Parlament gibt Studie zur Zukunft des Euro in Auftrag

Nach Brexit: Steigen die Niederlande aus dem Euro aus?



Geert Wilders, Pegida, by Metropolico.org, via Flickr [(CC BY-SA 2.0)] (https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/16534661184)

Die Niederlande zählt zu den wohlhabendsten Nationen in Europa. Doch das Parlament hat jetzt eine Studie zur Zukunft des Euro in Auftrag gegeben.

Diese Studie soll beleuchten, inwiefern die Gemeinschaftswährung für die Niederlande sinnvoll ist und gegebenfalls auch einen Austritt empfehlen. Einer der Gründe für den Auftrag der Studie könnten die Parlamentswahlen in zwei Wochen sein. Aus Regierungssicht möchte man den EU-kritischen Kurs von Geert Wilders als Alleinstellungsmerkmal abschwächen, die nun ausbrechenden Diskussionen könnten ihm aber auch als Schützenhilfe dienen.

Märkte reagieren nervös

Auch die Märkte haben bereits auf die Studie reagiert. Die Investoren taxieren die Wahrscheinlichkeit für einen Austritt der Niederlande aus dem Euro-Raum auf 4,25 Prozent, was deutlich über dem jahrelangen Durchschnitt von einem Prozent liegt.

„Ich verstehe nicht viel von der konkreten Politik in den Niederlanden. Aber wenn jetzt eines der tolerantesten Völker der Welt die Geduld mit der Konstruktion von Europa und dem Euro verliert, dann ist das ein Alarmsignal“, sagt Charles Gave, Stratege beim Analysehaus GK Research, gegenüber der Welt.

Immigration als entscheidendes Thema

Laut dem Strategen gäbe es eine entscheidende Parallele zum sogenannten Brexit, dem Austritt Großbritanniens aus der EU:

„Die Menschen wollen ihre Souveränität in einem Punkt haben: nämlich darüber zu entscheiden, welche Flüchtlinge im Land bleiben dürfen und wer gehen muss.“

Das ist auch der Grund, warum die Partei des Islamkritikers Geert Wilders derzeit in den Umfragen führt. Zwar wird er voraussichtlich keine Regierungsmehrheit bilden können, doch ein Sieg seiner Partei PVV könnte in der niederländisches Politlandschaft einiges ins Wanken bringen:

„Eine schwache Koalition der etablierten Kräfte mag auf dem Papier einen Kurs pro EU verfolgen. In der Realität müsste ein solches Bündnis aber EU-kritisch agieren, um den Populisten keinen weiteren Aufwind zu verschaffen“, sagt Mark Wall, Chefökonom für Europa bei der Deutschen Bank, gegenüber der Welt.

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