Front National erstmals vor Les Républicains

Marine Le Pen im Umfragehoch



Marine Le Pen
Bildquelle: flickr; Rémi Noyon: Marine Le Pen à la tribune (CC-BY 2.0)

Mit einem Paukenschlag beginnt das Wahljahr 2017 in Frankreich. Die Kandidatin des Front National, Marine Le Pen, liegt erstmals in den Umfragen vorne. Der konservative Kandidat Francios Fillon hatte nach dem Umfragehoch massive Stimmenverluste in den Umfragen hinnehmen müssen. Sein Wahlprogramm wird vom Großteil der Franzosen abgelehnt.

In den letzten 2 Monaten verlor Fillon ganze 12 Prozent seiner Stimmenanteile in der Bevölkerung. Mehr als die Hälfte der Franzosen haben eine schlechte Meinung von ihm. Laut Wochenzeitung Paris Match führt Le Pen mit 26,5 Prozent die Umfragen an. Ihr Konkurrent Fillon folgt mit 25 % knapp darauf. In gut dreieinhalb Monaten werden die beiden Kandidaten für die Stichwahl am 7. Mai 2017 gewählt.

Vor allem bei der Arbeiterklasse hatte Francios Fillon viele Stimmen verloren. Die Hälfte aller Arbeiter unterstützt Marine Le Pen. Nach Umfragen für die Direktwahl liegt noch Francios Fillon vorn, aber Umfragen sind wie das Beispiel „Brexit“ oder die Wahl von Donald Trump gezeigt haben, mit Vorsicht zu genießen.

Le Pen im Trump Tower

Am Donnerstag besuchte die Präsidentschaftskandidatin den Trump Tower in New York. Ein persönliches treffen mit Donald Trump konnte nicht bestätigt werden. Dem CNN gegenüber sagt ein Sprecher von Trump, dass ein anderes Mitglied des Trump Teams einen Termin mit der Politikerin vereinbart hat. Auch der Sprecher von Le Pen bestätigte, dass es kein Treffen mit dem künftigen US-Präsidenten gab. Die Reise nach New York soll rein aus privaten Gründen erfolgt sein.

Front National ist neue Volkspartei

In Frankreich bekennen sich immer mehr Menschen dazu, den FN zu wählen. Das erschien vor einigen Jahren noch als undenkbar. Eine schwache Wirtschaft, hohe Jugendarbeitslosigkeit, Masseneinwanderung und islamistischer Terror sind die Gründe für eine Wahl des FN. Marine Le Pen könnte damit die erste Frau an der Spitze Frankreichs werden.

Dabei kopiert Francios Fillon viele Themen und Forderungen von Le Pen in abgeschwächter Form. Neben einer Obergrenze für Zuwanderung fordert er auch die Streichung von Sozialleistungen für Migranten und eine schnelle Bearbeitung von Asylanträgen:

„Die Einwanderung muss streng kontrolliert und auf ein Minimum reduziert sein“,

Fillons radikale Wirtschaftspolitik

Fillon setzt auf ein neo-liberales Programm. So will er eine halbe Million Beamtenstellen streichen und die 48 Stunden Arbeitswoche einführen. Drüber hinaus möchte er die Gewerkschaften in ihren Rechten beschneiden, die Sozialabgaben für Firmen senken und EU-weit Steuern für Unternehmen, Waren und Kapitalverkehr angleichen.

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