Als künftige Währung könnte sogar der Euro infrage kommen

Iran kündigt mit März Ausstieg aus dem US-Dollar an

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via Pixabay, https://pixabay.com/p-726881 (CC0 Public Domain)

Die iranische Regierung will ab März den US-Dollar nicht mehr für seine Finanz- und Devisenberichte verwenden. Als Alternative zieht sie die Währung ihrer größten Handelspartner, der EU, China und der Vereinigten Arabischen Emirate vor.

Der Iran will ab März nicht mehr den US-Dollar für seine Finanz- und Devisenberichte verwenden. Dies kündigte der Gouvernor der iranischen Zentralbank, Valiollah Seif in einem Fernsehinterview an. Da der Handel mit den USA nur einen kleinen Teil der Handelsbilanz ausmachen würde, wäre es „unlogisch“, den Dollar weiterhin dafür zu nutzen. Als Alternative könnte zukünftig auch der Euro infrage kommen, andere Möglichkeiten wären die Währungen Chinas und der Vereinigten Arabischen Emirate.

Wechsel mit Risiken behaftet

Dieser Wechsel wäre jedenfalls mit einigen Risiken behaftet, wie die iranische Nachrichtenagentur PressTV berichtet.  Da das wichtigste Exportgut des Irans, Öl, in Dollar gehandelt wird, könnte der Umstieg äußerst kompliziert sein. Dieses Jahr nahm der Iran etwa 41 Milliarden Dollar mit dem Verkauf von Öl ein, der Wechsel würde Wechselkursrisiken und Schwankungen zur Folge haben. Das führende Wirtschaftsblatt des Irans, „Donya-ye Eqtesad“ machte allerdings darauf aufmerksam, dass die tatsächlichen Transaktionen aufgrund der Sanktionen die vergangenen Jahren in Dollar ohnehin nicht möglich gewesen seien, der Iran die Währung deshalb nur noch in den offiziellen Berichten verwenden würde.

Sanktionen hatten Auswirkungen

Die jahrelangen Sanktionen hatten jedenfalls starke Auswirkungen auf das im Ausland geparkte Vermögen der islamischen Republik. Seit dem Inkraftreten des Atomkraft-Abkommens im Jänner seien jedoch bereits mehr als 9,9 Milliarden Dollar des eingefrierten Öl-Vermögens wieder freigemacht worden. Valiollah Seif gibt an, dass die Währungsreserven in einem „besseren Zustand als in anderen Perioden“ seien und man sich über sie keine Sorgen brauchen mache.

Reaktion auf den Einreisestopp?

Die Ankündigung des Irans, aus dem Dollar aussteigen zu wollen, fällt jedenfalls in eine heikle Phase der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der islamischen Republik. Bekanntlich kündigte der US-Präsident Donald Trump eine harte Ganghart gegenüber dem Iran an und inkludierte das Land in seinem vor kurzem erlassenen Einreisestopp. Der Iran stellte daraufhin eine „angemessene Reaktion“ in Aussicht.

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