Ein Kommentar von Julian Wagner

Warum die „Fake News“-Debatte eine rein moralische ist

Foto: pixabay

In der hitzigen Diskussion rund um das Thema „Fake News“ steht immer wieder folgende Frage im Raum: Ab wann ist es „Hetze“? Diese Frage lässt sich auf zwei verschiedene Arten beantworten – rechtlich und moralisch. Der öffentliche Diskurs wird aber rein moralisch geführt, sonst wäre die Diskussion dazu nicht nötig.

Moral kontra Fakten

Zunächst kann die Grenze der „Hetze“ rechtlich beantwortet werden. Österreich (oder auch Deutschland, Schweiz) hat ein umfassendes Gesetzeswerk, dass Medien in erheblichem Ausmaß daran hindert, Falschbehauptungen und Hetze zu verbreiten.

Ganz voran natürlich der Verhetzungstatbestand des § 283 StGB, der mit Jänner 2016 deutlich verschärft wurde und umfangreich die Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen unter Strafe stellt. Weiters klagbar sind etwa Verleumdung, Üble Nachrede, Kreditschädigung usw.

Es ist die rechtlich-faktische Beantwortung der Frage, die logischste und einfachste – es ist der Weg, den der rechtspositivistische Staat zur Verteidigung der Bürger vorgesehen hat. Ist der Sachverhalt rechtlich nicht von Belang, gelangt die moralische Diskussion zu Tage – und hier scheiden sich nun die Geister.

„Journalistische Moral“ ist individuell

Während Moral in seinen Grundfesten nicht individuell ist – jeder Mensch weiß, dass Diebstahl, Raub, Mord, Totschlag usw. falsch sind – ist journalistische Moral selbstverständlich individuell. Ob ich über ein bestimmtes Thema in einer bestimmten Frequenz berichte oder eine reißerische Überschrift verwende, ist moralisch individuell. Ingrid Brodnig vom „Profil“ sagte dazu in einem Interview: „Wenn wir etwas nicht bringen, dann ist das kein Verschweigen, sondern ein Gewichten.“ Nun ja, wonach wird diese Frau Brodnig gewichten? Natürlich nach ihren individuellen moralischen Grundsätzen. Journalisten der weltverbesserischen Reichshälfte eint ein Weltbild, in der etwa Migrantenkriminalität nicht existieren soll und genau nach diesem Muster werden auch die Berichte gestaltet – sowohl was Inhalt betrifft, als auch Frequenz.

Alternativen Medien wie „Info Direkt“ wird oft vorgeworfen, Migrantenkriminalität in den Vordergrund zu rücken. Ich möchte dazu ein konkretes Beispiel nennen: Der Journalist einer großen, österreichischen Tageszeitung beschwerte sich auf Twitter über die „nicht korrekte“ Berichterstattung über afghanische Asylwerber, die im Zuge von Artikeln über Sexualdelikte immer wieder „Opfer“ von reißerischen Überschriften wurden.

Nun, die Faktenlage ist völlig klar: Afghanische Asylwerber begehen etwa zehnmal so viele Sexualdelikte wie alle anderen Bürger. Die Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) von 2015 zeigt, dass 4,7 Prozent aller Sexualdelikte von Asylwerbern begangen wurden. Wäre diese Nachricht vor dem Hintergrund, dass Asylwerber nur einen Bruchteil der Bevölkerung ausmachen und hier noch die Dunkelziffer hinzugerechnet werden muss, nicht schon schlimm genug, begingen afghanische Asylwerber 49 Prozent dieser Delikte und damit etwa 2,3 Prozent der Gesamtheit. Afghanische Asylwerber machen aber nur ca. 0,2 Prozent der Gesamtbevölkerung Österreichs aus (Zahlen des UNHCR). Aus dieser Berechnung ergibt sich das Ergebnis der zehnfach sexualstraffälligen, afghanischen Asylwerber.

Die moralische Frage, die sich jetzt stellt, ist: Soll ich im öffentlichen Diskurs oder in einer Überschrift sagen dürfen: „Afghanische Asylwerber begehen zehnmal so viele Sexualdelikte wie der Durchschnitt!“? Wenn nein, warum? Und um die Frage gleich für mich selbst zu beantworten: Wenn eine bestimmte Bevölkerungsgruppe nachgewiesener Maßen ZEHNMAL so viele Sexualdelikte begeht wie jede andere Bevölkerungsgruppe, dann ist das MINDESTE was ich tue, diese Bevölkerungsgruppe unter der „Gefahr“ von Vorurteilsbehaftungen in eine reißerische Überschrift zu packen! Nein: Es ist für mich sogar eine Selbstverständlichkeit – und die wirklich „moralisch korrekte“ Frage an dieser Stelle wäre: Warum zum Teufel lässt die Regierung Menschen in unser Land, von denen nachgewiesener Maßen eine zehnfache Sexualdelikts-Wahrscheinlich ausgeht und zwingt die einheimische Bevölkerung sogar noch, für den Lebensunterhalt dieser Sexualstraftäter aufzukommen?

Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse

Es lässt sich aber auch mit ganz grundlegender BWL erklären. Jeder Markt regelt sich durch Angebot und Nachfrage. Ausländer- und Asylberichterstattung wird stark nachgefragt, sonst hätten Berichte zu diesen Themen keine Reichweite in Sozialen Medien – haben sie aber.

Würden die Mainstream-Medien, die mit Presseförderung und Regierungsinseraten vollgestopft werden und deren Reichweite die der Alternativmedien um das Hundertfache übersteigt, in einem ordentlichen Ausmaß über Asyl- und Ausländerstraftaten berichten, wären die dahingehenden Berichte der Alternativmedien völlig wirkungslos und würden untergehen. Das ist der (betriebswirtschaftliche) Beweis, dass große Medien in einer viel zu niedrigen Frequenz über Ausländer- und Asylstraftaten berichten.

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