Interaktive Ausstellung in Bayern

Caritas gibt Asylanten jetzt Sex-Tipps



Symbol-Bild: Pixabay

Mit einer interaktiven Ausstellung informiert die Caritas in Bayern „Flüchtlinge“ rund um das Thema „gesunder Sex“. Die Ausstellung decke die „Themenbereiche Frauen- und Männergesundheit, HIV und weitere sexuell übertragbare Krankheiten sowie Beziehungen und Geschlechterrollen“ ab, heißt es in einer entsprechenden Aussendung.

Entwickelt wurde die Ausstellung unter dem Titel „Only Human. Leben. Lieben. Mensch sein.“ von der Psychosozialen AIDS-Beratungsstelle der Caritas. Es solle sich „kultursensibel mit tabuisierten Themen“ auseinandergesetzt werden.

Kondome verteilen reicht nicht

„Nach der Devise ‚Wissen schützt‘ werden in der Ausstellung so sensibel wie möglich und so konkret wie nötig tabuisierte Inhalte auf Bildtafeln, in Filmen und Apps gezeigt“, heißt es seitens der Caritas. Regina Lange von der AIDS-Beratungsstelle der umstrittenen Katholiken-Organisation erklärt zu den Hintergründen:

„Einfach nur Kondome verteilen, das würde zu kurz greifen.“

Stattdessen will man durch Bilder und interaktive Lernstationen Flüchtlingen erklären, wie sie sich vor Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützen können.

Standard-Kondome funktionieren nicht

Die wichtigsten Begriffe sowie Schlüsselsätze werden in zehn Sprachen, darunter auch Deutsch, erläutert. Besonders zu den verschiedenen erhältlichen Kondomgrößen besteht offenbar erhöhte Nachfrage bei Asylanten.

„Zum Beispiel die verschiedenen Kondomgrößen war ein Anliegen aus dem Asylbereich. Sie haben gesagt, ihr müsst das zeigen, weil diese Standard-Normgrößen funktionieren nicht. Es wäre ja grob fahrlässig, wenn wir darauf nicht hinweisen“

betonte Lange gegenüber dem katholischen Info-Portal mk-online.de.

Kirchenvertreter unterstützen Ausstellung

Auch Generalvikar Peter Beer vom Erzbistum München und Freising unterstützt die Ausstellung:

„Wir müssen mal zur Kenntnis nehmen, die Menschen, die zu uns ins Land kommen, sind nicht alle Katholiken, sondern es sind Menschen aus ganz anderen Kulturkreisen, mit anderen Gewohnheiten. Sie treffen mit einer anderen Kultur zusammen, die von großer sexueller Freizügigkeit geprägt ist. Jetzt geht es darum, aus christlichem Glauben heraus, das Thema Verantwortung und die dafür notwendigen Wissensgrundlagen auch zu schaffen und zu vermitteln.“

Viele Gruppen aus Asyl-Unterkünften sollen sich bereits für die Ausstellung, die jetzt auf Wanderschaft in Oberbayern geht, angemeldet haben.

Flirt-Kurs sorgte bereits für Wirbel

2016 hatte ein Flirt-Kurs, der unter anderem in Räumlichkeiten der „Arbeiterwohlfahrt“ in Essen durchgeführt wurde, für Aufsehen gesorgt. Vielen Deutschen stieß es dabei unangenehm auf, dass der Kurs eines Flirt-Coaches ausgerechnet nach den Sex-Attacken durch Asylbewerber zur Silvesternacht 2015/16 in Köln stattgefunden hat.

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