Von Washington über Brüssel bis nach Ankara

Syrischer Regierung wird Einsatz von Giftgas vorgeworfen

Wochenblick Sondermagazin
By Tech. Sgt. H. H. Deffner [Public domain], via Wikimedia Commons

Aufregung um einen angeblichen Giftgas-Angriff durch zunächst unbekannte Kampfflugzeuge in der Provinz Idlib. Während das Establishment sofort die syrische Regierung für den Angriff verantwortlich macht, weisen syrische und russische Militärs die Verantwortung von sich.

Plötzlich steht der Krieg in Syrien wieder im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Gestern fand der Auftakt zur sogenannten „Syrien-Konferenz“ in Brüssel statt, auf dem Lösungen zur nachhaltigen Schaffung von Frieden in Syrien gesucht werden sollen. Überschattet wurde der Beginn sogleich von Meldungen über angebliche Giftgasangriffe von zunächst unbekannten Kampfflugzeugen in der Provinz Idlib. Mittlerweile wird von über 70 Toten ausgegangen, darunter auch zahlreiche Kinder.

Mediale Empörung

Eine Steilvorlage für die etablierten Medien und Politiker. Von Washington über Brüssel bis nach Ankara ertönt die Anklage an den syrischen Präsidenten Assad, der ohne zu zögern für den Angriff verantwortlich gemacht wird. Sean Spicer, der Sprecher des Weißen Hauses, sprach von einer „verwerflichen Tat“ und ausgerechnet der US-Außenminister Rex Tillerson warf der syrischen Reigerung ein Vorgehen mit „brutaler, unverfrorener Barbarei“ vor. Der UN-Sicherheitsrat kündigte laut der „Presse“ eine Untersuchung des Vorfalles an und zeigte sich „empört darüber, dass wiederholt Menschen in Syrien durch Chemiewaffen getötet und verletzt würden.“

Syrien und Russland streiten Verantwortung ab

Kurz nach Bekanntwerden der Angriffe veröffentlichte das russische Verteidigungsministerium ein Statement, in dem eine russische Beteiligung an Angriffen in der Provinz Idlib zurückgewiesen wird. Die syrische Armee selbst streitet in einer Erklärung jeglichen Einsatz von Chemiewaffen ab. Vielmehr hätte man am Dienstag in der Provinz Idlib gezielt oppositionelle Raketenfabriken angegriffen und dabei auch Lagerhäuser von Rebellengruppen getroffen, die Chemiewaffen gelagert haben. Diese Version wird mittlerweile auch vom russischen Verteidigungsministerium bestätigt.

Zweifelhafte Quellen

Die Behauptung, Assad und die syrische Armee wären für die Angriffe verantwortlich, stützt sich jedenfalls auf äußerst zweifelhafte Quellen. So zitieren alle Berichte der etablierten Medien Behauptungen der „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“, deren Aktivisten sich in England aufhalten und massiv oppositionelle Gruppen in Syrien unterstützen. Auch die sogenannten „Weißhelme“, ein angeblicher syrischer „Zivilschutz“, veröffentlichten kurz nach Bekanntwerden der Attacke Fotos von Opfern und Rettungsaktionen. Ihnen selbst können jedoch nachweislich Verbindungen zu jihadistischen Terrororganisationen in Syrien nachgewiesen werden.

False-Flag-Szenario

Medien, die der syrischen Regierung nahestehen, sprechen deshalb bereits von einem „False-Flag-Szenario“, das zum Ziel haben soll, die syrische Regierung angesichts der beginnenden Syrien-Konferenz in Brüssel zu delegitimieren. „Al-Masdar-News“ schreibt:

All evidence suggests this is another false chemical attack allegation made against the government as seen in the Khan-al-Assal 2013 attack where the terrorist groups hoped that former President Obama’s “red-line” would be crossed leading to US-intervention in Syria against the government.

Auch die Initiative „Syriana Analysis“, die eine alternative geopolitische Sichtweise auf den Konflikt in Syrien werfen möchte, wirft in einem YouTube-Video nicht der syrischen Regierung, sondern oppositionellen und terroristischen Gruppen den Einsatz von Chemiewaffen vor.

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