LKA wollte Fehler vertuschen

Berlin-Terror: Polizei verhinderte Festnahme von Anis Amri

Wochenblick Sondermagazin
By User:Emilio Esbardo - File:01 Breitscheidplatz Berlin foto Emilio Esbardo.jpg, CC BY-SA 4.0, Link

Neue Erkenntnisse zeigen schockierendes: Anis Amri, der Terrorist von Berlin, hätte eigentlich festgenommen werden sollen. Doch die Kriminalpolizei hielt Dokumente zurück, die Amri bereits im November dem gewerblichen, bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln überführt hätten.

Der Vorwurf lautet nicht nur, dass die Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA) die Informationen zurückgehalten haben, sondern diesen Umstand auch vertuschen wollten. Das enthüllte der Berliner Innensenator Andreas Geisel am Mittwoch.

„Eine Verhaftung wäre wohl möglich gewesen“

Auf der Grundlage des Straftatbestands „gewerbsmäßiger, bandenmäßiger Handel mit Betäubungsmitteln“ wäre eine Verhaftung wohl möglich gewesen, sagt Geisel. Doch die Informationen wurden zurückgehalten. Erst nachträglich wurde die Behauptung aufgestellt, Amri hätte nur mit kleinen Mengen Drogen gehandelt.

„Disziplarrechtliche Maßnahmen“

Nun wurden disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet. Die Betroffenen wolle man vor ihrer Suspendierung zwar noch anhören, aber in den nächsten Tagen sollen Konsequenzen folgen.

12 Tote bei Anschlag

Der Tunesier Amri fuhr am 19. Dezember mit einem LKW in einen Weihnachtsmarkt in Berlin. 12 Menschen starben, 67 weitere wurden verletzt. Es war der folgenschwerste islamistische Anschlag in Deutschland. Für Empörung sorgte, dass Amri bereits vorher als sogenannter „Gefährder“ bekannt war. Nun wird eine Fortsetzung des Untersuchungsausschusses gefordert.

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