt“ handelte es sich beim Täter um einen 23-jährigen Pakistani. Der mutmaßliche Todeslenker reiste über die Balkanroute (und damit auch über Österreich) nach Deutschland ein. Das berichtete das RBB-Inforadio am Dienstagmorgen unter Berufung auf Sicherheitskreise. Nach Erkenntnissen der Behörden sei er dagegen im Februar als „Flüchtling“ über dieselbe Route nach Deutschland eingereist, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Die genaue Identifizierung gestaltet sich schwierig, weil der Mann mehrere Namen benutzt haben soll.

Gegen vier Uhr morgens stürmte das Berliner Sondereinheitskommando (SEK) eine Flüchtlingsunterkunft am Flughafen Tempelhof. Der mutmaßliche Täter soll dort gemeldet gewesen sein. Der Mann soll der Polizei bereits wegen mehrerer Delikte bekannt sein. Er sei aber nicht wegen eines terroristischen Hintergrunds aufgefallen.

Wie die „Welt“ Dienstagmittag in einer Eilmeldung berichtet, soll es sich um den falschen Verdächtigen handeln: „Wir haben den falschen Mann“, heißt es in der Berliner Polizei. „Und damit eine neue Lage. Denn der wahre Täter ist noch bewaffnet auf freiem Fuß und kann neuen Schaden anrichten.“ Die neuen Informationen sollen aus „ranghohen Sicherheitskreisen“ kommen.

Reaktionen auf den Terroranschlag

Internationale Spitzenpolitiker reagierten weitgehend mit denselben Floskeln wie auch bei vergangenen Terroranschlägen. Der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka  verurteilte den Anschlag „aufs Schärfste“ und ist sich sicher: „Europa wird mehr denn je zusammenhalten, um Angriffe auf unsere Gesellschaft zu verhindern“. Kanzler Kern forderte derweil „besonnene, konsequente Antworten“.

Frankreichs Premierminister Bernard Cazeneuve twitterte auf Deutsch: „Ganz Frankreich steht an Deutschlands Seite“. Der designierte US-Präsident Donald Trump erklärte ebenfalls auf Twitter: „Heute hab es Anschläge in der Türkei, in der Schweiz und in Deutschland, und es wird immer schlimmer. Die zivilisierte Welt muss ihr Denken ändern!“.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach am Dienstag gegenüber dem Bayrischen Rundfunk überraschend offen:

„Wir müssen uns jetzt mit der Frage beschäftigen, welche Risiken wir mit dieser großen Zahl von Flüchtlingen ins Land bekommen.“

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU) sprach sogar von einem „Kriegszustand“. Dem Saarländischen Rundfunk sagte er wörtlich:

„Wir müssen konstatieren, wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten.“

Der Grünen-Chef Cem Özdemir brachte hingegen die AfD mit Terroristen in Verbindung. „Die, die diese Anschläge machen, das sind Hassprediger“, erklärte er dem ZDF-„Morgenmagazin“. „Davon brauchen wir nicht noch mehr“, meinte er in Hinblick auf Marcus Pretzell (AfD). Der hatte zuvor Angela Merkel (CDU) eine Mitschuld an dem Terroranschlag gegeben: „Wann schlägt der deutsche Rechtsstaat zurück? Wann hört diese verfluchte Heuchelei endlich auf? Es sind Merkels Tote!“

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