"Homosexuelle Andeutungen" als Tatmotiv

Nach Raubmord: Hohe Haftstrafen für zwei junge Syrer

Wochenblick Sondermagazin
Symbolbild (pixabay.com)

Zwei Syrer hatten einen Serben in dessen Wohnung erwürgt und ausgeraubt. Die Geschworenen verurteilten die Asylwerber zu 15 beziehungsweise zwölf Jahren Haft.

Mit zwei Schuldsprüchen endete am Mittwoch der Prozess gegen zwei 19-jährige Syrer in Salzburg. Die zwei Männer hatten am 9. Juli 2016 einen 30-jährigen Serben in seiner Wohnung gefesselt, geschlagen und so lange gewürgt, bis er starb. Anschließend legten sie das Opfer in dessen Badewanne und plünderten die Wohnung des Serben.

Höchststrafe für Hauptangeklagten

Die Geschworenen verurteilten den Hauptangeklagten Achmud W. wegen Mordes, Raubes und versuchter schwerer Erpressung zu 15 Jahren Haft – die Höchststrafe für einen jungen Erwachsenen. Der Zweitangeklagte Muhamed S. erhielt wegen schweren Raubes und versuchter schwerer Erpressung zwölf Jahre Haft.

Tatmotiv: Rache für „homosexuelle Andeutungen“

Bei der Einvernahme am Dienstag hatte der Hauptangeklagte gestanden, den Mann getötet zu haben. Achmud W. beteuerte jedoch, dass sie den 30-jährigen Serben zwar ausrauben, aber nicht töten wollten. Muhamed S. betonte vor Gericht, sie seien beide nach einer Flasche Wodka und sechs Bier schwer betrunken gewesen.

Als Motiv für die Tat gab der Hauptangeklagte nach Informationen des „Standards“ an, das Opfer habe ihm am Vortag Pornos vorgespielt und homosexuelle Andeutungen gemacht. Der Syrer fühlte sich davon beleidigt und wollte sich deshalb am Serben rächen und ihn „erziehen“. Es sei ausgemacht gewesen, ihn am Hals zu packen, ihn zu schlagen und seine Hände und Füße zu fesseln, berichtet der „Standard“ weiter. Beide  Angeklagten bestritten jedoch eine Tötungsabsicht.

Nach mehreren Stunden Beratung kamen die Geschworenen schließlich zu ihren Schuldsprüchen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig, da die beiden Verteidiger noch keine Erklärung abgaben.

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