Wenn mich eine Sache wirklich aufregt...

Müller mault über „Ablasswähler“

Wenn mich eine Sache wirklich aufregt… dann sind es die Ablasswähler!

Sie alle kennen sie. Die Stammtischkollegen, die eigentlich alle Ansichten von vernünftigen Menschen teilen, ja mitunter oft die sind, die am lautesten über die täglichen Frechheiten und Missstände schimpfen, aber dann doch am Wahltag ihr Kreuzchen falsch machen. Es ist äußerst paradox, dass viele genau dann, wenn es etwas bringen würde, seinen politischen Willen zu bekunden, wieder in die antrainierten Verhaltensmuster zurückfallen.
Denn auch in der Wahlkabine sind sie nicht allein. Die Kirche, zivile Möchtegern-Weltretter und Gewerkschaftskapos spuken in ihren Köpfen herum. „Sei nicht böse“, flüstern sie. „Du kannst ja eh glauben und sagen, was du möchtest, aber hier machst du dein Zeichen. Sonst gehörst du zu denen. Und willst doch nicht wie die sein.“
Und dann macht er es, der arme Irre. Er zahlt den symbolischen Ablassbetrag ein, indem er sein Kreuzlein unter den widerlichsten der angebotenen Sozialisten macht. So groß ist seine Scham. Nur so kann er sich von seinen bösen schmutzigen Gedanken reinwaschen. Er ist ein Sünder und er weiß es. Aber in der Wahlkabine hat er wahrhaft bereut und seine Sünden wurden ihm vergeben. HALLELUJA! Reicht euch die Hände für ein heftiges Amen, Brüder und Schwestern. Der Herr hat ihm vergeben.
So funktioniert sie, die moderne Ablassmaschinerie der Linken. Sie sorgt dafür, dass gestandene Leute entgegen ihrer politischen Überzeugungen, diejenigen wählen, die sie seit Jahrzehnten nach Strich und Faden verarschen und verkaufen. Und all das, weil sie sich schuldig fühlen. Denn seit der Schule hören sie immer nur, dass diese und jene die Bösen sind. Und die anderen die Guten. Mit den Bösen redet man nicht, man lacht nicht mit ihnen und man freundet sich auch nicht mit ihnen an. Und selbst wenn man das doch tut, dann wählt man sie doch nicht.
Das ist ein Riesenproblem! Viele Menschen wurden in der Masse vereinsamt. Man hat ihnen eingeredet, dass es falsch ist, was sie denken. Dass niemand so denkt. Dass sie die einzigen sind, die eine Kursänderung überhaupt in Erwägung ziehen würden. Sie glauben sich allein.
Und so stehen heute vermutlich vielerorts normal gebliebene Menschen nebeneinander an der Bushaltestelle. Sie könnten die besten Freunde sein. Denn sie teilen dieselben Grundüberzeugungen und haben dieselben Probleme in der Gesellschaft erkannt. Aber sie werden es nie erfahren. Denn jeder für sich sind sie allein unter den „Guten“. Nicht im Traum würden sie sich ansprechen, denn sie wurden in dem Glauben erzogen, dass sie in ihrer Weltsicht abnorm sind und niemand das versteht.
Genau da setzt sie an, die Kirche der Weicheier. Sie sendet ihre Missionare über alle Kanäle (Programme) aus. Und die verbreiten die Proklamation.

„Armer Sünder!
Wir wissen, dass du das ganze Jahr gesündigt hast. Mit jeder Faser deines Seins bist du dem furchtbarsten Bösen verfallen.
Aber nun ist der Wahltag. Nimm ihn wahr und tue einmal Gutes. Das ist deine Chance!“

Und wie bei jeder Kirche (wohlgemerkt nicht Religion, sondern Kirche) finden sich in den Bankreihen genügend Hörige, die ihrem Ruf folgen und jeden noch so selbstzerstörerischen Affentanz mitmachen.

Daher sage ich euch, liebe Sünder:
Behaltet euren Glauben, aber wechselt bitte die Kirche. Nehmt eine, bei der ihr euch den Wahlablass erspart und lebt viel freier. Keiner von uns ist allein.

Passen Sie auf Ihren Kopf auf!
Müller

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