Globalisierungskritiker Richard Melisch verstorben

Richard Melisch
Richard Melisch. Bildrechte: Info-DIREKT

Der 1934 in Paris geborene Richard Melisch machte sich Nahostexperte und Globalisierungskritiker einen Namen. Bei zahlreichen Vorträgen gab der Patriot sein Wissen und seine Einschätzungen weiter. Zudem veröffentlichte er zahlreiche Bücher und schrieb für unterschiedliche Medien Gastbeiträge. Richard Melisch ist am 9. Mai 2017 verstorben.

Im Gedenken an Richard Melisch veröffentlichen wir hier einen Gastbeitrag, den er für die Info-DIREKT-Printausgabe 2/2015 verfasste:

Globalisierungsphase I

Die Zeit bis 1945 bezeichnen Insider als „Globalisierung I“.
Schon damals stand die „One World“ als Ziel fest.

von Richard Melisch

Die Weltherrschaft soll mittels Gleichschaltung (Globalisierung) aller Nationen erreicht werden. Die Globalisierer wollen kein national- und traditionsbewusstes Weltreich gründen, sondern einen erdumspannenden Weltmarkt ohne Grenzen einrichten. Wer sind nun die Betreiber der Globalisierung? Es sind die etwa 20 namentlich bekannten, stets kriegerische Lösungen anstrebenden „Neocons“, der militärisch-industrielle Komplex, „Big Oil“, das Pentagon, das Weiße Haus und die alles beherrschende Clique der „Federal Reserve“.

Sind die Grenzen abgeschafft, brauchen sie nicht mehr verteidigt zu werden, entfallen alle nationalen und territorialen Sonderinteressen, verschwinden alle über Jahrtausende natürlich gewachsenen kulturellen, religiösen, sittlichen Wertvorstellungen im Brei einer gleichgeschalteten „One World“. Wo sämtliche Werte abgeschafft sind, ist alles nur noch Ware, und jede Ware – ob Mensch, Tier, Natur, Kunstwerk oder politische Überzeugung – hat ihren Preis. Was einen Preis hat, ist stets käuflich und kann vom Meistbietenden erworben werden.

Die Meistbietenden sind heute in aller Regel jene, die Geld aus dem Nichts erschaffen können, die Globalisierer. Der angestrebte Endzweck der Globalisierer ist weder Ehrung noch Lorbeerkranz, weder göttlicher Lohn noch Ritterschlag, sondern ausschließlich der zu erzielende fette Profit. Ihr unumstößliches Glaubensbekenntnis lautet: Eigennutz geht vor Gemeinnutz, Gewinne sind zu privatisieren, Verluste zu sozialisieren. Wie gingen die Globalisierer in Phase I vor? Sie verschafften sich die Kontrolle über den Dollar, konnten dadurch zu Gunsten der Kriegsparteien die Präsidentschaftswahlen in den USA beeinflussen und in Großbritannien einen Thronwechsel herbeiführen.

Was geschah Ende 1913 an der Wall Street?

1913 standen Präsidentschaftswahlen an und es war abzusehen, dass nach zwanzig Jahren und drei aufeinander folgenden Siegen republikanischer Kandidaten auch dieses Mal der Kandidat der „Democrats“ – ein gewisser Woodrow Wilson – den Kürzeren ziehen werde. Um dies abzuwenden, unterbreiteten Vertrauensleute der internationalen Hochfinanz Wilson den Plan, er möge – entgegen der amerikanischen Verfassung – ihren vierzehn Privatbanken, von denen nur die Aktionäre wissen durften und auch heute wissen dürfen, wem sie tatsächlich gehören, das Recht einräumen, eine Zentralbank, genannt Federal Reserve Bank zu gründen, die das ausschließliche Recht besäße, Geld aus dem Nichts zu erschaffen und dieses dem Staat und anderen Banken gegen 6% Zinsen zu leihen. Als Gegenleistung versprachen sie, Wilsons Wahlkampf reichlich zu finanzieren, Abgeordnete zu bestechen und ihm dadurch den Wahlsieg zu sichern. Als sich trotzdem abzeichnete, dass für das Gesetz zur Einführung einer privaten Zentralbank keine Mehrheit zustande kommen würde, griffen Wilsons Hintermänner zu einer List. Es gelang ihnen, die Abstimmung der Senatoren und Abgeordneten über die Einführung der Federal Reserve auf den 23. Dezember zu verlegen. Ihre Hoffnung wurde nicht enttäuscht: Weil die meisten republikanischen Abgeordneten davon ausgingen, der „Federal Reserve Act“ werde ohnehin abgelehnt, schwänzten sie die Abstimmung und eilten in ihre (wohlverdienten) Weihnachtsferien, doch die fast vollzählig anwesenden und „angefütterten“ Demokraten stimmten für das Gesetz und überstimmten die Republicans. Es enthielt den Zusatzartikel, dass Maßnahmen und Entscheidungen seines rein privaten Führungsgremiums – „Federal Reserve Board“ – weder von der Regierung noch von bundesbehördlichen Revisionsinstanzen kontrolliert werden dürfen. Diese Bestimmungen gelten bis zum heutigen Tag.

