George SorosBy World Economic Forum [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

Weil Merkel kein zusätzliches Geld für Banken-Rettung verheizen wollte

Soros lässt EU fallen: „Es droht Zusammenbruch“

Weil Merkel sich geweigert hätte, mehr Geld für die Banken-Rettung zu verheizen, gibt ihr Finanz-Guru George Soros jetzt die Schuld am drohenden Zusammenbruch der EU.

Von Florian Meyer

In einem aktuellen Gastbeitrag in der Zeitung „Die Welt“ zieht George Soros, Börsenhai und Strippenzieher der Globalisierung, eine ausführliche Bilanz. Bedeutungsschwanger beginnt seine Aussage, die wohl die Wichtigkeit seiner Analyse unterstreichen soll:

„Ich bin ein 86 Jahre alter ungarischer Jude, der nach dem Zweiten Weltkrieg amerikanischer Staatsbürger wurde. Ich habe früh gelernt, wie wichtig es ist, welche Art von politischem Regime sich durchsetzt. “

Jene Lesern, denen George Soros kein Unbekannter ist, wissen, dass sich Soros spätestens nach Erlangen seines Milliarden-Vermögens der Idee einer weltweiten Globalisierung und des ungezügelten Finanzkapitalismus verschrieben hat. Zu diesem Zweck institutionalisierte er auch das gewaltsame Putschen von Regierungen, liebevoll „Regime-Change“ genannt. Die „Open-Society“-Organisationen von Soros sind für unzählige „bunte Revolutionen“ weltweit verantwortlich.

Merkel hätte Lehman-Brothers mehr Geld geben müssen

Die Rückschläge für die „Eliten“ 2016 sind auch am Globalisten Soros nicht spurlos vorübergegangen. Da die von ihm bevorzugten System auf dem Abstieg seien, empfinde er den „gegenwärtigen Moment in der Geschichte als sehr schmerzhaft“. Wehmütig blickt er auf die goldenen Zeiten zurück, wo Bankster und Spekulanten ungeniert ihr Unwesen treiben konnten:

„Das Finanzkapital konnte sich uneingeschränkt bewegen und sich der Besteuerung und Regulierung entziehen.“

Schonungslos offen erklärt er, wie seine Globalisierung die Welt systematisch ausbeutet:

„Die Globalisierung hatte weitreichende wirtschaftliche und politische Folgen. Sie bewirkte eine gewisse Angleichung zwischen armen und reichen Ländern, was gut war, aber sie erhöhte die Ungleichheit sowohl innerhalb der armen als auch innerhalb der reichen Länder, was schädlich war. In der entwickelten Welt profitierten im Wesentlichen die Eigentümer großer Kapitalvermögen, die weniger als ein Prozent der Bevölkerung ausmachen.“

Doch nicht diese Ungleichheit sei Schuld am drohenden EU-Zusammenbruch, sondern die angeblich mangelnde Solidarität von Deutschlands Kanzlerin Merkel gegenüber den zusammengebrochenen Spekulanten-Banken:

„Als dann Lehman Brothers zusammenbrach, fühlte sich Deutschland nicht reich genug, um zusätzliche Verpflichtungen zu übernehmen.

Als die europäischen Finanzminister erklärten, dass man den Zusammenbruch eines weiteren systemrelevanten Finanzinstituts nicht zulassen würde, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel [die die Wünsche ihrer Wähler hier völlig richtig interpretierte, Anm.], dass sich jedes Mitgliedsland um seine eigenen Institutionen kümmern sollte. Dies war der Beginn eines Zerfallsprozesses.“

Putin ist der totale Schuldige

Trump und Brexit – das wären schwere Schläge für die Globalisten gewesen, gesteht Soros ein. Er vertraut aber darauf, dass der Geldadel dank seiner Mainstream-Medien (Soros nennt sie „vierte Gewalt“) das Ruder noch einmal herumreißen könnte, um Trump unschädlich zu machen. Die künftigen Regierungsaktivitäten des demokratisch gewählten US-Präsident Trump bezeichnet Soros gleich präventiv als „Exzesse“:

„Ich bin zuversichtlich, dass sich die Demokratie in den USA als widerstandsfähig erweisen wird. Die Verfassung und Institutionen des Landes, einschließlich seiner „vierten Gewalt“, sind ausreichend stark, um den Exzessen der Exekutive zu widerstehen und so zu verhindern, dass aus einem Möchtegern-Diktator ein tatsächlicher Diktator wird.“

Besonderen Hass hegt Soros gegen Russlands Präsident Putin. Da Soros mehrfach mit Hilfe seiner „NGOs“ versuchte Russland zu destabilisieren, um Putin loszuwerden und das Land den Konzernen zu öffnen, sagte die russische Staatsanwaltschaft den Soros-Organisationen den Kampf an.

„Besondere Sorgen mache ich mir über das Schicksal der EU, die Gefahr läuft, unter den Einfluss des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu geraten, dessen Regierungskonzept mit dem einer offenen Gesellschaft unvereinbar ist. Putin ist kein passiver Nutznießer der jüngsten Entwicklungen; er hat hart daran gearbeitet, sie herbeizuführen.“

War EU-Crash von Soros geplant?

Kaum ein Stratege hat Europa so radikal und nachhaltig ermutigt „Flüchtlinge“ aus der ganzen Welt massenweise aufzunehmen. Soros forderte erst unlängst „mindestens 30 Milliarden Euro mehr für mindestens 300.000 Flüchtlinge jährlich“. Umso erstaunlicher mutet an, dass er nun ausgerechnet diese „Flüchtlingskrise“ (von ihm selbst initiiert) mitverantwortlich für den drohenden Crash macht:

„Angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums und der außer Kontrolle geratenen Flüchtlingskrise steht die EU am Rande des Zusammenbruchs. (…) Der EU droht ein ähnliches Erlebnis wie der Sowjetunion Anfang der 1990er-Jahre.“

Den EU-Bonzen in Brüssel gibt er einen wenig hilfreichen und unkreativen Rat:

„Diejenigen, die der Ansicht sind, dass man die EU retten muss, um sie grundlegend zu erneuern, müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um ein besseres Ergebnis herbeizuführen.“

Wie, das verrät der Altmeister seinen Schützlingen in EU-Babylon allerdings nicht.

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