Ja zum Europa der Vaterländer

Jetzt zittert die EU, weil Marine Le Pen Recht hat

Wochenblick Sondermagazin
Dunkle Wolken über der EU
Bild Hintergrund (2x): pixabay (gemeinfrei); Bild Marcus Franz: © Parlamentsdirektion / PHOTO SIMONIS

Marine Le Pen gilt zur Zeit als der Gottseibeiuns des sogenannten europäischen Gedankens. Ihr wird von allen Seiten EU-Feindschaft, rechtsextremer Nationalismus und Schlimmeres vorgeworfen. Dabei macht Le Pen nichts anderes, als ein Europa der Vaterländer zu fordern – so wie es vor ihr schon Charles de Gaulle mit gutem Grund getan hat.

Sie hat recht

Der Aufschrei über Le Pens Politik ist nur deswegen so gewaltig und angsterfüllt, weil sie recht hat. Jeder logisch denkende Mensch muss nämlich am Ende seiner Überlegungen über die europäische Zukunft zu genau diesem Ergebnis kommen: Europa kann es nur geben, wenn es auch seine Nationen gibt. Alle andere Ideen des zukünftigen Europas sind Kunstprodukte und gefährliche Hirngespinste von Leuten, die sich mit schönen Worten über die naturrechtlichen Begründungen von Nationen hinwegsetzen wollen. Und diese Leute sehen sich durch Le Pen massiv gefährdet.

Die völlige Vereinigung ist das Ende der Freiheit

Der internationalistische Ansatz, der uns heute von den Brüssler Spitzen als der „europäische Gedanke“ verkauft wird, ist für das angestrebte europäische Gebäude nicht die Lösung, sondern bedeutet vielmehr sein Ende. Niemand kann sich über bevölkerungsbezogene Identitäten und über lange entwickelte nationale und kulturelle Eigenheiten hinwegsetzen, außer er gebraucht Druck, Zwang und Gewalt. Das aber sagen die Proponenten der „Vereinigten Staaten von Europa“ natürlich nie dazu.

Biosozial-Ingenieure am Werk

Ein vereinigtes Europa ohne Nationalstaaten müsste zuerst den EU-Einheitsmenschen kreieren und aus diesem Klon ein Amalgam aus einem EU-Einheitsvolk schaffen, das von Schottland bis Sizilien und von der Normandie bis an die Karpaten tunlichst dieselbe Mentalität, dieselben Eigenschaften, dieselben Traditionen und Bräuche und letztendlich auch ein ähnliches Aussehen hätte.

Der Moloch als Ziel

Die Umsetzung eines Europas völlig ohne Grenzen und nationale Unterschiede kann ja zwangsläufig wieder nur in ein Konstrukt münden, das ähnlich einer Nation aufgebaut ist – sonst kann es gar nicht funktionieren. Ein paneuropäisches Nationbuilding in Form eines gigantischen Molochs mit klaren zentralistischen Vorgaben ist daher das logische Ziel der gegen die Vaterländer agierenden Europa-Visionäre aus allen Lagern.

Zwang zur Einheit

Zu Ende gedacht muss einer EU, die ohne Nationen und ohne Vaterländer auskommen will, also ein politisches und ethnobiologisches Konzept vorausgehen, das alle nationalen Unterschiede verwischt und letztlich auch die verschiedenen Identitätsvorstellungen des Individuums angleichen, einebnen und vereinheitlichen will.

Zeitgeist ohne Naturrecht

Dieses düstere Szenario entsteht, weil die zeitgeistige EU-Ideologie das Naturrecht ausblendet und auf den reinen Positivismus abstellt. Was bedeutet das: Der Homo politicus sieht sich im positivistischen Weltbild als der Konstrukteur allen Seins. In dieser überheblichen Rolle will er alles Gewachsene, Entstandene, Natürliche und Kulturelle nach ideologischen Konzepten zunächst dekonstruieren, um danach am Reissbrett alles neu zu entwerfen und dieses Kunstprodukt „den Menschen draussen“ zu oktroyieren. Man meint es ja nur gut mit uns.

Das Recht auf Erfüllung

Die naturrechtliche Gegebenheit namens „Nation“ soll durch diese Sichtweise umgestürzt und aufgehoben werden. Wer da noch für ein Vaterland und all seine Eigenschaften ist, wird als reaktionär und ewiggestrig gebrandmarkt. Der neue Entwurf sieht keine Grenzen und Definitionen mehr vor, sondern nur noch das grenzenlose Sein, das nach Karl Marx auch das Bewusstsein bestimmt. Im neuen Europa soll den neuen Menschen nichts hindern, sein Glück immer und überall suchen zu dürfen – ja, es steht ihm sogar zu, es zu finden: Er hat ein Recht darauf! Mit diesem Motto wird das totalitäre Wesen der zeitgeistigen EU-Vision behübscht und gleichzeitig verborgen.

Ohne Nationen haben wir keine Chance

Dass das Konzept „Europa ohne Vaterländer“ nur schiefgehen kann, beweist uns nicht nur die Massenmigration, der das offizielle Europa nach wie vor hilflos und wehrlos gegenüber steht. Im Taumel des Pseudo-Liberalismus, der nur Beliebigkeit ist, versuchen die Konstrukteure des zukünftigen Einheitsstaates, über positivistische Regelwerke wie die Menschenrechte und die Genfer Konvention alle nationalen Gefühle und gewachsenen Überzeugungen auszuhebeln. Nichts ist ihnen zu billig, um die Bewahrer des abendländischen Kulturraums zu pejorisieren. Selbst die meisten (angeblich) Konservativen blasen längst ins Horn dieser kritiklosen und einfältigen Europhilie.

Die Familie als Symbol

Der dramatisch abnehmende Wert, der heute der klassischen, heterosexuellen und kinderreichen Familie zugemessen wird,  ist ein Indikator für die hier beschriebene ideologische Strömung. Die Familie als Keimzelle des Staates und somit der Nation muss im Namen von Marx zerstört werden, danach gelingt dasselbe mühelos auch mit der Nation als Ganzes.

Die Nationen müssen gestärkt werden

Das Fazit ist logisch und einfach: Wer ein Europa ohne Nationedenkt und diese Idee auch umsetzen will, der wird Europa in den Abgrund treiben. Wer hingegen ein Europa der Vaterländer anstrebt, der trägt dazu bei, dass unser Kontinent in seiner traditionellen, kulturellen und ethnischen Vielfalt weiterhin ein gemeinsamer Hort und eine von allen europäischen Nationen gebildete Entwicklungsstätte der abendländischen Zivilisation bleiben kann. In diesem Sinne sind Persönlichkeiten wie etwa Marine Le Pen oder Viktor Orban derzeit die wichtigsten Politiker Europas.

Über den Autor:

Macus Franz „Der Konservative Rebell“ ist Mediziner und parteifreier Abgeordneter im österreichischen Nationalrat. Hier finden Sie seinen Blog.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone