Info-DIREKT enthüllt Verstrickungen

Grazer Grüne im Extremismus-Sumpf?

By Uploaded by Anarkman (Uploaded by Anarkman) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons

Er gibt Tipps zum Verprügeln von Andersdenkenden, leitete die Krawall-Demo in Spielfeld und ihm gefällt auf Facebook so ziemlich alles, was vom Verfassungsschutz als eindeutig extremistisch eingestuft wird. Nun kandidiert Tristan Ammerer für die Grünen in Graz.

Extremismus-Experten ist Tristan Ammerer kein Unbekannter. Als vor ca. einem Jahr die Demonstration der „Offensive gegen Rechts“ in Spielfeld abgehalten wurde, trat Ammerer als Leiter der Veranstaltung auf.

Krawall-Demo in Spielfeld

Der Rest ist bekannt: Die Demonstration musste schon kurz danach von den Behörden aufgelöst werden. Hunderte Teilnehmer entfernten sich organisiert von der Demoroute, um Teilnehmer einer anderen Demonstration zu „jagen“. Die Grünen-Stadträtin Lisa Rücker sagte damals gegenüber dem Kurier:

„Diese Leute, die ich nicht kannte, haben dazu aufgerufen, die Weinberge zu stürmen und die Identitären zu jagen.“ Davon angewidert, habe sie bereits nach rund 500 Metern aufgehört mitzugehen.

Foto der Demonstration, die Ammerer leitete.
Foto der Demonstration, die Ammerer leitete. Die Extremisten gingen mit Holzprügeln und Steinen auf alle los, die ihnen im Weg standen – darunter auch Anrainer.

 

80 Autos wurden im Umfeld von Ammerers Demonstration beschädigt.
80 Autos wurden im Umfeld von Ammerers Demonstration beschädigt.

Das reichte den „Antifaschisten“ aber nicht. Sie beschädigten 80 Fahrzeuge durch Aufstechen von Reifen, Einschlagen der Fensterscheiben, Zerkratzen des Lackes, Herunterschlagen von Rückspiegeln und vieles mehr. Darunter auch das Auto von FPÖ-Stadtrat Mario Eustacchio.

Die Grüne Lisa Rücker zeigte sich angesichts dessen „enttäuscht und zutiefst beschämt“. In einer Pressemitteilung vom 15.11.15 distanzierte sie sich ausdrücklich:

„Ich und einige andere Menschen waren gekommen um ein friedliches Zeichen für Menschlichkeit und gegen Gewalt, Hass und Ausgrenzung zu setzen. Gerade nach den Anschlägen in Paris war es uns wichtig, Solidarität mit den flüchtenden Menschen zu zeigen. Jede Art von Gewalt lehnen wir entschieden ab. Wir distanzieren uns auf das Schärfste von all jenen Demonstrantinnen und Demonstranten, die sich nicht an die Spielregeln eines demokratischen Staates halten und heute eindeutig zu weit gegangen sind.“

Leiter der Krawall-Demo kandidiert für Grüne

Ammerer behauptete damals, er hätte von den Ausschreitungen nichts mitbekommen und gab bekannt: „Die Sammelklage wird ins Leere verlaufen.“ Tatsächlich ist bis heute nicht bekannt, ob Ammerer für die begangenen Straftaten und den enormen Sachschaden im Umfeld der Demonstration zur Verantwortung gezogen wurde. Mehrere Anwälte brachten jedenfalls Anzeigen ein.

Screenshot: Homepage der Grazer Grünen, http://www.graz.gruene.at/gries
Screenshot: Homepage der Grazer Grünen, http://www.graz.gruene.at/gries

Nachdem es kurze Zeit still um Ammerer wurde, taucht er nun ausgerechnet unter den Kandidaten der Grünen zur kommenden Gemeinderatswahl wieder auf. Er kandidiert sogar als Listenplatz 1 für den Bezirk Gries und lässt sich mit der Spitzenkandidatin Tina Wirnsberger ablichten. Und das, obwohl nicht nur die Krawall-Demo in Spielfeld viele Fragen aufwirft.

