Eine neue Affäre rund um den Staatsfunk

Wurde der ORF mit Schmiergeld beeinflusst?

Eurofighter
By Bundesheer (Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport) / Markus Zinner (originally posted to Flickr as Eurofighter Typhoon) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Der Eurofighter-Skandal geht in die nächste Runde. Nun wurde bekannt, dass eine Million Euro für die Beeinflussung des ORF bezahlt worden sein sollen.

Der Lobbyist Gernot Rumpold soll eine Million Euro für „Öffentlichkeitsarbeit mit dem ORF“ verrechnet haben.

Beeinflussung des staatlichen Rundfunks

Laut Profil umfasst die Rechnung den Zeitraum des Jahres 2002 und wurde für  „Werbliche Betreuung Eurofighter Kampagne f. d. österr. Bundesheer“ ausgestellt. Empfänger der Rechnung war der Eurofighter-Hersteller EADS.

Die Beeinflussung soll etwa über „Produktionskostenzuschüsse“ stattgefunden haben. Mindesten ein leitender Mitarbeiter des ORF soll involviert gewesen sein.

Von „Zeit im Bild“ über „Am Schauplatz“ bis „Willkommen Österreich“

Was beeinflusst werden sollte, wird konkret auf der Rechnung angeführt:

„Für die werbliche Betreuung Januar bis Dezember 2002 erlauben wir uns wie folgt in Rechnung zu stellen: Öffentlichkeitsarbeit mit dem ORF – Gespräche und Veranstaltungen mit den Redakteuren und Sendungsgestaltern zwecks Produktion und Sendung von Reportagen über EADS, EUROFIGHTER und OFFSET (Anm. Gegengeschäfte), Ausstrahlung in Sendungen wie z.B. Zeit im Bild, Report, Euro, Am Schauplatz, Modern Times, Thema, etc.“

Fraglich ist, wo das Geld abgeblieben ist. Hat es der Lobbyist behalten oder floss ein Teil an ORF-Mitarbeiter oder sogar den ORF selbst? Ö24 berichtet, dass bei Sendungen wie dem früheren Willkommen Österreich Produktionskostenzuschüsse gegeben hat.

Der ORF hat auf die Vorwürfe umgehend reagiert: Generaldirektor Alexander Wrabetz – 2002 noch nicht ORF-Chef – schaltete die Revision ein.

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