"Jedes Engagement ist erwünscht"

Richterin ermuntert Antifa-Gewalttäter zu Engagement gegen Rechts



Symbolbild: flickr; JouWatch - Antifa Antifaschisten [CC BY-SA 2.0]

Zwei gewalttätige Antifa-Aktivisten sind am Amtsgericht Leipzig zu bemerkenswert milden Strafen verurteilt worden, nachdem sie bei einer Demonstrantions Polizisten attackiert hatten. Die Richterin ermunterte die Angeklagten zusätzlich, sich trotzdem weiterhin „gegen Rechts zu engagieren“.

Der damals 18 Jahre alte Schüler Ruben M. und der 28-jährige Altenpfleger Rio F. nahmen im Jahr 2015 an den Protesten gegen eine Demonstration der „Offensive für Deutschland“ in Leipzig teil. Bei den Gegendemonstrationen, an denen auch zahlreiche gewalltätige Antifa-Extremisten teilnahmen, kam es schließlich zu Krawallen, bei denen Steine auf Polizisten geworfen wurden. Insgesamt hatte es an dem Tag 13 verletzte Polizisten gegeben.

Die beiden Angeklagten mussten sich zwei Jahre später wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte sowie schweren Landfriedensbruchs vor dem Amtsgericht verantworten.

Polizist bei Festnahme verletzt

„Ich wollte Flagge zeigen gegen Rechts“, sagte der Rio F. laut Bericht der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) vor Gericht. „Die Menge war aufgebracht.“ Als dann Polizisten versuchten, die Gegendemonstranten abzudrängen, schlug Rio F einem Polizeibeamten gegen den Helm. Als sich Rio F. dann bei seiner Festnahme wehrte, verletzte er noch einen zweiten Polizisten.

Vermummt Polizibeamten gegen das Knie getreten

Auch Ruben M. legte vor Gericht ein Geständnis ab. Die Staatsanwaltschaft warf dem Schüler vor, sich vermummt und einem Polizisten gegen das Knie getreten zu haben. Der Beamte erlitt dadurch Zerrungen und war deshalb zehn Tage lang verletzt dienstunfähig. Laut Bericht der „LVZ“ brach der damals 18 Jährige in Tränen aus, als die Polizisten ihn am Tattag abführten.

Überraschend milde Urteile

Nach acht Stunden sprach Richterin Christine Ludewig ihr Urteil. Der damals 18 jährige Schüler bekam nach Jugendrecht 60 Sozialstunden. Altenpfleger Rio F. erhielt eine Geldstrafe von insgesamt 1.800 Euro. Fallengelassen wurde jedoch die Anklage wegen schweren Landfriedensbruchs, da laut Gericht den beiden Männern ein gemeinsames Steinewerfen nicht nachzuweisen war.

Richterin: Engagement „gegen Rechts“ ist erwünscht

Zusätzlich zum überraschend milden Urteil ermunterte die Richterin die beiden Gewalttäter, sich weiterhin gegen Rechts zu engagieren.

„Ich möchte Sie nicht abhalten, weiter gegen Rechte zu demonstrieren. Jedes Engagement ist erwünscht“, ermunterte die Richterin laut „LVZ“ die Angeklagten. „Sie erweisen sich allerdings einen Bärendienst, wenn es zu Gewalttaten kommt.“

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Buchholz

Richterin Christine Ludewig
Ist jetzt auch auf der Liste. Nürnberg 2 ist nicht mehr ferne.

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