Der Erlass des Federal Reserve Act bedeutete erstens die Übertragung der Kontrolle über die Finanzen eines mächtigen Staates und seiner 120 Millionen Einwohner an eine Handvoll international eng vernetzter, privater Finanziers, deren Motive und Entscheidungen nicht hinterfragt werden durften; zweitens das Geschenk eines Perpetuum Mobile – ein Esel-Streck-Dich – zur kostenlosen Geldschöpfung und Vergabe von Krediten in unbegrenzter Höhe, sowie der Einhebung von Zinsen in der Höhe von 6 % in alle Ewigkeit. Ihre Geldmaschine würde die Herren der Federal Reserve fortan in die Lage versetzen, dank Auszahlung reichlich bemessener Subventionen, Fördermittel, Bestechungsgelder an die „richtigen Leute“, einen entscheidenden Einfluss auf Entwicklung und Gestaltung von Politik und Wirtschaft im In- und Ausland auszuüben. Kein Wunder, dass diese plötzlich in Milliarden schwimmende, niemandem Rechenschaft schuldende oder gar zur Loyalität verpflichtete auserwählte Geldelite keine Zeit verlor, ihre nunmehr grenzenlosen Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

Doch wem gehörten die besagten Bankhäuser an der Wall Street, wer waren (und sind) die Hintermänner des Federal Reserve Systems? Allen voran das Haus Rothschild in London und Paris; in New York vertreten von Paul Warburg und dem Bankinstitut Morgan, die Bank Samuel Montague & Co. in London, die Banken Lazard Frères, Erlanger, Bamberger in Paris, sowie die Banken Chase Manhattan, Lehman Brothers, Kuhn & Loeb, Goldman Sachs, Rockefellers Bank of America in New York. Ferner die politischen Drahtzieher und Mittelsmänner Louis D. Brandeis, Sidney Weinberg, Jakob Schiff, die Präsidentenberater Oberst Mandel House, Bernhard Baruch, Felix Frankfurter, Henry Morgenthau (sen.), Samuel Untermeyer, die kaum 20 Jahre später mehrheitlich auch dem Präsidenten Franklin D. Roosevelt dienen sollten.

Erstaunlich, wie häufig die meisten dieser Familiennamen – mal alleine, mal als Kompagnons, mal durch Heirat verbunden – auch nach über hundert Jahren in den Wirtschaftsnachrichten und täglichen Börsenberichten immer wieder auftauchen. Festzuhalten ist, dass die Staatsschulden der USA mit Übernahme des Finanzruders durch die „Federal Reserve“ eine Milliarde Dollar betrugen und bis heute auf über 16 Tausend Milliarden angestiegen sind.

1913 war es diesen internationalen Finanzakrobaten gelungen, mit dem Establishment ihres Gastlandes einen Teufelspakt zu schließen. Sie begannen die Ambitionen des amerikanischen Präsidenten zu schüren, seine teuren, weitgesteckten Ziele zu fördern. Je mehr sie an diesen verdienten, umso gieriger wurden sie. Längst genügten ihnen die kargen Gewinne nicht mehr, die aus der real produzierenden Wirtschaft herausgeschlagen werden konnten. Sie erhöhten die Einsätze, provozierten Krisen in Süd- und Mittelamerika, finanzierten die Entente im Ersten Weltkrieg und überzeugten schließlich den amerikanischen Präsidenten 1917 Deutschland und Österreich-Ungarn den Krieg zu erklären, um den Sieg der Engländer und Franzosen sicherzustellen, auf dass diese ihre Milliardenschulden samt Zins und Zinseszinsen an die Wall Street zurückzahlen konnten.

Diesen Krieg der Profiteure „finanzierte“ das amerikanische Volk zweiter und dritter Klasse nicht nur durch die Entsendung von 1,5 Millionen Soldaten nach Europa, sondern wurde auch mit saftigen Kriegssteuern belegt und der Entrichtung eines beträchtlichen Blutzolls bestraft. Als nach Abschluss der „Friedens“-Diktate von Versailles, Trianon, St. Germain, Neuilly und Sèvres Bilanz gezogen wurde, lagen Deutschland, Österreich, Ungarn und die Türkei am Boden; versank Russland im bolschewistischen Chaos; waren die „Siegermächte“ Großbritannien, Frankreich und Italien pleite und schuldeten der Wall Street über zwanzig Milliarden Goldfranken bzw. -dollar. Weil kein Land zahlen konnte, einigten sich die „Siegermächte“ auf die einfache Formel: „Les boches payent tout!“ (Die Deutschen zahlen alles!)

