Trumps Chefstratege attackiert Mainstream-Medien

Stephen Bannon: Medien sollen den Mund halten und zuhören

By Don Irvine (Steve Bannon) [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons

US-Präsident Donald Trump und sein Chefstratege Stephen Bannon attackieren weiterhin die Mainstream-Medien. Trump bezeichnete im „Fox News“-Interview viele der US-Medien als „fake news“ und Bannon forderte im Gespräch mit der „New York Times“ die Medien dazu auf, den Mund zu halten. Der Ärger darüber ist bei den Mainstream-Medien erwartungsgemäß groß.

Donald Trump lässt die Mainstream-Medien nicht zur Ruhe kommen und macht mit seinem „Krieg gegen die Medien“ offensichtlich ernst. Der US-Präsident bezeichnete im Interview mit dem Sender „Fox News“ den Großteil der US-Medien als „sehr, sehr unaufrichtig“. „Ehrlich, das sind ‚fake news‘. Das ist nicht echt. Sie erfinden Dinge“, kritisierte er gegenüber dem Journalisten Sean Hannity am Donnerstag (Ortszeit).

Trumps Verhältnis zu den Medien ist seit dem Präsidentschaftswahlkampf angespannt. Die gesamten Medien des Establishments führten eine Kampagne gegen den umstrittenen Milliardär. Das ist auch der Grund, warum der neue US-Präsident lieber auf Twitter zurückgreift, um seine Botschaften „ungefiltert“ an die Bevölkerung bringen zu können.

Bannon: Medien „sollten sich schämen“

Der Chefstratege im Weißen Haus, Stephen Bannon, attackierte die Mainstream-Medien unterdessen ebenfalls mit besonderer Schärfe. „Sie verstehen dieses Land nicht. Sie haben immer noch nicht begriffen, warum Trump Präsident ist. Sie sollten sich schämen und demütig sein und den Mund halten und mal eine Weile lang zuhören“, so Bannon im Interview mit der „New York Times“. Weil die „Elitemedien“ bezüglich des Wahlausgangs „zu 100 Prozent falsch gelegen“ seien, hätten sie auch keine Macht mehr, so Bannon. „Ihr wurdet gedemütigt“, stellte der ehemalige Chef von „Breitbart News“ fest.

Zusätzlich warf Bannon den Medien vor, es fehle ihnen an Integrität, Intelligenz und harter Arbeit („The media has zero integrity, zero intelligence, and no hard work.“). Außerdem seien die Mainstream-Medien die echte Opposition: „Nicht die demokratische Partei. Ihr seid die Opposition. Die Medien sind die Oppositionspartei“, erklärte Trumps Chefstratege.

Mainstream-Medien drohen mit Boykott

Die Medien des Establishments wiesen Bannons Aussagen natürlich zurück. „Wir sind nicht Opposition“, stellte der Chefredakteur des Nachrichtenportals ProPublica, Stephen Engelberg, in einem E-Mail an die „New York Times“ klar. „Wir sind Teil einer grundlegenden Funktion einer jeden Demokratie“. Man sei da, um die Wahrheit zu berichten, und beabsichtige, das weiter zu tun, so Engelberg.

Der Präsident des Korrespondenten-Vereinigung im Weißen Haus, Jett Mason, kündigte an, sich gegen eine mögliche Beschränkung der Berichterstattung zu wehren. „Notfalls müssten wir uns gemeinsame Aktionen wie einen Boykott oder Streik überlegen, dazu wären wir bereit“, sagte Mason der „Passauer Neuen Presse“.

Ob sich der neue US-Präsident, der bekanntlich vor allem auf Twitter und alternative Medien setzt, davon beeindrucken lässt, kann wohl in Frage gestellt werden.

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