China kritisiert Schlagabtausch

„Feuer und Wut“: Trump beharrt auf Drohungen gegen Nordkorea

Wochenblick Sondermagazin
Bild: APA

US-Präsident Donald Trump beharrt auf seiner „Feuer-und-Wut“-Drohung an die Adresse Nordkoreas. Möglicherweise sei diese sogar nicht scharf genug gewesen, sagte Trump am Donnerstag in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster (New Jersey). Es sei an der Zeit gewesen, dass jemand für die Amerikaner und die Menschen anderer Nationen aufstehe.

Was Nordkorea über lange Zeit getan habe, sei eine Tragödie und könne nicht länger zugelassen werden. Nordkorea sollte „sehr, sehr nervös“ sein, wenn es auch nur an einen Angriff auf die USA denke, sagte Trump. Das kommunistisch regierte Land solle sich lieber zusammenreißen, andernfalls sei es in Schwierigkeiten, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten und von denen niemand gedacht habe, dass sie möglich seien. Er wisse das Militär zu 100 Prozent hinter sich, sagte Trump.

Trump zweifelt an UNO-Sanktionen

Er fügte allerdings auch hinzu, die USA müssten Verhandlungen jederzeit erwägen. Der US-Präsident zweifelte an, dass die jüngst ausgesprochenen UNO-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden. Trump sagte, er glaube, dass China in dem Konflikt deutlich mehr tun und den Druck auf Nordkorea erhöhen werde.

„Er hat die Welt lange genug herumgeschubst“

Gefragt, was die USA noch mehr tun könnten als „Feuer und Wut“, sagte Trump: „Wir werden sehen.“ Ohne Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un beim Namen zu nennen, sagte Trump: „Er hat die Welt lange genug herumgeschubst.“ Gefragt, ob er an einen sogenannten Präventivschlag denke, sagte Trump: „Darüber reden wir nicht. Ich mache das nie.“

Nordkorea reagiert mit Spott auf Drohungen

Nordkoreas Militärführung hatte demonstrativ unbeeindruckt und mit Spott auf die jüngsten Drohungen Trumps reagiert. „Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen“, hieß es vonseiten der Streitkräfte nach Angaben der nordkoreanischen Staatsagentur KCNA.

Weiter heißt es dort, Trump verkenne offensichtlich den Ernst der Lage und der jüngsten Warnungen aus Pjöngjang. Dem nordkoreanischen Militär gehe das „ziemlich auf die Nerven“.

China kritisiert verbalen Schlagabtausch

Südkoreas Streitkräfte erklärten, sollte das kommunistische Nachbarland seine „Provokationen“ nicht unterlassen, werde es „die harte und resolute Vergeltung der Alliierten“ zu spüren bekommen. Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua kritisierte den verbalen Schlagabtausch scharf. In einem Kommentar hieß es, ohne eine Rückkehr zur Vernunft werde alles noch schlimmer. Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Auch Japans Regierung rief zur Mäßigung auf, richtete ihren Appell aber ausschließlich an Pjöngjang.

Feuer und Wut

Zuvor hatte Trump Nordkorea offen wie noch kein US-Präsident militärisch gedroht: „Nordkorea sollte besser keine weiteren Drohungen gegen die USA ausstoßen. Ihnen wird mit Feuer und Wut begegnet werden, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat.“

Nordkorea drohte gleichwohl, Mittelstreckenraketen in Richtung auf Guam abzufeuern. Man werde bis Mitte August Pläne fertigstellen, nach denen vier Raketen über Japan fliegen und etwa 30 bis 40 Kilometer vor Guam ins Meer stürzen sollen. Sobald die Pläne fertig seien, werde Präsident Kim Jong-un über das weitere Vorgehen entscheiden.

 

Internationale Kommentatoren sehen eher taktische Manöver hinter den verbalen Attacken. Eine militärische Eskalation halten viele internationale Medien aber eher für unwahrscheinlich.

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