Zensur im Internet:

Facebook sperrt zum wiederholten Male islamkritische Seiten

Wochenblick Sondermagazin
Bildhintergrund: pixabay.com - Vordergrund: von Recreated by User:StanneredOriginals: User:Renesis, Silsor [CC BY-SA 2.5], via Wikimedia Commons - Collage: Info-DIREKT

Facebook wird vorgeworfen, die Seiten der ex-muslimischer und atheistischer Gruppen grundlos gesperrt zu haben. Die Betroffenen glauben, dass anonyme Nutzer das Meldesystem missbrauchen, um islamkritische Inhalte zu zensieren.

Islamkritische Gruppierungen sind zum wiederholten Male von Sperrungen durch Facebook betroffen. Erst letzte Woche wurden die Facebookseiten der Atheist Republic geschlossen, die mehr als 1,6 Millionen Follower hat, sowie die Seite der Ex-Muslime von Nordamerika, mit 24.000 Followern. Die Betroffenen nehmen an, dass dahinter ein Missbrauch des „Flagging-Tools“ steckt, einem Meldesystem mithilfe dessen Benutzer eine Seite markieren und so unangebrachte Inhalte anzeigen können. Die zuständigen Moderatoren schlossen daraufhin die genannten Seiten, da diese  „die Richtlinien von Facebook verletzt haben“.

„Intellektuelle Verfolgung“ islamkritischer Gruppen

Facebook wird nun vorgeworfen, es schließe Seiten, ohne dem eigentlichen Grund für die Beschwerden nachzugehen. Die Betroffen sehen keinen erkenntlichen Verstoß gegen Facebook-Richtlinien auf ihren Seiten. In einem offenen Brief sprechen sie von einer „intellektuellen Verfolgung“ von Gruppen mit atheistischen oder islamkritischen Inhalten, was eine Verletzung der Meinungsfreiheit darstellen würde. Der Präsident der Ex-Muslime von Nordamerika, Muhammad Syed, sagt:

„Das gleiche sozialen Netzwerk, das sich für den Schutz religiösen Minderheit einsetzt, lässt sich von religiösen Fundamentalisten dazu missbrauchen, Online-Blasphemiegesetze durchzusetzen“.

Andere betroffene Seiten sind „A Science Enthusiast“,  „Arab Atheist Network“ und „Humanitarian Non-Religious“.

Systematischer Missbrauch durch muslimische Konservative

Er fügt hinzu, dass arabische Atheisten, Säkuläre aus Bangladesch und viele andere islamkritische Gruppen schon seit Jahren auf diese Weise angegriffen werden. Dies setzte ungefähr zu dem Zeitpunkt ein, da muslimische Konservative gelernt haben, das Meldesystem von Facebook zu missbrauchen und zu ihrem Vorteil zu nützen. Syed fordert, dass Facebook stärker gegen den Missbrauch des Meldesystems vorgeht.

Erst gestern wurde eine australische Gruppe von Ex-Muslimen auf Facebook gesperrt. Die Gruppe gab an, dass auch viele Seiten arabischer Atheisten von den Sperren betroffen seien und hat nun die Bitte an an die Social-Media-Plattform gerichtet, die Betreiber mögen die Richtlinien dahingehend ändern, dass eine offene Debatte über den islamischen Glauben möglich sei.

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