Integration viel schlechter als angenommen

Röttgen (CDU) gegen Doppelstaatsbürgerschaften



Wolfgang Henry [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen sieht angesichts des Konflikts mit der Türkei das Konzept der doppelten Staatsbürgerschaft als gescheitert an.

In der Diskussion um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungspolitiker in Deutschland hat sich der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen für die Abschaffung der doppelten Staatsbürgerschaft ausgesprochen.

Integration schlechter als angenommen

„Die doppelte Staatsbürgerschaft hat sich nicht bewährt“, sagte Röttgen dem am Samstag erschienenen Nachrichtenmagazin „Der Spiegel„. Es habe sich nämlich eines gezeigt:

„Der Stand der Integration ist offenbar deutlich schwächer, als viele bisher angenommen haben“, so Röttgen in Hinblick auf die in Deutschland lebenden Türken.

Im Spiegel-Interview plädierte der Außenpolitiker daher für ein „Optionsmodell“, bei dem sich in Deutschland geborene Migrantenkinder zunächst nicht für eine Staatsbürgerschaft entscheiden müssten. Mit 21 Jahren müssten sie dann allerdings sagen, welche Staatsangehörigkeit sie haben wollen, so der CDU-Politiker.

Merkel gegen Mehrheit der eigenen Partei

Die Forderung ist nicht ganz neu in Kreisen von CDU/CSU. Erst beim letzten CDU-Parteitag im Dezember des Vorjahres stimmte eine knappe Mehrheit für den Antrag der Jungen Union zur Wiedereinführung der Optionspflicht. Bundeskanzerlin Angela Merkel stellte sich allerdings gegen den Beschluss des Parteitags und machte sich weiter für den Kompromiss mit dem Koalitionspartner SPD zur Doppelstaatsbürgerschaft stark. „Es wird in dieser Legislaturperiode keine Änderung geben“, sagte Merkel damals nach Ende des Parteitags.

Kritk am Vorgehen der deutschen  Kanzlerin kam damals von AfD-Vize Alexander Gauland:

„Die doppelte Staatsbürgerschaft ist falsch und fördert mitnichten die Integration. Im Gegenteil: Wer sich für viele Vaterländer entscheidet, hat am Ende gar keins. Die emotionale Bindung zum eigenen Land wird durch Beliebigkeit und Opportunismus ersetzt.“

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