Migranten sollen weitergeschickt werden

Flüchtlingsrat droht: „Bringen Zehntausende an den Brenner“



Neuer Asylansturm: diesmal über den Brenner? (Symbolbild: By Joachim Seidler, photog_at from Austria (20150904 174) [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons )

Durch den Asylansturm über das Mittelmeer steigt der Druck auf Italien. Dort ist man überfordert und fühlt sich von der EU im Stich gelassen. Der Direktor des Italienischen Flüchtlingsrats (CIR) droht nun mit zehntausenden Migranten an der Brenner-Grenze.

Laut Bericht der „Krone“ sagte Christopher Hein, Direkter der mithilfe der UNO gegründeten Hilfsorganisation Italienischer Flüchtlingsrat (CIR), in den ARD-„Tagesthemen“ wortwörtlich:

„Lassen wir alle Schiffe ankommen, öffnen wir unsere Häfen für die Flüchtlinge. Stellen wir aber Busse und Züge zu Verfügung und bringen einen Großteil der Menschen an den Brenner und nach Ventimiglia zur französischen Grenze, nach Como zur Grenze mit der Schweiz dann wird Europa reagieren.“

Migranten weiter nach Norden schicken

Sollte die EU auf den Asylansturm über das Mittelmeer nicht reagieren, will der Flüchtlingsrat also Migranten in Italien direkt nach Norden weiterschicken und nimmt dabei offenbar auch eine weitere Asylkrise wie im Jahr 2015 in Kauf.

Im Jahr 2017 kamen bereits über 100.000 Migranten über das Mittelmeer. 85 Prozent davon nahm Italien auf. Wegen der kritischen Lage im Süden diskutierte deshalb auch die österreichische Bundesregierung über Grenzkontrollen und Bundesheersoldaten am Brenner im Falle eines Asylansturms, versicherte Italien aber kurz darauf, dass keine Kontrollen unmittelbar bevorstünden.

Kritik aus dem Innenministerium

Laut „Krone“ werden die Drohungen des Flüchtlingsrats in Rom vom Innenministerium zumindest inoffiziell scharf kritisiert.

„70 bis 90 Prozent dieser Zuwanderer aus Nigeria, Elfenbeinküste, Senegal oder Guinea haben gar keine Chance auf Asyl. Sie fallen auch nicht unter die von der EU beschlossenen Umverteilungsregeln.“

Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) wolle die Thematik daher mit seinem italienischen Amtskollegen Minniti besprechen. „Die Zusammenarbeit mit Italien funktioniert nach wie vor sehr gut, das werden auch Drohungen einer italienischen Hilfsorganisation nicht so schnell ändern.“

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