Kriminalstatistik für das Jahr 2016 zeigt...

OÖ: Gewalt in Asylquartieren mehr als verdoppelt

Wochenblick Sondermagazin
By Bwag (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Im Jahr 2016 verdoppelte sich die Gewalt in Oberösterreichs Asylquartieren. Nach dem Anschlag von Berlin meldete die Polizei 15 Asylwerber beim Verfassungsschutz. Außerdem sind insgesamt knapp 40 Prozent aller Tatverdächtigen in Oberösterreich ausländische Staatsbürger. Das geht aus den Äußerungen des Landespolizeidirektors zur Kriminalstatistik 2016 hervor.

Die Kriminalstatistik für Oberösterreich aus dem Jahr 2016 bringt zum Teil besorgniserregende Zahlen ans Tageslicht. Sie sei zwar noch vorläufig und nicht vollständig, betonte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl. Es zeichnen sich aber bereits Tendenzen ab.

Gewalt in Asylquartieren verdoppelt

„Bei Körperverletzungsdelikten verzeichnen wir im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von rund zehn Prozent“, sagte Pilsl. Mehr als verdoppelt haben sich sogar die Anzeigen wegen gewalttätiger Vorfälle in Asylunterkünften. Es gebe in Oberösterreich aber auch wesentlich mehr Asylquartiere als früher. „Diese den Asylwerbern zugeordneten Taten werden von der Bevölkerung gar nicht bemerkt, weil sie sich in einem eigenen Milieu abspielen“, zitieren die „Oberösterreichischen Nachrichten“ den Landespolizeidirektor.

„Alle Auffälligen sind Muslime“

Nach dem Terroranschlag in Berlin schickte Pilsl in Oberösterreich 160 speziell ausgebildete Polizisten in die derzeit über 700 Asylquartiere des Landes. Dort sollten sie sich einen Überblick über Auffälligkeiten und bedrohliche Entwicklungen unter den rund 14.000 Asylwerbern machen. Nach dieser Gefahreneinschätzung meldete man 15 Asylwerber dem Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT).

Pilsl gibt auch offen zu, dass sich die Zahl der Gewalttaten im Migrationsbereich erhöht hat. „Wir wollen nichts beschönigen, aber auch nichts dramatisieren. Ich traue mich auch zu sagen, dass alle Auffälligen Muslime sind, das muss erlaubt sein“, zitiert der „Kurier“ Andreas Pilsl.

Erst in den vergangen zwei Wochen kamen zwei junge Asylwerber in U-Haft. Außerdem leben acht IS-Rückkehrer in Oberösterreich. Sinnbildlich für die politische Arbeit der Regierung steht folgende Äußerung des Landespolizeidirektors: „Wie man in der Zukunft die Überwachung oder auch die Abschiebung radikaler Personen organisiert, muss von der Politik noch vorgegeben werden.“ Fast zwei Jahre nach Beginn der Asylkrise wohlgemerkt.

Widerstand gegen Staatsgewalt steigt

Die Exekutive verzeichnete einen „spürbaren Anstieg von 30 Prozent“ bei den Anzeigen wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt. Anscheinend sinke der Respekt vor staatlichen Organen.

Dafür dürften die Haus- und Wohnungseinbrüche im letzten Jahr um etwa 30 Prozent gesunken sein. „Derzeit halten wir bei 1350“, sagte Pilsl. Das seien statistisch drei bis vier Fälle pro Tag in Oberösterreich. Allerdings wird bei Raubüberfällen mit einem „leichten Plus“ gerechnet.

Insgesamt seien in 38 bis 40 Prozent der angezeigten Fälle die Tatverdächtigen ausländische Staatsbürger, sagte der Landespolizeidirektor.

Aufklärungsquote über Bundesdurchschnitt

Die Aufklärungsquote der oberösterreichischen Polizei betrug 53 bis 54 Prozent. „Das zeigt, wie gut die Polizisten in Oberösterreich arbeiten“, sagte Landespolizeidirektor Andreas Pilsl im Gespräch mit den OÖ-Nachrichten. Damit liegt man deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 43 Prozent. In Wien liegt die Aufklärungsquote sogar nur bei 36 Prozent.

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