Schüler politisch indoktriniert

Aufregung nach Antifa-Vortrag an Linzer Schule

By Christian Wirth (Bundes-Oberstufen-Realgymnasium (BORG) Linz Honauerstraße [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Unter dem Deckmantel der Wissenschaft sprach Thomas Rammerstorfer (Grüne und Antifa Wels) an einer Schule über Extremismus im Zusammenhang mit der FPÖ. Der Schuldirektor brach den Vortrag ab.

„Die extremistische Herausforderung“ – so lautete der Titel der Veranstaltung, an der vergangenen Mittwoch 70 Schüler des BORG Honauerstraße teilnehmen mussten. Vortragender war Thomas Rammerstorfer, Finanzreferent der Grünen, der 2013 auch zum Stellvertreter der „Welser Initiative gegen Faschismus“ (auch genannt: Antifa Wels) gewählt wurde. In seinem Vortrag nannte er neben Salafisten und Grauen Wölfen auch Burschenschafter und die FPÖ. Nach Intervention von FPÖ-Politiker Roman Haider wurde die bereits laufende Veranstaltung schließlich abgebrochen.

Rammerstorfer – „Grüner Wolf im Schafspelz“?

„Es ist eine Frechheit, eine Parlamentspartei mit Extremismus in Zusammenhang zu bringen. Extremismus bedeutet, Demokratie abzulehnen. Das lasse ich mir nicht unterstellen. Solche Ansichten haben an einer Schule nichts verloren.“, empört sich Haider im Gespräch mit den Oberösterreichischen Nachrichten.

Rammerstorfer sei als „grüner Wolf im Schafspelz“ an der Schule gewesen, so Haider.

Kinder weltanschaulich geimpft

Kritik kommt auch vom freiheitlichen Fraktionsobmann Günther Kleinhanns. Auf der Homepage der FPÖ Linz äußerte er sich folgendermaßen zum Vorfall:

„Eine besondere Zumutung ist es, wenn unsere Jüngsten von angeblichen Extremismusexperten im Schulunterricht weltanschaulich geimpft werden. Es ist unverantwortlich, Personen, die selbst nicht über eine notwendige Distanz zu gewaltbereiten, politischen Bewegungen verfügen, als ‚Experten‘ auf unsere Schüler loszulassen.“

Selbstverständlich werfe er Rammerstorfer nicht vor, selbst an gewalttätigen Aktionen beteiligt gewesen zu sein. „Er lässt aber leider die notwendige Abgrenzung zu jenen Kreisen vermissen, die den österreichischen Verfassungsbogen verlassen haben“, so Kleinhanns. Insbesondere seine Äußerungen gegen die freiheitliche Partei würden aber zeigen, dass er nicht nur eine eindeutige politische Schlagseite habe, sondern diese zu ungerechtfertigten Ausfällen gegenüber demokratischen Einrichtungen und politischen Mitbewerbern nütze. Jedenfalls sei er kein objektiver Experte, erklärt Kleinhanns abschließend.

Auch der Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer unterstützt die Entscheidung des Schuldirektors, den Vortrag abzubrechen:

„Es ist nicht zulässig, eine demokratisch legitimierte Partei mit Extremismus in Verbindung zu bringen. In der politischen Bildung ist auf Ausgewogenheit zu achten.“

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