Konformist oder Dissident des sanften Totalitarismus

Zersetzung fördern – Verteidigung sabotieren?



Nie wieder Deutschland
By Zoris Trömm (CC BY-SA 3.0) via Commons Wikimedia

Vieles deutet dieser Tage auf eine fundamentale Änderung der gesamtpolitischen Wetterlage hin. Selbstverständlich versuchen jene, die vom Status quo profitieren und mit dem „sanften Totalitarismus“ konform gehen, diese gesellschaftliche Umwälzung zu verhindern. Ein harter Kern politisch-korrekter und zuwanderungsbefürwortender Veränderungsgegner wird deshalb besonders von öffentlicher Seite gefördert.

Es ist emotional nachvollziehbar, dass jene, die um ihre (zukünftige oder aktuelle) Stellung fürchten, viel daran setzen werden, ihre Pfründe abzusichern. Zumeist stellen sich diese „reaktionären“ Kräfte deshalb einer Veränderung vehement entgegen. Mit zunehmender Bedrängnis werden dann mitunter auch radikale Gruppe unterstützt, um den eigenen Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen. Als Beispiel für diese Entwicklung kann etwa der sogenannte „In Zeiten wie diesen“-Kongress des „Referats für antifaschistische Gesellschaftskritik und Sport“ der österreichischen Höchschülerschaft Wien genannt werden.

Die konkreten Hintermänner und -frauen dieses Referats bleiben auf der Internetseite der ÖH Wien lieber ungenannt. Allerdings gibt das Programmheft zum Kongress mehr Aufschluss über die Inhalte und Mitwirkenden der Veranstaltung. Neben einigem Geschwurbel über „emanzipatorische Politik“ sowie „antifeministische Backlashs“ findet sich schon eingangs die krude Verschwörungstheorie, dass „täglich eine Geflüchtetenunterkunft“ brenne und dies in einem Zusammenhang mit der angeblich „rassistischen Grundstimmung“ stehe.

Was im Übrigen (von antifaschistischen Signalworten durchsetzt) daherkommt,  macht dem geneigten Leser schnell klar, worum es bei diesem Kongress gehen soll: Eine – als aufklärerische Kritik verpackte – Vernetzung und Kaderschulung im Geist totalitärer Ideen! (…dies samt der inhaltlichen Ausarbeitung von Gegenstrategien, um das Vorwärtsdrängen heimat-, volks- und freiheitsbewusster Bewegungen in Europa zu unterbinden.)

Kongress des „sanften Totalitarismus“

Kern dieses „sanften Totalitarismus“ ist ein alternativloses Gleichheitsdogma, das im diametralen Widerspruch zum Erhalt der Verschiedenartigkeit europäischer Ethnien und Kulturen steht. Mittels dieses Dogmas sollen historisch gewachsene Einheiten zu Gunsten eines utopischen Menschheitsgedankens aufgelöst und zersetzt werden. Die Desintegration des Volkes wird zum Leitgedanken des politischen Handelns erhoben.

Wohin Utopien dieser Prägung führen können, hat sich in der Geschichte bereits mehrfach gezeigt. Durch die „Konformisten“ des Totalitarismus wird stets der geistige Boden für unheilvolle Entwicklungen bereitet – durch die „Zersetzer“ des Volks- und Kulturbegriffs der globalen Ausbeutung Tür und Tor geöffnet.

Wirklich interessant, innovativ oder originell ist es also nicht, wenn beim gegenständlichen Kongress etwa gealterte Ex-Kommunisten über Militanz referieren oder selbsternannte „Rechtsextremismus-Experten“ des DÖW ihre Meinungsbildung betreiben. Für die ÖH scheint dies allerdings genau die richtige Gemengelage zu sein, um ihre prall gefüllten Fördertöpfe zu öffnen.

Förderungen für Konformisten und Gebühren für Dissidenten

Laut der Informationsplattform „Unser Mitteleuropa“, die sich wiederum auf eine Anfrage des ÖH-Mandatars Felix Mayrbäurl beruft, konnten sich die Kongressveranstalter über eine Spende von € 11.000,- seitens der Bundes-ÖH freuen. Ob und in welcher Höhe Spenden der ÖH Wien geflossen sind, ist bis dato unbekannt, aber aufgrund der regen Bewerbung durch diese Teilorganisation jedenfalls zu vermuten. Zudem wäre die Abhaltung des Kongresses ohne die bereitgestellte Infrastruktur der ÖH Wien wohl kaum möglich gewesen.

Besonders bedenklich stimmt in diesem Zusammenhang der Umstand, dass die ÖH als Körperschaft des öffentlichen Rechts mittels Zwangsbeiträgen aller Studenten finanziert wird. Die Radikalisierung, Vernetzung und Kaderbildung der „Zersetzer“ wird also (ungefragt) von allen Studenten finanziell mitgetragen.

Nach gängiger Definition sind unter „Beiträgen“ Geld- oder Sachleistungen zu verstehen, die von Personen geleistet werden, die ein besonderes Interesse an der Errichtung oder Erhaltung öffentlicher Einrichtungen haben. Einem Großteil oder sogar allen österreichischen Studenten zu unterstellen, dass sie ein besonderes Interesse an der Abhaltung des „In Zeiten wie diesen“-Kongress hätten, ist geradezu grotesk.

Vergleicht man diesen Kongress der „Zersetzer“ und „Konformisten“ abschließend mit dem zentralen Treffen der „Dissidenten“ – also dem Kongress „Verteidiger Europas“ am 29. Oktober 2016 in Linz – so wird schon anhand der Förderungs- und Gebührensituation klar, wo die Trennlinie zwischen beiden Lagern verläuft. Während man in Wien auf Kosten der studentischen Allgemeinheit gratis am Kongress (samt Verpflegung) teilnehmen konnte, wurde die Veranstaltung in Linz ausschließlich durch Eintrittsgelder und Spenden finanziert.

Zudem mussten sämtliche Räumlichkeiten der „Verteidiger Europas“ und auch die verwendete Ausrüstung von den Veranstaltern zu marktüblichen Preisen angemietet bzw. gekauft werden. Letztendlich durften die „Dissidenten“ in Linz dann auch noch die Überwachung der eigenen Veranstaltung durch den Verfassungsschutz bezahlen. (im Sinne des § 5a ff Sicherheitspolizeigesetz)

Genau hier verläuft der Graben, der für jeden erkennbar die „Konformisten“ von den „Dissidenten“ scheidet: Während erstere mit (Zwangs-)beiträgen des Systems gefördert werden, versucht man zweitere durch (Zwangs-)gebühren zu sabotiert.

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