Vielversprechender Markt in Europa

Lukratives Flüchtlingshilfe-Projekt von George Soros und Mastercard

Wochenblick Sondermagazin
George Soros
Bild: flickr; Heinrich-Böll-Stiftung - George Soros (CC BY-SA 2.0)

George Soros, der milliardenschwere US-Investor, will jetzt mit seinem Netzwerk von NGOs in Zusammenarbeit mit Mastercard ein neues, gewinnorientiertes Flüchtlingshilfeprojekt auf die Beine stellen.

Denn Flüchtlinge und Migranten leben zumeist am Rand der Gesellschaft. Es mangelt ihnen an allem, ist er überzeugt. Das über private Investoren finanzierte Projekt heißt „Humanity Ventures“, wie er und Mastercard-Chef Ajay Banga kürzlich beim Weltwirtschaftsforum in Davos ankündigten.

Sozialmärkte mit Mastercard-Chip

Private Investoren sollen dafür 500 Mio US-$ beisteuern, er selbst legt möglicherweise noch einmal 50 Mio US-$ dazu. Herzstück der sozialen Aktion ist das 2015 gegründete Mastercard Aid Network: Ein Netzwerk von Sozialmärkten, die bargeldlos Sachleistungen wie Lebensmittel, Medizin, Unterkunft  bereitstellen.

Mit aufladbarer Chipkarte und PIN sind diese Leistungen bei lokalen Partnerunternehmen einzulösen. Über einen Touchscreen-Terminal vor Ort wählt man aus. Was zur Auswahl steht, bestimmten die zuständigen NGOs. Der Markt für sein Projekt ist in Europa jedenfalls vielversprechend. Der Migrationsstrom reißt nicht ab. Das soll auch so bleiben – nicht umsonst fordern die von Soros finanzierten NGOs vehement offene Grenzen.

Für alle Beteiligten ist Humanity Ventures jedenfalls eine win-win Situation: für Soros, die von ihm finanzierten NGOs, seine Investoren, neue entstehende Geschäfte und Unternehmen, die mit Mastercard-Terminals ausgerüstet werden, Zulieferanten, Flüchtlinge und Migranten, die gratis einkaufen und – irgendwann wohl auch dort arbeiten können. Ein ganzer Wirtschaftszweig könnte dabei entstehen. Damit es dabei aber nicht wegen überhöhter Investoren-Erwartungen zur Ausbeutung kommt, will Soros eine Art Ehrenkodex einführen.

Soros-Aktivitäten in Osteuropa stark unter Beschuss

In Osteuropa wird man dieses Projekt jedenfalls mit wachsamen Augen beobachten. Erst letzte Woche wurde Soros’ Open Society Foundation und die vielen zugehörigen NGOs von Ungarns Viktor Orban als „Hintergrundmacht“ bezeichnet. Sie machen Orban das Leben schwer – vor allem was seine restriktive Flüchtlingspolitik betrifft. Angesichts des neuen Projektes durchaus verständlich.

Orban kritisiert sie als „Scheinzivilorganisationen“ und hat ihnen den Krieg angesagt: sie müssen künftig ihre Vermögensstruktur offenlegen. Auch in Mazedonien gibt es ähnliche Bestrebungen. Soros übte mit seinen Milliarden von Spekulationsgeldern immer schon großen Einfluss auf die Politik u.a. in Osteuropa aus. Er unterstützte etwa die polnische Arbeiterbewegung „Solidarnosc“, die tschechoslowakische „Charta 77“. Über seine Open Society Foundation trug er 1980 letztlich zum Zusammenbruch des Kommunismus in Europa bei.

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