Ammerer mit Spitzenkandidatin Tina Wirnsberger. Screenshot: facebook; https://www.facebook.com/wirnsbergertina/photos/a.1105659806194917.1073741828.1102055466555351/1225286857565544/?type=3&permPage=1
Ammerer mit Spitzenkandidatin Tina Wirnsberger. Screenshot: facebook; https://www.facebook.com/wirnsbergertina/photos/a.1105659806194917.1073741828.1102055466555351/1225286857565544

Sprecher der Offensive gegen Rechts

Etwa, wie glaubwürdig Ammerers Aussage ist, er hätte von den Ausschreitungen nichts mitbekommen. Denn Ammerer trat bereits öfter als Sprecher der „Offensive gegen Rechts“ auf. Etwa zwei Monate später beim Protest gegen den Grazer Akademikerball (Zur Aufzeichnung). Die „Offensive gegen Rechts“ ist eine Abspaltung der Organisation „NOWKR“, deren Demonstrationen mehrfach Ausgangspunkt von Gewalt gegen Polizisten war. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung erwähnte NOWKR in seinen Berichten 2009 und 2010 sogar namentlich. Auch die Abspaltung „Offensive gegen Rechts“ steht dem in nichts nach, wie ein Beitrag von orf.at zeigt:

Die Polizei als häufiger Opfer im Umfeld von "Offensive gegen Rechts"-Demos.
Die Polizei als häufiges Opfer im Umfeld von „Offensive gegen Rechts“-Demos.

„Die Polizei berichtete von Angriffen auf ihre Einsatzkräfte seitens der linken Gegendemonstranten. Zwei Polizeiautos seien mit Farbbeutel und Flaschen beschädigt worden. […] 37 Demonstranten mussten vorläufig festgenommen werden. […] Die „Offensive gegen rechts“ hatte auch eine der beiden Demonstrationen gegen den Akademikerball in der Wiener Hofburg im Jänner organisiert. An beiden Demonstrationen hatten laut Polizei 6.000 Menschen teilgenommen, 2.000 Polizisten waren im Einsatz. 15 Personen wurden festgenommen, 17 Aktivisten und fünf Beamte wurden bei den Protesten verletzt.“

Gewaltaufrufe und extremistische Szene

In Anbetracht dessen dürfte Ammerers Aussage, er hätte nichts mitbekommen, ziemlich unglaubwürdig sein. Zumal seine Freunde wie Bernd Markovics die Extremisten in Spielfeld sogar mit der Kamera begleiteten:

Links: Screenshot von Bernd Markovics mit Tristan Ammerer. Profilbild Rechts: Markovics in Spielfeld eingekesselt.
Links: Screenshot von Bernd Markovics mit Tristan Ammerer. Profilbild Rechts: Markovics in Spielfeld eingekesselt.

Doch nicht nur diese Verstrickungen zeichnen ein Bild des Grünen-Kandidaten. Am 11. Juni 2016 gab er sich sogar selbst und öffentlich interessiert an Gewaltaufrufen in Wien. Er fragte nach Ort und Zeit und gab dazu noch Tipps wie ein Profi:

Ammerer fragt nach Zeit & Ort zum "Faschos prügeln".
Ammerer fragt nach Zeit & Ort zum „Faschos prügeln“.

Facebook-Profil zeigt Einstellung

Auch auf Facebook ist Ammerer mit seinen Sympathiebekundungen nicht gerade zurückhaltend. Ihm gefällt beispielsweise die „Interventionistische Linke“ von Graz und Wien. Diese wird vom deutschen Bundesamt für Verfassungsschutz als „überwiegend linksextremistisch“ eingestuft.

intervention-wieninterventiongraz

Auch die „Sozialistische LinksPartei (SLP)“ gefällt ihm. Diese wird vom österreichischen Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) dem „linksextremen Spektrum“ zugeordnet und deshalb beobachtet.
slp

Schockierend ist sein „Gefällt mir“ auf den Seiten von „NOWKR“. Gewalt gegen Andersdenkende und die Polizei im Umfeld von NOWKR-Demonstrationen waren keine Ausnahmen, sondern fixer Bestandteil:

  • 2012: mindestens 3 verletzte Ballgäste, 5 verletzte Polizisten, 20 Festnahmen, auch Sprengstoff wurde beschlagnahmt.
  • 2013: mind. 4 Verletzte, 12 Festnahmen
  • 2014: mind. 22 Verletzte, 15 Festnahmen, auch elf Polizeiautos und eine Polizeistation zerstört
  • 2015: Demonstration untersagt.

nowkrnowkr2 Kopie

Überraschen kann es daher auch nicht mehr, dass Ammerer ein „Gefällt mir“ bei der militanten, extremistischen Gruppe „autonome antifa (w)“ setzt:

autonomeantifaw

Beispiel für den Inhalt, der gepostet wird.

Diese Liste ließe sich noch um unzählige Beispiele erweitern.

Die Aufstellung von Tristan Ammerer zum Kandidat für die Grünen zur Gemeinderatswahl ist ein gefährliches Signal an die extremistische Szene in Österreich. Interessant auch, weil die Grazer Grünen sich besonders um ein bürgerliches Image bemühen.

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