US-Präsident Donald Trump verteidigt Putin und kritisiert amerikanische (Kriegs-)Politik

Mord, Ausbeutung, Krieg – Wie „unschuldig“ sind die USA?

Wochenblick Sondermagazin
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Mit der Frage „Denken Sie, dass unser Land so unschuldig ist?“ löst der US-amerikanische Präsident Donald Trump erneut breite Debatten innerhalb der englischsprachigen Mainstreams aus. Insbesondere die führenden Fernsehsender und Zeitungen in den USA bemühen sich nach Kräften, die Fragestellung des neuen Staatsoberhauptes und seine Verteidigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu skandalisieren. Im gegenständlichen Fall hat „Fox News“ den ersten Teil eines Interviews, des Journalisten Bill O’Reilly mit Präsident Trump, kurz vor dem Super-Bowl-Finale veröffentlicht.

Kommentar von Hugo Stain

Der Youtube-Kanal „Russia Insider“ hat in einem kurzen Clip die wesentlichen Informationen zu den Aussagen Präsident Trumps und den Reaktionen der „FakeNews“-Industrie prägnant zusammengefasst:

Nachstehend außerdem der Wortlaut der relevanten Interviewpassage sinngemäß ins Deutsche übersetzt:

O’Reilly: Respektieren Sie Putin?
Trump: Ich respektiere ihn, aber …
O’Reilly: Tun Sie das? Warum?
Trump: Nun, ich respektiere viele Leute, das bedeutet aber nicht, dass ich mit ihnen auch auskommen werde. Er ist der Anführer seines Landes. Ich sage, es ist besser, mit Russland gut auszukommen, als es nicht zu tun. Und wenn Russland uns im Kampf gegen den IS hilft, was ein wichtiger Kampf ist, und gegen den islamischen Terrorismus in der ganzen Welt …
O‘ Reilly: Richtig.
Trump: … ein wichtiger Kampf, dann ist das gut. Werde ich gut mit ihm auskommen? Ich habe keine Ahnung.
O’Reilly: Aber er ist dennoch ein Mörder. Putin ist ein Mörder.
Trump: Es gibt viele Mörder. Wir haben jede Menge Mörder. Junge, glauben Sie, unser Land ist unschuldig? Glauben Sie, unser Land ist so unschuldig?
O’Reilly: Ich kenne keine [US-amerikanischen] politischen Anführer, die Mörder sind.
Trump: Nun, schauen Sie sich an, was wir alles getan haben. Wir haben viele Fehler gemacht. Ich war gegen den Krieg im Irak von Anfang an.
O’Reilly: Fehler sind etwas anderes als …
Trump: Viele Fehler – ok – aber viele Leute wurden getötet. Es treiben sich also viele Mörder herum, glauben Sie mir das.

Aggressiver US-Imperialismus und Angriffskriege unbeliebt

Nicht nur außerhalb Amerikas wird die aggressive US-Außenpolitik der vergangenen Jahrzehnte zusehends unbeliebter. Auch innerhalb des imperialistischen Megastaats wird diese Politik der globalistischen Ausbeutung und des Drohnen- bzw. Bombenkriegs heftig kritisiert. Die US-Weltpolizei verliert quer durch die Welt zunehmend an Unterstützern: Politiker wie Donald Trump, die aktiv gegen diese modernen Ressourcenkriege auftreten, wird es von den Wählern nachgesehen, wenn sie sich selbst nicht mehr an die Spielregeln des „alten“ Systems halten. Ihre Anhänger folgen ihnen nicht trotz der Kritik aus dem liberalen Mainstreams, sondern gerade wegen dieser Kritik.

Es sieht – zumindest derzeit – nicht so aus, als hätte die „Elite“ in den Systemmedien diese grundlegende Veränderung begriffen. Den russischen Präsidenten als Mörder zu beschimpfen, wird ihnen dabei jedenfalls nichts nützen.

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