Nach wegweisendem EuGH-Urteil

Erste österreichische Firma setzt Kopftuchverbot um

Wochenblick Sondermagazin
Kopftuch
Bildquelle: flickr; Metropolica.com - Kopftuch Muslima - CC BY-SA 2.0

Nachdem der Europäische Gerichtshof festgestellt hatte, dass Firmen ihren Mitarbeitern das Tragen von religiösen Erkennungszeichen verbieten dürfen, setzt eine österreichische Firma dieses Verbot prompt um.

Am Dienstag wurde das Urteil des Europäischen Gerichtshofes mit Spannung erwartet. Zwei muslimische Frauen aus Belgien und Frankreich hatten gegen ihre Kündigung geklagt und gefordert, dass sie ihr Kopftauch auch am Arbeitsplatz tragen dürfen. Der Gerichtshof entschied jedoch anders und bestätigte mit seinem Urteil das Recht privater Unternehmen, ihren Mitarbeitern das Tragen jeglicher religiöser oder politischer Erkennungszeichen verbieten zu dürfen.

Österreichisches Unternehmen setzt Kopftuchverbot um

Das Bildungsförderungsinstitut „bfi“ gab als erste Reaktion auf das Urteil eine Dienstanweisung aus, die das Tragen von Symbolen jeglicher Religion, darunter auch das Kopftuch, verbietet. Dies betrifft neben dem Kopftuch allerdings auch die Kippa und das Kreuz in den Kursräumen. Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ gibt Firmenchef Wilhelm Techt an, dass sich dieser Schritt nicht gegen Muslime richten würde: „Wir bekennen uns zur Willkommenskultur, wollen diesen Menschen aber auch unmissverständlich unsere westliche Kultur, unsere Werte vermitteln.“

Bei Nichtbefolgung droht Kündigung

Um das Kopftuchverbot auch tatsächlich umsetzen zu können, sollen die Trainerinnen und Mitarbeiterinnen als Vorbild wirken und die Mädchen dazu ermuntern, das Kopftuch nicht zu tragen. Auch müssten männliche muslimische Trainer lernen, die Frauen auch ohne Kopftuch zu respektieren und ihnen die Hand zu geben und in die Augen zu schauen. Werden diese Anweisungen nicht befolgt, droht das Unternehmen mit der Kündigung.

 

 

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