Kontroverse Aussagen in "Am Schauplatz":

FPÖ kündigt Klage gegen „ORF-Salafisten“ an

Wochenblick Sondermagazin
Bildquelle: Screenshot ORF

In der am 24. August ausgestrahlten Folge der ORF-Dokureihe „Am Schauplatz“ wurde ein Wiener Konvertit vorgestellt. Die FPÖ erstattet nun gegen ihn Anzeige.

Das kündigte FP-Stadtrat Toni Mahdalik in einer Presseaussendung an. So hätte der darin interviewte Konvertit, der in der Reportage lediglich „Martin“ genannt wird, die Steinigung von Frauen gutgeheißen.

„Solch verrohte Ansichten aus dem tiefsten Mittelalter sind vehement abzulehnen und haben in Österreich nichts verloren.“

Blindheit von SPÖ, ÖVP, Grüne und NEOS

Gleichzeitig wirft er den anderen Parteien Blindheit vor. Aus „Hoffnung auf salafistische Stimmen“ bei der Wahl würden sie sich zu „derart skandalösen Aussagen beredt ausschweigen“.

Islam ist nicht reformierbar

Der Konvertit selbst wird vom ORF in der Reportage „Martin betet jetzt zu Allah“ als strenggläubiger Muslim vorgestellt. Er fühlt sich der Strömung der Salafisten zugehörig, die den Islam wörtlich und so wie vor 1.400 Jahren auslegen. Er selbst erklärt:

„Der Koran ist das Wort Allahs – und er ist fehlerfrei, darum kann man den Islam auch nicht reformieren.“

Salafisten-Szene wächst

Damit ist „Martin“ keineswegs ein Einzelfall. Im aktuellen Verfassungsschutz-Bericht wird von einer „Intensivierung islamistischer und inbesondere salafistisch-dschihadistischer Bestrebungen“ gesprochen. So haben sich auch in Österreich „seit mehreren Jahren islamistische und islamistisch-extremistische Strukturen bzw. Sympathisanten und Unterstützer des „globalen Dschihad“ etabliert. Insbesondere junge Männer würden sich in letzter Zeit stärker radikalisieren.

Kampf in Syrien und Irak

Genaue Zahlen zum Ausmaß der Salafisten-Szene in Österreich nennt der Bericht nicht, doch sind dem BVT alleine 296 Personen bekannt, die sich aktiv an Kämpfen in Syrien und Irak beteiligt haben oder dies zumindest vor hatten. Rund 90 Personen seien davon bereits zurückgekehrt.

Deutschland: 10.000 Salafisten

Doch auch in Deutschland ist man mit diesem Problem konfrontiert. Wie „Info-Direkt“ bereits im April berichtete, halten sich in Deutschland derzeit über 10.000 Salafisten auf, welche als gewaltbereit eingestuft werden. Die Zahlen sind stark im Steigen begriffen, insbesondere immer mehr junge Männer würden sich der Szene anschließen. Man spricht außerdem von einer „Diversifizierung der Szene“:

„Es macht uns große Sorgen, dass diese Szene nicht nur wächst, sondern sie ist diversifiziert. Es gibt nicht nur ein, zwei, drei, vier Personen, die das Sagen haben. Sondern es gibt sehr viele Personen, die diese salafistische Szene dominieren. Und all diese Personen müssen wir im Blick behalten.“

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