Nach Nordkorea die nächste Drohung:

Trump erwägt militärische Reaktion auf Krise in Venezuela

Wochenblick Sondermagazin
Bildquelle: APA

US-Präsident Donald Trump schließt eine militärische Antwort auf die Krise in Venezuela nicht aus. Es gebe mehrere Möglichkeiten, „darunter eine militärische Option, falls nötig“, sagte Trump am Freitag in New Jersey. Er nannte die Lage in dem südamerikanischen Land „sehr gefährlich“.

Allerdings blieben Trumps Äußerungen vage. Das US-Verteidigungsministerium erklärte, es habe bezüglich Venezuela keine Befehle erhalten. Trump hatte in den vergangenen Tagen bereits im Konflikt mit Nordkorea den Ton verschärft, am Freitag drohte er Pjöngjang mit einem Militäreinsatz. Seine Warnung an Venezuela fiel weniger deutlich aus.

Keine konkreten Pläne

Konkrete Pläne für ein militärisches Eingreifen in Venezuela gibt es aber offenbar noch nicht. Ein Pentagon-Sprecher erklärte, zum jetzigen Zeitpunkt gebe es noch keine entsprechenden Anweisungen aus dem Weißen Haus. Das US-Militär stehe aber bereit, die nationalen Interessen und die von US-Bürgern zu verteidigen. Unterstellungen Venezuelas über eine geplante US-Invasion entbehrten jeder Grundlage.

Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino bezeichnete die Drohung Trumps als „verrückt“. Die Regierung in Caracas hat den USA wiederholt vorgeworfen, eine Invasion zu planen.

Machtkampf zwischen Regierung und Opposition

In dem unter einer schweren Wirtschaftskrise leidenden Land ist ein Machtkampf zwischen der linken Regierung unter Maduro und der Opposition entbrannt. Regierungsfeindliche Kräfte erbeuteten Waffen aus einem Militärstützpunkt. Mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet. Mit der Wahl zu einer Verfassungsversammlung hatte Maduro das Parlament ausgehebelt, in dem die Opposition über die Mehrheit verfügt. Maduro erklärte, die neue Versammlung sei die einzige Chance für die Sicherung des Friedens.

Sanktionen gegen Staatschef Maduro

Die US-Regierung hatte nach der Wahl der Verfassungsgebenden Versammlung in Venezuela Ende Juli Sanktionen gegen Staatschef Maduro, dem der Umbau zu einer Diktatur vorgeworfen wird; sein Vermögen in den USA wurde eingefroren. Das Weiße Haus bezeichnete den sozialistischen Präsidenten als „Diktator“ und kritisierte das neue über dem Parlament stehende Gremium als „rechtswidrig“. Am Mittwoch erließen die USA außerdem Strafmaßnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger.

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