Nachdem in Ungarn 200.000 Prepaid-Karten gekauft wurden

Neue Regelung soll anonyme Kommunikation erschweren

Simkarten
Sogenannte Prepaid-Karten sollen verboten werden.

Ein Vorfall macht die Deutsche Telekom und die deutsche Bundesregierung hellhörig: in Ungarn kauften Unbekannte insgesamt 200.000 Prepaid-Karten, manche von ihnen gelangten in die Hände von Terroristen. Nun wird eine EU-weite Regelung gefordert.

Der Kauf von 200.000 Prepaid Karten durch Unbekannte in Ungarn sorgt für Aufregung. In Ungarn ist eine Nachverfolgung von solchen Wertkarten nämlich nicht möglich, da beim Kauf keine Personalangaben notwendig sind. Ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo im letzten Sommer im Zuge eines Anti-Terror-Paketes entsprechende Maßnahmen beschlossen wurden. Nun fordert der Deutsche Telekommunikationsanbieter eine EU-weite Regelung und wird dabei von der Bundesregierung unterstützt.

Anonyme Kommunikation: Attraktiv für Terroristen

Sorgen macht man sich besonders über die Attraktivität solcher Prepaid-Karten für Schwerstkriminelle und Terroristen. So seien einige der oben erwähnten 200.000 Prepaid-Karten in die Hände von Attentätern gelangt. Denn neben der Kostenkontrolle und der beliebigen Verwendungslaufzeit bieten sie die Möglichkeit einer Kommunikation, die die Behörden nicht nachvollziehen können. Die Brisanz des Themas zeigt sich auch anhand der Zahlen: derzeit befinden sich in Deutschland knapp 60 Millionen Prepaid-SIM-Karten im Umlauf, was etwa 46,5% aller SIM-Karten entspricht.

Die Grenzen lückenloser Überwachung

Doch eine Frage stellt sich: wo liegen die Grenzen solcher staatlichen Eingriffe in die Kommunikation? Rechtfertigt die Terrorgefahr eine Entwicklung, die sich immer mehr in Richtung eines Überwachungsstaates bewegt? Abgesehen davon würden neue Regularien keineswegs einem Missbrauch durch Terroristen vorbeugen. So könne die unbefugte Weitergabe an Dritte kaum verhindert und nur durch einen mit hohem Aufwand verbundenen Kontrollmechanismus unterbunden werden. Dies hätte dann wohl lediglich einen Wechsel zu anderen Möglichkeiten der anonymen Kommunikation zur Folge.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone