Kontroverse Diskussionsrunde auf ServusTV

Talk im Hangar 7: Alternative vs. etablierte Medien

Screenshot: http://www.servustv.com/at/Sendungen/Talk-im-Hangar-7

ServusTV bewies mit seiner letzten Ausgabe des „Talk im Hangar 7“ erneut den Mut zur kontroversen Debatte. Zum Thema „Fake-News und Lügenpresse: Wem kann man glauben“ waren unter anderem Stefan Magnet, Gastautor bei Info-Direkt, und Röger Köppel, Chef der Schweizer „Weltwoche“ und prominenter Kritiker der etablierten Medien, geladen. Eine Nachbetrachtung.

Den beiden gegenüber saßen als Vertreter der etablierten Medien Armin Thurnher, Chefredakteur der Wiener Stadtzeitung „Falter“, und die „Social-Media-Expertin“ Ingrid Brodnig, die während der Diskussion vor allem durch mit Verbalaggression kompensierte Inhaltslosigkeit auffiel. Ergänzt wurde die Runde durch den deutschen Medienwissenschaftler Norbert Bolz, der als geladener Experte nicht mit Kritik an den Mainstream-Medien sparte.

„Kein Wunder, dass sich Menschen Alternativen zuwenden“

Roger Köppel, der mit seinem markanten Schweizer-Dialekt und pointierten Argumenten die Diskussion weitestgehend dominierte, zeigt sich angesichts der derzeitigen Hetzkampagne der Medien gegen Trump und der Verbreitung von Falschmeldungen nicht überrascht, dass die Menschen sich langsam aber sicher alternativen Medien zuwenden:

„Wenn die Medien solche Propagandalügen der Regierung geradezu Fahnen schwenkend und jubelnd mitschreiben, dann müssen wir uns nicht fragen, warum sich die Leute anderen Medien zuwenden.“

Sommer 2015 als Wendepunkt

Auch Stefan Magnet betonte, dass der Aufschwung der alternativen Medien vor allem der Realitätsverweigerung der etablierten Journalisten geschuldet sei. Als im Sommer 2015 der „Flüchtlingssturm“ auf Europa begann, hätte sich kein Journalist und kein Medium gefunden, das glaubhaft auf die offenkundigen Probleme hingewiesen hätte. Ausschließlich sogenannte „rechte“ Medienportale hätten beispielsweise offen ausgesprochen, dass es sich bei der Grenzöffnung um einen klaren Rechtsbruch gehandelt hat. Als Folge begannen die Menschen mehr und mehr sich eben diesen Portalen zuzuwenden. Die Krise der Mainstream-Medien sei selbst verschuldet.

Atmosphäre der Intoleranz

Der deutsche Medienwissenschaftler Norbert Bolz kritisierte aus der Sicht des Experten vor allem die von den Mainstream-Medien geschaffenen Meinungskorridore, die eine offene und freie Debatte, die für eine Demokratie elementar sei, systematisch verhindern würden:

„Und das ist, glaub ich, das Problem: dass wir eine Intoleranz-Atmosphäre produziert haben, die meines Erachtens viel, viel schlimmer ist als eine Polarisierung in Links und Rechts – nämlich, dass man zu bestimmten Themen nur mehr eine Meinung haben darf.“

Die Etablierten in der Defensive

Die Vertreter der etablierten Medien befanden sich während der Diskussion weitestgehend in der Defensive. Armin Thurnher warnte angesichts von Begriffen wie „Lügenpresse“ davor, „Pauschalurteile“ zu treffen und einem „Schwarz-Weiß-Denken“ zu verfallen. Bezeichnend, da ja gerade die Etablierten sich genau durch dieses Denkmuster auszeichnen: nur das Etablierte sei legitim, alles andere wäre „populistisch“ oder gar „rechtsextrem“. Ingrid Brodnig selbst beschränkte sich darauf, Stefan Magnet mehrmals wegen seiner Vergangenheit zu attackieren. Die von ihr hochgehaltene „Empathie“ gilt offenbar nur für jene Menschen und Gruppierungen, die sich für ihren inhaltsleeren Moralismus instrumentalisieren lassen.

Felix Baumgartner: Journalisten sind „denkfaul“

Auch Felix Baumgartner meldete sich via Facebook zur Sendung zu Wort. Er kritisiert vor allem das Fehlen eines echten „investigativen Journalismus“. Die meisten Journalisten wären mittlerweile „denkfaul“, ihnen ginge es nur noch darum, politisch-korrekte Skandale zu inszenieren.

 

 

 

 

 

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