Bildquelle: Screenshot Youtube-Video

Fantasyautorin Joanne K. Rowling und Journalist Piers Morgan im Clinch

Harry Potter, offene Grenzen und der „Muslim Ban“

Eine heiße Diskussion via Twitter hat sich in den vergangenen Tagen zwischen Piers Morgan, einem britischen Reporter, Autor und ehemaligen Moderator des TV-Senders CNN, und Joanne K. Rowling, der weltbekannten Autorin der Romanreihe rund um den Zauberschüler Harry Potter, entzündet. Kern dieser – mit Fantasyelementen angereicherten – Auseinandersetzung ist die Politik des US-Präsidenten Donald Trump und der sogenannte „Muslim Ban“.

Kommentar von Hugo Stain

Ausgangspunkt des Schlagabtausches war die Aussage Morgans, dass sich das von Präsident Trump verhängte Einreiseverbot (der sogenannte „Muslim Ban“) lediglich gegen ausgewählte Staaten und nicht gegen die Muslime im Ganzen richte. Diese (inhaltlich richtige) Feststellung Morgans wurde nicht nur medial scharf kritisiert, sondern auch unmittelbar nach der Äußerung von seinem Diskussionpartner in einer Live-Sendung mit „Fuck off“ beantwortet. Eine Wortwahl der Rowling offenbar einiges abgewinnen kann:

Doch auch Morgan ließ den Angriff durch die Fantasyautorin nicht auf sich sitzen und konterte wenige Stunden später:

Die Auseinandersetzung endete letztlich mit einem Statement von Rowling:

Warum Harry Potter der denkbar schlechteste Vergleich ist…

Einmal ganz abgesehen davon, dass man Fantasy-Romane grundsätzlich nicht 1:1 auf reale politische Entwicklungen umlegen sollte und diese sich schlecht eigenen, um komplexe Lebenssachverhalte zu beschreiben, ist die „Harry Potter“-Serie wohl das (mit einigem Abstand) schlechteste Beispiel für eine erfolgreiche Politik der offenen Grenzen. Von der ersten Seite an wird bei Harry Potter eine Welt skizziert, die nur deshalb erfolgreich überleben kann, weil es Grenzen zwischen den „Zauberern“ und der nicht-magischen Bevölkerung gibt.

In konsequenter Weise werden die nicht-magischen „Muggel“ von allen Orten und Veranstaltungen der Zauberwelt ausgesperrt. Begründet wird dies durchgängig mit den kulturellen und zivilisatorischen Unterschieden zwischen beiden Gruppen, die weder überwunden werden können, noch sollen. Nur durch die Bewahrung der jeweiligen Eigenart bleibt in den Romanen eine friedliche Koexistenz gesichert, wobei es selbstverständlich in wenigen Einzelfällen auch eine gelungene Assimilation von „Muggelkindern“ in die Zaubererwelt gibt. Diese Aufnahme von Einzelnen erfolgt allerdings (auch bei Harry Potter selbst) nach einem strengen Auswahlverfahren und nach Maßgabe der entsprechenden magischen Leistungsfähigkeit.

Familiennachzug oder Massenmigration von nicht-magischen Wesen in die Zaubererwelt kennt man in der Romanserie ebenso wenig, wie die Forderung nach offenen Grenzen. Ähnlich sieht dies übrigens auch in vielen anderen beliebten Fantasywelten, wie etwa „Mittelerde“ von J. R. R. Tolkien oder „Westeros“ von George R. R. Martin, aus. Westliche Luxusprobleme wie „No-Border“, „Social Justice Warriors“ oder „Gender-Mainstreaming“ haben hier (glücklicherweise) keinen Platz. Vielleicht sollte sich Rowling vor der nächsten politischen Äußerung also besser mit dem Wesenskern ihrer eigenen Schriftstellerei beschäftigen und erkennen, dass auch in ihren Werken und in den Arbeiten vieler ihrer Kollegen die Abgrenzung zum Fremden und/oder Feindlichen ein wesentliche Grundlage der menschlichen Existenz bildet.

Eine satirische Zusammenfassung der Auseinandersetzung in englischer Sprache hier von der „Rebel Media„-Journalistin Lauren Southern:

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