Trotz Gewaltaufrufen und klarer Gesinnung:

Wiener Bezirkszeitung bietet extremistischer Antifa Plattform

Schwarzer Block bei G-20-Protesten, by JouWatch, via Flickr (CC BY-SA 2.0)

Sie rufen offen zu Gewalt auf und bezeichnen Österreich als „Scheißland“. Doch das hindert die Wiener Bezirkszeitung nicht daran, sich mit den selbsternannten „Antifaschisten“ über „rechte Graffitis“ zu unterhalten.

Die zur Styria Media Group und Moser Holding AG gehörende „Wiener Bezirkszeitung“ hat offenbar keine Berührungsängste mit gewalttätigen Antifa-Extremisten. Die Journalistin Theresa Aigner führte mit Mitgliedern der „Antifa 15“ ein Interview über deren Broschüre „Just another tag on the wall?“, die sich mit „rechtsextremen, nationalistischen und menschenverachtenden“ Graffitis beschäftigen soll.

Österreich ist ein „Scheißland“

Dass die „Antifa 15“ jedoch selbst kein Problem mit menschenverachtenden Inhalten hat, zeigt ein Blick auf ihre Homepage. Dort bezeichnen sie Österreich als ein „Scheißland“ und propagieren, die „bestehende Gesellschaftsordnung grundlegend in Frage zu stellen.“ Die praktische Bedeutung dieser Phrasen konnte man bei der Gewalteskalation anlässlich des G-20-Gipfel in Hamburg beobachten. Als Teil der „Plattform Radikale Linke“ rief die „Antifa 15“ bereits im Vorfeld mit den Worten „Doch wir wollen es [das System] nicht retten, wir wollen dabei sein, wenn es auseinanderfällt“ zu den „Protesten“ auf. In den Verweisen lässt sich so gut wie jede relevante Antifa-Gruppierung im deutschsprachigen Raum finden, die „Autonome Antifa Wien“ inklusive.

Andersdenkenden „aufs Maul“

Die Broschüre der „Antifa 15“ wurde auch in der alternativen Zeitschrift „The Gap“ behandelt. Ein dort ebenso zu Wort kommender anonymer Graffiti-„Künstler“ rief an dieser Stelle dazu auf, Andersdenkenden „aufs Maul“ zu hauen.

„Hass auf Nazis, ganz einfach. Ich will ja selbst nicht diese Scheiße an den Wänden oder sonst wo sehen müssen, also weg damit! Ich würde auch niemandem raten, in meiner Gegenwart rassistischen Dreck zu malen. Mit gebrochenem Finger lassen sich Dosen recht schwer halten, hab ich mir sagen lassen.“

„Rassist“ und „Nazi“ ist heutzutage allerdings schon jeder, der sich das Recht herausnimmt, eine andere Meinung als die der selbsternannten „Antifaschisten“ zu vertreten. Die „Autonome Antifa Wien“ zeigt sich auf Facebook hellauf begeistert.

Wiener Bezirkszeitung als offene Plattform

Angesichts dessen sollte die Bezirkszeitung wirklich einmal überdenken, ob sie solchen Personen auch zukünftig eine Plattform bieten möchte. Es ist völlig unverständlich, warum die Autorin des Textes in ihrem Artikel keinerlei Versuch unternimmt, die Gruppe in diesen extremistischen Zusammenhang einzuordnen und ihr stattdessen ungehindert eine Plattform für deren Selbstinszenierung überlässt. Sieht so etwa der „Beitrag gegen die Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas“ aus, den zu leisten sie sich vorgenommen hat?

Printausgabe in Josefstadt

Doch trotz all dieser bedenklichen Tendenzen fand der Artikel offenbar bei so vielen Redakteuren Anklang, dass die Bezirksausgabe Josefstadt kurzerhand entschloss, den Artikel sogar auf der Titelseite zu platzieren.

Es stellt sich daher die berechtigte Frage, ob Chefredakteurin Nicole Gretz-Blanckenstein lediglich ahnungslos ist oder diese Umtriebe aktiv duldet. Geschäftsführer Maximilian Schulyok war übrigens von 2008 bis 2011 unter der damaligen Bürgermeisterin Andrea Fraunschiel als Pressesprecher für die ÖVP Eisenstadt tätig.

Extremistische Querverbindungen aufdecken

Doch Verbindungen zwischen vermeintlich bürgerlichen Stellen und Institutionen und extremistischen Antifa-Organisationen sind keine Seltenheit. So enthüllte „Info-Direkt“ bereits die staatliche Förderung von Workshops der „Rosa Antifa Wien“ zum Schlösser knacken. Auch der Zusammenhang des massiv mit Steuergeld geförderten „Mandelbaum Verlags“ mit der „Autonomen Antifa Wien“ konnte ans Licht gebracht werden. In den Medien sind solche Zusammenhänge übrigens besonders oft anzutreffen.

.

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone