"Finis Germania" von Rolf Peter Sieferle

Zensur: „Spiegel“ entfernt umstrittenes Buch aus Bestsellerliste

Wochenblick Sondermagazin
Foto: Rolf Peter Sieferle ( [C] Daniel Ammann, Herisau),

Das posthum erschiene Werk „Finis Germania“ des Historikers Rolf Peter Sieferle erregt nach wie vor die Gemüter. Nun hat der „Spiegel“ auf direkte Anweisung der Chefredaktion das Buch aus seiner Bestsellerliste entfernt.

Zur Erinnerung: Das vom Antaios-Verlag herausgegebene Buch erschien im Juni auf einer Sachbuchliste der Süddeutschen Zeitung und des NDR. Sofort wurde dieser Umstand von „taz“-Redakteur Andreas Speit mit der Schlagzeile „Ressentiment auf Platz 9“ skandalisiert, was zu einer bundesweiten Hetzkampagne gegen den verstorbenen und damit wehrlosen Autor führte. In diesem Text beleuchtet der Verleger Götz Kubitschek das ganze losgetretene Ausmaß der Diffamierung und Schamlosigkeit.

Verkaufszahlen schossen in die Höhe

Doch die Inquisitoren und selbsternannten Tugendwächter schossen sich mit ihrer Hetzkampagne ein Eigentor: Prompt gingen die Verkaufszahlen in die Höhe und in wenigen Stunden erklomm das schmale Bändchen den ersten Platz des Verkaufsranges von Amazon. Nur wenige Wochen später fand es sich schließlich auf der „Spiegel“-Bestsellerliste auf Platz 6 ein. Doch viele Buchhändler weigern sich nun schlichtweg, das Buch auch tatsächlich auszustellen. Offenbar traut man den gemeinen Leser nicht zu, sich über umstrittene Werke selbst ein Urteil zu bilden.

„Spiegel“ entfernt Buch aus Bestsellerliste

Doch wie das Medienportal „Übermedien“ berichtet, ist das Buch nun ohnehin auf direkte Anweisung der Chefredaktion des „Spiegels“ aus der Bestsellerliste entfernt worden. Das erklärte die Fachzeitschrift „Buchreport“ auf eine entsprechende Anfrage:

Finis Germania war eine Woche auf der SPIEGEL-Bestsellerliste platziert. Die Chefredaktion des SPIEGEL hat daraufhin beschlossen, das Buch beim nächsten Mal von der Liste zu nehmen. Die Chefredaktion tut dies nur in absoluten Ausnahmefällen, aber sie hält das Buch für klar antisemitisch, hat dies auch bereits öffentlich geäußert und möchte die Verbreitung nicht unterstützen.

Das ist selbst für das eigentlich unpolitische, doch kritische Portal „Übermedien“ ein unverständlicher Vorgang:

Hätte der „Spiegel“ das Buch wenigstens transparent entfernt, wäre ihm Kritik aus der rechten Ecke gewiss gewesen, doch zumindest hätte er sich in vielen anderen Ecken Glaubwürdigkeit bewahrt. So aber untergräbt er diese nicht nur selbst, sondern gießt auch weiteres Öl ins „Lügenpresse“-Feuer — und verschafft dem Buch einmal mehr Aufmerksamkeit.

Zensur scheint traurige Realität zu werden

Unabhängig davon, wie man das Werk selbst beurteilen mag, zeichnen die Vorgänge rund um „Finis Germania“ ein trauriges Bild der hiesigen Meinungs- und Diskussionskultur. Unangenehme und herausfordernde Werke werden ohne mit der Wimper zu zucken durch regelrechte Diffamierungskampagnen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, und wenn das nicht hilft, einfach nicht verkauft. Dass diese Mechanismen nicht mehr wirken und das Buch (durch kräftige und ungewollte Mithilfe von außen) zu einem Verkaufsschlager wurde, gibt jedoch Hoffnung und zeigt den Spalt zwischen veröffentlichter Meinung und dem Interesse der Bevölkerung auf. Doch vor allem verdeutlichen die Vorgänge die Wichtigkeit der Existenz alternativer Medien und einer kritischen Gegenöffentlichkeit. Denn nur so ist den ständigen Attacken des Establishments wirkungsvoll zu begegnen.

 

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Anonym

Jeder Faschismus beginnt mit der Vernichtung von Büchern. Jeder Faschismus betreibt die Vernichtung von Autoren. Was geht in den irrsinnigen Köpfen vor, wo die eigenen Kollegen bereits isoliert und quasi gefoltert werden?

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