Schiffe voll wie selten zuvor

Nach G7-Gipfel: Mittelmeer-Route wieder offen

Anlandung von Asylnten Flüchtlingen in Messina / Sizilien, by Metropolico.org, via Flickr [CC BY-SA 2.0]

Nach einer vom G-7-Gipfel auf Sizilien verordneten Sperre sind am Sonntag fast 1.500 Migranten in Neapel angekommen. Ein Schiff der NGO „Ärzte ohne Grenzen“ (MSF) hatte die Migranten am Donnerstag entdeckt und an Bord genommen – ihre „Vos Prudence“ hat eigentlich nur Kapazität für 600 Menschen.

Das italienische Fernsehen zeigte in der Früh Bilder von der Landung in der kampanischen Metropole. Ursprünglich wollte MSF Sizilien ansteuern, wo aber während des Gipfels der großen Industriestaaten, der am Samstagnachmittag zu Ende ging, aus Sicherheitsgründen keine Schiffe anlegen durften. Mitarbeiter an Bord sprachen tagelang von äußerst prekären Zuständen auf dem Schiff.

So voll wie selten zuvor

Nachdem am Samstag auch die wichtigsten Grundversorgungsmittel zu Ende gegangen waren, hatte die „Vos Prudence“ am Abend die Erlaubnis erhalten, kurz im sizilianischen Palermo zu landen, um neue Vorräte zu laden. Von da stach sie wieder in See, nun mit dem Ziel Neapel auf dem Festland. An Bord waren auch 140 Frauen, 45 Kinder und zwei Leichen, die auf einem Gummiboot entdeckt worden waren.

Auch ein Schiff der Hilfsorganisation MOAS musste mit rund 560 Menschen an Bord einen Umweg fahren. Das Schiff sei so voll wie selten gewesen, twitterte MOAS. Es sei in Crotone in Kalabrien gelandet – mit 34 Leichen an Bord, die nach einem Unglück vergangene Woche aus dem Meer geborgen worden waren.

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