Großfahndung

Barcelona-Terroranschlag: Polizei sucht 22-jährigen Marokkaner

Wochenblick Sondermagazin
Bild: APA

Die katalanische Polizei sucht weiterhin nach dem Haupttäter der Anschläge von Donnerstag, der mit einem Kleinlaster auf der Rambla in Barcelona 13 Menschen getötet und rund 120 weitere verletzt hat. Wie die Zeitung „El Pais“ am Samstag berichtete, vermuten die Behörden, dass es sich dabei um einen 22-jährigen Marokkaner namens Younes Abouyaaqoub handelt.

Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass der Todeslenker von der Rambla der 17-jährige Moussa Oukabir war und nach der Tat flüchten konnte. Er wurde zusammen mit vier weiteren mutmaßlichen Terroristen bei einem fehlgeschlagenen Anschlag im Badeort Cambrils von der Polizei erschossen. Moussa Oukabir dürfte aber nur mit dem entwendeten Ausweis seines älteren Bruders den Kleinlaster gemietet haben.

Mutmaßlicher Täter weiter auf der Flucht

Später gingen die Ermittler davon aus, dass es sich bei dem Haupttäter um den 22-jährigen Abouyaaqoub gehandelt habe, dem trotz einer sofort eingeleiteten Großfahndung die Flucht gelungen sei.

Islamisten-Netzwerk wird hinter Anschlägen vermutet

Hinter den Terroranschlägen von Barcelona und Cambrils wird eine Gruppe von etwa einem Dutzend zum Teil sehr junger Täter vermutet, die weder über größere Geldmittel noch Erfahrungen im jihadistischen Kampf verfügen dürften. Allerdings hätten sie über eine große Sachkenntnis verfügt, um sich der intensiven Polizeifahndung zu entziehen. Es dürfte ihnen dafür eine geeignete Infrastruktur zur Verfügung gestanden haben, um sich zu verstecken, hieß es aus Ermittlerkreisen.

Am Samstag will das spanische Innenministerium entscheiden, ob die Terrorwarnstufe gleich bleibt oder angehoben wird.

Zwei Tage nach der Terrorattacke und dem vereitelten Anschlag von Cambrils waren am Samstag noch 54 Menschen im Krankenhaus. 50 Verletzte lägen in Kliniken in Barcelona, vier in Cambrils, teilten die katalanischen Notfalldienste am Samstag auf Twitter mit. Zwölf Patienten seien in kritischem Zustand, 25 weitere schwer verletzt.

Unter ihnen sind auch viele Ausländer. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin wurden 13 Deutsche verletzt, einige von ihnen lebensgefährlich. Insgesamt waren rund 120 Menschen verwundet worden, als ein Transporter am Donnerstag auf dem Boulevard La Rambla in Passanten raste. Auch eine Österreicherin wurde leicht verletzt.

 

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInShare on VKShare on TumblrEmail this to someone