Aus Solidarität, gegen Islamophobie

Van der Bellen: Werden alle Frauen bitten müssen, Kopftuch zu tragen

Wochenblick Sondermagazin
Ailura, CC BY-SA 3.0 AT [CC BY-SA 3.0 at], via Wikimedia Commons

Der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen schockiert mit einem Vorschlag zur Bekämpfung von „Islamophobie“: Alle Frauen sollen Kopftuch tragen.

Im ORF Report vom 25.04. 2017 zum Thema „100 Tage Bundespräsident Van der Bellen“ stach besonders ein Ausschnitt hervor: Bei einer Diskussionsrunde mit Jugendlichen im „Haus der Europäischen Union“ in Wien gab Van der Bellen seine Idee zum Thema religiöse Toleranz zum Besten:

„Es ist das Recht der Frau sich zu kleiden wie immer sie möchte (…) im Übrigen nicht nur muslimische Frauen, jede Frau kann ein Kopftuch tragen und wenn das so weitergeht (…) bei dieser tatsächlich um sich greifenden Islamophobie, wird noch der Tag kommen wo wir alle Frauen bitten müssen ein Kopftuch zu tragen, alle,  aus Solidarität gegenüber jenen die es aus religiösen Gründen tun.“

Der freiheitliche Bundespartei- und Klubobmann Heinz-Christian Strache schrieb darauf auf Facebook, dass er die „Ideen von unserem österreichischen Bundespräsidenten“ als „bedenklich“ empfinde. Auch der ehemalige Bundesgeschäftsführer der SPÖ Josef Kalina twitterte, dass man sich Angesichts dieser Aussage „auf den Kopf greift“.

Kein Problem mit Doppelstaatsbürgerschaft

Im darauffolgenden ORF Interview äußerte sich Van der Bellen noch zu weiteren Themen. Auch wenn seine Aussage konträr zur derzeitigen österreichischen Gesetzgebung steht, sprach er sich positiv gegenüber Doppelstaastsbürgerschaften aus:

„Ich sehe das große Problem nicht darin, dass jemand zwei Staatsbürgerschaften hat. Ich sehe nicht, was dem österreichischen Staat dadurch für ein Schaden entsteht.

Für die enorme Zustimmung der „Austro-Türken“ zu Gunsten Erdogans beim Referendum in der Türkei hatte er ebenfalls eine Erklärung parat. Es handle sich schlichtweg um eine Gruppe von Menschen „die sich in ihrem Selbstbewusstsein, in ihrem Selbstverständnis nicht hinreichend ernst genommen fühlen.“

Zuspruch für Macron

Über die erste Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich zeigt sich Alexander Van der Bellen erfreut. Seiner Meinung nach herrscht in Europa ein positiver Trend. Die Zunahme der „europafeindlichen Strömungen in Europa“ sei vorbei, wie man auch schon bei den Wahlen in Österreich sehen konnte.

Auch zeigt er sich optimistisch, dass der französische Globalisierungsbefürworter, Banker und Präsidentschaftskandidat Emanuel Macron „als Vertreter einer pro-europäischen Haltung gewinnen wird.“

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