Italienischer Staatsanwalt deckt nächsten Skandal auf

Staatsanwalt vermutet: Mittelmeer-NGOs von Schleppern finanziert



Anlandung von Asylnten Flüchtlingen in Messina / Sizilien, by Metropolico.org, via Flickr [CC BY-SA 2.0]

Nachdem bekannt wurde, dass im Mittelmeer NGOs als Schlepper tätig sind und in weiterer Folge Beweise für die Zusammenarbeit von NGOs und libyschen Schlepperbanden aufgetaucht waren, wird jetzt der nächste Skandal aufgedeckt. Dem sizilianischen Staatsanwalt Carmelo Zuccaro zufolge könnten die NGOs sogar von den Schleppern finanziert werden.

Jener Staatsanwalt der schon die direkte Zusammenarbeit von NGOs und Schlepperbanden aufdeckte, äußert sich jetzt mit einer neuen Vermutung.

Staatsanwalt: NGOs von Schleppern finanziert

Wie die Salzburger Nachrichten berichten, könnten laut Zuccaro einige der im Mittelmeer tätigen Organisationen wie Sea Eye oder MOAS von Schleppern finanziert sein. Zuvor waren Beweise aufgetaucht, denen zufolge NGOs durch Lichtsignale mit Schlepperbooten kommunizierten, um diese in ihre Richtung zu lotsen. Zuccaro geht aber noch einen Schritt weiter: So wäre es möglich, dass einige NGOs die Absicht verfolgen, die italienische Wirtschaft zu destabilisieren, um sich Vorteile zu verschaffen. Größere Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ oder „Save the Children“ seien nicht betroffen.

NGO fordert Ende der Vorwürfe

Die Organisation „Save the Children“ forderte am Donnerstag ein Ende der Vorwürfe, da sie „ein Klima des Misstrauens“ schaffen würden, das auf Kosten der „flüchtenden Kinder, Frauen und Männer“ ginge. Ebenso wiederholte die Organisation, dass sie nicht mit Schleppern in Verbindung stünde und die Finanzierung ihres Schiffes „Vos Hestia“ transparent sei. Laut eigenen Angaben der Organisation bescheinigten sizilianische Staatsanwälte dem Schiff „über jeden Verdacht erhaben“ zu sein.

Innenminister und Finanzminister beschwichtigen

Italiens Finanzminister Andrea Orlando warnte vor diesen Anschuldigungen. Dem Fernsehsender Repubblica TV gegenüber bemerkte er, dass es den NGOs gegenüber nicht fair sei, ihre Geschichte entlang einer Verstrickung mit Schleppern zu rekonstruieren. Innenminister Marco Minniti warnte am Donnerstag im Parlament ebenfalls vor vorschnellen Urteilen und meinte, dass man die NGOs nicht über einen Kamm scheren dürfe. Die Regierung garantiere aber volle Transparenz bei der Aufklärung der Vorwürfe. Man dürfte die Gefahr nicht unterschätzen, dass NGOs von Schleppern finanziert werden.

Laut Daten des UNHCR erreichten alleine im April 13,458 Migranten Europa über das Mittelmeer. Insgesamt waren es dieses Jahr bereits 44,059.

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