Die Töne werden schärfer

Trump vs. Merkel: Eskalation nach G7-Gipfel

Wochenblick Sondermagazin
By The White House (YouTube: Joint Press Conference) [Public domain], via Wikimedia Commons

Nach dem G7-Gipfel wurde der Ton zwischen den USA und Deutschland rauer. Inzwischen ist man um Beschwichtigung bemüht.

Die Stimmung zwischen den USA und Deutschland ist zur Zeit relativ angespannt. Nach dem G7-Gipfel, welcher ebenfalls eher uneinig über die Bühne ging, verkündete Merkel, dass „die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten“ ein „Stück vorbei“ seien. Als Entfremdung von Amerika unter Trump verstanden, wurde Merkels Aussage ausführlich in den amerikanischen Medien wiedergegeben.

Doch nicht nur Merkel schoss gegen Trump. Martin Schulz (SPD) sprach von Trump als „Zerstörer aller westlichen Werte, wie wir es in dieser Form noch nie erlebt haben.“ Auch der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) erklärte, dass der Gipfel „leider ein Signal für die Veränderung im Kräfteverhältnis in der Welt“ sei und der Westen „gerade etwas kleiner wird.“

Trump: „Sehr schlecht für die USA. Das wird sich ändern.“

Zwei Tage nach der Rückkehr seiner Europareise übte Trump auf Twitter Kritik an Deutschland:

„Wir haben ein massives Handelsdefizit mit Deutschland, und sie zahlen viel weniger für die Nato und das Militär, als sie sollten. Sehr schlecht für die USA. Das wird sich ändern.“

Beziehung zwischen Merkel und Trump „ziemlich unglaublich“

Das Weiße Haus hingegen dementiert einen etwaigen Konflikt. Der Pressesprecher des Weißen Hauses Sean Spicer sprach bei einer Pressekonferenz am Dienstag davon, dass die Beziehung zwischen Merkel und Trump „ziemlich unglaublich“ sei. Trump respektiere die Kanzlerin und die beiden kämen „sehr gut“ miteinander aus. Er fände es „großartig“, dass die „Europäer ihr Schicksal nun wirklich in die eigene Hand nehmen müssen.“

Diese Aussage würde zeigen, dass Trump „Ergebnisse erzielt“. Auch Merkel und Gabriel ruderten zurück: Nach dem Treffen mit dem indischen Ministerpräsidenten betonte die deutsche Bundeskanzlerin die „überragende“ Bedeutung der transatlantischen Beziehungen. Gabriel meinte, dass die Lage zwischen den USA und Deutschland zurzeit „schwierig sei“, glaube aber trotzdem, dass man wieder „zu guten Verhältnissen in Zukunft kommen werde“.

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