Nach politisch motiviertem Mord

Zurück zur Vernunft: Stoppt endlich die Hetze gegen die FPÖ!

Bildkomposition: Info-DIREKT / Hintergrund Linkswende: By Bwag (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Jetzt ist es passiert: Nach jahrelanger Hetze gegen die FPÖ und ihre Mitglieder gibt es den ersten Politmord seit Jahrzehnten. Mitschuld daran sind alle, die – vom Kanzler abwärts – eine feindselige Stimmung schaffen, das gesellschaftliche Klima vergiften und die Gemeinschaft spalten. Mit ihrer Hetze inszenieren sie die FPÖ als gesellschaftlichen Sündenbock. Die Toten sind ein Appell: Hört endlich auf damit!

Kommentar von Siegfried Waschnig

Christian Kern ist ein Mann der feinen Worte. Sein Botschaft wird verstanden und kommt bei der Zielgruppe an. Er ist ein Populist der anderen Art – gerade das macht seine Botschaft so gefährlich. Charmant richtet er sich an sein Publikum. Selbst wenn er sich in seinen Reden seinem politischen Gegner widmet, wirkt er so, als argumentiere er immer auf der Sachebene. Doch auf der unbewussten Ebene transportiert er ganz andere Botschaften. Hier geht es um den Kampf Gut gegen Böse, in dem alle Mittel erlaubt scheinen. Es gibt Menschen, die in den Botschaften von Kern ihre letzte Hoffnung sehen. Gerade das macht sie und ihn so gefährlich.

Vereint gegen die Kräfte der Finsternis

Populismus funktioniert nicht ohne moralische Dimension. Menschen wie Kern sehen sich in einer Auseinandersetzung zwischen den Kräften des Lichts und den Kräften der Finsternis. Damit sagen sie, dass alle, die gegen die FPÖ sind, das Licht vertreten und die Freiheitlichen die Finsternis repräsentieren. Die politische Auseinandersetzung wird damit ins Mythische gerückt, man kann sagen: ins Göttliche. Sie verlassen die rationale Ebene und machen jede vernünftige Argumentation unmöglich. Menschen wie Kern sehen sich als Vertreter einer alternativlosen »kosmischen Ordnung«, die um jeden Preis verteidigt gehört. So lustig das auch klingt, die Folgen sind verheerend.

Schuld ist immer die FPÖ

Wenn Menschen wie Kern im Kontext der Finsternis-Metapher sagen, sie wollen „in einer Gesellschaft leben, in der alle Chancen haben und wir ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander pflegen“, dann schieben sie alle sozialen und politischen Missstände dem erklärten Gegner zu – in diesem Fall der FPÖ und ihren Mitgliedern. Das gesellschaftliche Miteinander, in der alle dieselben Chancen haben sollen, wird dann nicht nur als frommer Wunsch, sondern im Gesamtkontext auch als Auftrag verstanden: Alle, die dieser wunderbaren Illusion entgegenstehen, sind schuld an den Missständen und müssen als die Kräfte der Finsternis vernichtet werden. Erst wenn die Finsternis verschwunden ist, glauben sie, kann ihr Licht für immer scheinen. Es gilt die Grundannahme: „Wer gegen mich ist, gehört nicht dazu“ und das bedeutet, man braucht auf die Gegner keine Rücksicht nehmen und kann mit ihnen machen, was man will.

Missbrauchte Kämpfer für das Gute

Gerade junge idealistische Menschen und Leute auf der gesellschaftlichen Verliererseite können wenig zwischen überspitzter Wahlkampfformulierung und Realität unterscheiden. Sie fühlen sich von solchen Botschaften angesprochen. Das spiegelt sich auch in den Gesichtern derjenigen wider, die sich in den Reihen der gewaltbereiten Antifa-Extremisten wiederfinden. Hier stehen Arbeitslose und Niedriggebildete mit Schülern und Studenten in einer Reihe und »kämpfen« mit Gewalt für diejenigen, die sie als die vermeintlichen Kräfte des Lichts identifizieren. Leute, die zu den sogenannten Wohlstandsverlierern zählen, nichts mehr zu verlieren haben und sich durch ihre Gewaltbereitschaft Zuwendungen von Menschen wie Kern erhoffen, stehen Seite an Seite mit denjenigen, die selbst noch nie die Erfahrungen des »wirklichen Lebens« gemacht haben und sich ihr ganzes Leben lang auf die Geborgenheit des elterlichen Haushalts verlassen durften. Zu den Verblendeten kommen noch tausende Enttäuschte, die mit falschen Versprechungen nach Europa gelockt wurden. Wie viele von ihnen sehen sich im Auftrag des Guten zur Gewalt verführt? Der Dank des Kanzlers scheint ihnen gewiss.

Die Spirale der Gewalt am Höhepunkt

All das geht nun so weit, dass nicht mehr nur Farbbeutel geworfen, Fenster eingeschlagen und Menschen im Internet denunziert werden. Es wurde eine neue Stufe der Gewalt erreicht. Zwei Menschen mussten sterben, weil ein Mann all seine negativen Erfahrungen, seine Wut und seinen Hass auf die FPÖ projiziert und „ein Exempel“ statuiert hat: Das Böse in Form der FPÖ sollte vernichten werden. Die Wortspiele und Doppelbotschaften von Menschen wie Kern bereiten den Boden für solche Taten. Darum der Appell: Hört endlich auf, Unschuldige für eure Ideologie zu missbrauchen und wählt eure Worte mit Bedacht!

 


Siegfried Waschnig ist Doktorand im Fach Philosophie, parlamentarischer Mitarbeiter und Vater von fünf Kindern. Als kritischer Rationalist hält er die Debatte über Kultur, Heimat und Zuwanderung nur auf Vernunftebene lösbar. Jede Woche schreibt er für Info-DIREKT seine Kolumne „Zurück zur Vernunft“.

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