Schattenbank agiert auch in Österreich und Deutschland

BlackRock: Verschwörungstheorie im Mainstream angekommen?

Larry Fink
Bild: Larry Fink in Davos; Quelle: flickr; Financial Times - Larry Fink, CEO, BlackRock and Duncan Niederauer, CEO, NYSE at the FT CNBC Nightcap, Davos (CC BY 2.0)

Das österreichische Wirtschaftsmagazin „Trend“ packt in seiner aktuellen Ausgabe (6/2017) ein heißes Eisen an und gibt Einblick, wie der Konzernriese „BlackRock“ die Welt aus dem Hintergrund regiert.

Ein riesiger und unendlich mächtiger Konzern, der die Welt im Hintergrund regiert, der überall beteiligt ist, der die Fäden zieht und ein Machtwort spricht? Alles nur Verschwörungstheorie? Das Wirtschaftsmagazin „Trend“ verrät nun geballte Informationen über den Konzern „BlackRock“, der von vielen Beobachtern als „der mächtigste Konzern der Welt“ gesehen wird. Die „Basler Zeitung“ bezeichnet „BlackRock“ als die „größte Schattenbank der Welt“.

„Macht aus dem Hintergrund“

Der „Trend“ schreibt in der Einleitung:

„BlackRock ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Als solcher hält er Beteiligungen an 18.000 Firmen weltweit. Auch in Österreich wächst das Portfolio der US-Amerikaner. Seine Macht übt BlackRock meist im Hintergrund aus.“

Derzeit verwalte der Konzern 5,15 Billionen Dollar, im letzten Geschäftsjahr 2016 hätte es 202 Milliarden Dollar Vermögenszufluss gegeben. Der Konzern von Banker Larry Fink wurde 1988 gegründet, der große Aufstieg wäre aber erst nach der großen Finanzkrise im Jahr 2008 gekommen:

„Während Investmentbanken wie Goldman Sachs oder Deutsche Bank mit Regulierungen zugeschüttet wurden, konnten sich Vermögensverwalter wie BlackRock als ‚die Guten’ in der Branche positionieren und den neuen, strengen Vorschriften weitgehend entweichen.“

Auch in Österreich „größter Investor“ bei Aktienunternehmen

Redakteurin Angelika Kramer vom Wirtschaftsmagazin „Trend“ war offenbar selbst von der Macht der „Schattenbank“ überrumpelt:

„Ein Blick in die ATX-Werte bringt Überraschendes zutage: Nahezu überall sind die schwarzen Riesen als Aktionäre mit von der Partie, bei etlichen Unternehmen sogar in substanziellem Ausmaß. Alle Anteile zusammengerechnet dürfte BlackRock wohl der größte Investor bei den im ATX gelisteten Unternehmen sein. Bei Raiffeisen Bank International (RBI) ist BlackRock zweitgrößter Anteilseigner, bei der Erste Group drittgrößter, und bei der Buwog sind die Amerikaner seit Kurzem überhaupt der größte Aktionär.“

Die für Österreich zuständige Einheit sitzt natürlich nicht in Wien oder München, sondern in London.

BlackRock bestimmt den Kurs

Auch in Deutschland hat kein anderer Investor so bedeutende Anteile an jedem der größten 30 Börsenunternehmen wie BlackRock. Bei rund einem Drittel ist BlackRock sogar der größte Einzelaktionär. Dementsprechend groß ist auch der Einfluss: Wie erst kürzlich bekannt wurde, verhinderte BlackRock, dass der Chef der mächtigen Deutschen Bank Josef Ackermann 2012 direkt in den Aufsichtsrat wechselte. „Es fällt hier im Haus keine wesentliche Entscheidung gegen den Willen von BlackRock“, zitiert der Wirtschaftsjournalist Hans-Jürgen Jacobs in seinem Buch „Wem gehört die Welt“ einen Manager der Deutschen Bank.

Das Netz der Macht sei global, verrät der „Trend“: „UniCredit, Apple, Deutsche Bank, Nestlé, JP Morgan, McDonalds – kaum ein börsennotierter Großkonzern, bei dem die Amerikaner nicht mitmischen und im Hintergrund die Fäden ziehen.“ Auch bei der Fusion der Gentechnikgiganten Monsanto und Bayer war BlackRock die treibende Kraft. Der Wiener Journalist Klaus Faißner veranschaulicht die bizarre Situation:

„Bei Monsanto ist der Finanzkonzern der zweitwichtigste und bei Bayer der wichtigste Aktionär. BlackRock verhandelt mit BlackRock, könnte man überspitzt sagen.“

Roland Leithäuser ist verantwortlich für Corporate Communications bei BlackRock Europa, dem „Trend“ sagt er, dass BlackRock das Licht der Öffentlichkeit meide:

„Wir führen den Dialog mit den Unternehmen nicht in der Öffentlichkeit, weil wir überzeugt sind, dass zu einem vertrauensvollen Verhältnis das direkte Gespräch gehört (…) Im Interesse unserer Anleger behalten wir uns dann auch vor, gegen die Gremien eines Unternehmens zu stimmen.“

Black-Rock Boss Larry Fink agiert auch politisch und unterstützt laut „Trend“ Merkels Flüchtlingspolitik.

BlackRock: Barclay, Merrill Lynch, PNC und Rothschild

Wem gehört aber dieser an allen Großkonzernen beteiligte Konzern, der „seine Macht meist aus dem Hintergrund ausübt“? Etwa 75 Prozent der Anteile an BlackRock verteilen sich auf drei Großbanken – Merrill Lynch (eine Tochter der amerikanischen Großbank Bank of America), Barclays (eine britische Großbank) und PNC Financial Services (eine amerikanische Großbank). Über Umwege ist BlackRock wiederum an all diesen Banken beteiligt – „BlackRock verhandelt mit BlackRock“. Die „Frankfurter Rundschau“ weiß über „Barclays“:

„Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich haben genau nachgewiesen, welche Konzerne die Weltwirtschaft dominieren und wie weit ihr Einfluss reicht. Sie kommen zu einem genauso präzisen wie erschreckenden Ergebnis. Demnach kontrollieren lediglich 147 Konzerne große Teile der Weltwirtschaft. Sie haben gemessen an ihrer Größe überproportional viel Einfluss. Besonders dominant sind der Untersuchung zufolge Unternehmen aus dem Finanzbereich, also Banken und Rentenfonds. Als einflussreichstes Unternehmen der Welt stellte sich die britische Barclays Bank heraus.“

Der Wirtschaftspublizist Dr. Wolfgang Freisleben bezeichnet die Barclays Inc. als „Rothschild-Schlachtschiff“.

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