Sehr bald mussten die vom Krieg schwer betroffenen Bürger, Arbeiter und heimkehrenden Soldaten Frankreichs, Englands und Italiens erkennen, dass auch für sie, die „siegreich“ überlebenden Humanressourcen, von den Finanziers und Kriegstreibern, für deren Interessen sie viereinhalb Jahre geblutet und gehungert hatten – wie weiland auf der „Titanic“ – weder Schwimmwesten noch Rettungsboote vorgesehen worden waren.

Warum verlor der republikanische Präsidentschaftskandidat Herbert Hoover 1933 die Wahl?

Unterstützt und finanziert von derselben Finanz-Mafia wie Wilson, gewann der Kandidat der Demokraten, Franklin Roosevelt 1933 die Wahl gegen seinen zum zweiten Mal angetretenen Konkurrenten, den Republikaner Herbert Hoover, und manövrierte die USA 1941 bekanntlich in den 2. Weltkrieg.

Hoover hatte seine Memoiren „Freedom Betrayed: The Secret History of the Second World War“ (Verratene Freiheit: Geheime Geschichte des 2. Weltkriegs) 1964 kurz vor seinem Tod fertiggestellt, doch erschienen sie erst 2011, nach politisch korrekter Überarbeitung, nötigen Streichungen und entsprechenden Kürzungen und wurden – bisher – nicht übersetzt. Das im Titel eingefügte Wort „secret“ (geheim) ist schlicht falsch, denn Hoover wollte keine geheime, sondern im Gegenteil eine feurige, offene Anklageschrift gegen Roosevelts Kriegskurs veröffentlichen. Doch wie die Machtverhältnisse in den USA damals standen und heute noch stehen, ist es kein Wunder, dass Hoovers Geschichte des 2. Weltkriegs – wenn auch kastriert, desinfiziert und schaumgebremst – erst ein halbes Jahrhundert nach seinem Tode erscheinen durfte. Als Hoover 1933 das Weiße Haus verließ, zog er sich nicht aus der Politik zurück, sondern ergriff – im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Roosevelt – das Friedenspanier, besuchte sogleich den britischen Premier Neville Chamberlain und warnte ihn, das britische Empire hätte keine Chance, einen Zweiten Weltkrieg zu überstehen. Um diesen zu verhindern, müsse man Deutschland in Sachen Versailler Diktat rückwirkend entgegenkommen und berechtigte Forderungen seiner Regierung erfüllen.

Die geschichtliche Bedeutung von Hoovers Memoiren liegt darin, dass sie aus der Perspektive eines wohlinformierten Ex-Präsidenten der übermächtigen Vereinigten Staaten geschrieben wurden, der Roosevelt von Anfang an durchschaute und dessen eindeutige Kriegsschuld, sowie die Untaten seiner Hintermänner beiderseits des Atlantik, anprangert und entlarvt. Ein Krieg, der letztendlich Millionen und Abermillionen Soldaten und Zivilisten auf vier Kontinenten und auf hoher See das Leben kosten sollte.

Hoover war amerikanischer Vollblutimperialist, überzeugter Anhänger einer liberalen Wirtschaftsordnung, bekennender Kapitalist, blieb aber stets Bannerträger der Politik „America First!“ und wollte sein Land aus einem 2. Weltkrieg heraushalten, weil er überzeugt war, die imperialen Ziele der USA auch ohne Krieg erreichen zu können. Seine weiteren Überzeugungen lauteten:

  • Der Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion war unvermeidlich.
  • Ohne Englands Garantie an Polen, hätte Hitler Frankreich und England niemals angegriffen.
  • Englands Kriegserklärung an Deutschland, ohne vorherige Absprache mit Russland, war der größte Fehler, den die britische Diplomatie je begangen hat.
  • Zu keiner Zeit stellte Deutschland eine Gefahr für die USA dar.
  • Der Krieg gegen Japan wurde von Roosevelt mit voller Absicht provoziert.

Den an Zeitgeschichte interessierten, zwischendenzeilenlesenden und zensurgeprüften Zeitgenossen, die sich im umfangreichen Inhaltsverzeichnis von Hoovers Memoiren auf die Suche nach sensiblen Begriffen begeben, wird bald auffallen, dass tuschegeschwärzte Finger just diese aus Hoovers Buch verbannt haben müssen. Es wäre sonst unverständlich, dass gerade der penibel recherchierende Hoover zu den Themenkreisen „Geheimkorrespondenz Roosevelts und Churchill“, „zionistisch geprägter Beraterstab des US-Präsidenten nach 1933“, „zionistisch durchsetzte Nomenklatura in der Sowjetunion vor 1933“, „deutsche Friedensinitiative vor 1941“, sowie „sowjetische und amerikanischer Kriegsverbrechen“ kein Wort verliert.

Gerade das Verschweigen inzwischen längst geklärter – aber noch immer unter den Teppich der politischen Korrektheit gekehrter – Tatsachen beweist, wie groß im Kreise der nach wie vor bestimmenden Geschichtslügner und -verdreher, auch mehr als siebzig Jahre nach Kriegsende, die Angst vor einem Durchbruch der Wahrheit sein muss.

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