So opferten Leopold Figl und Co. Südtirols Selbstbestimmungsrecht

Neues Buch legt falsches Spiel der ÖVP-Spitze offen



Golowischt: "Südtriol - Opfer für das westliche Bündnis"
Bild Reschen-Stausee: fotolia.com, mRGB; Komposition: info-DIREKT

Das neueste Buch von Helmut Golowitsch belegt anhand neuster Archivfunde, die doppelbödige Strategie der ÖVP-Führungselite in Sachen Südtirol. Das unter dem Titel „Südtirol – Opfer für das westliche Bündnis“ erschienene Werk hat Hans Santner für Info-DIREKT gelesen. 

Der Salzburger Historiker und emeritierte Universitätsprofessor Reinhard Heinisch sagt darüber:

„Dieses neue Buch von Helmut Golowitsch belässt in einem bestimmten Abschnitt unserer jüngsten Zeitgeschichte keinen Stein auf dem anderen. Die Ergebnisse dieser Dokumentation sind wirklich erschütternd und aufwühlend.“

Die Interessenslage des westlichen Bündnisses

Die vorliegende Dokumentation behandelt die geheime Zusammenarbeit zwischen führenden Bundespolitikern der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) und der italienischen Democrazia Cristiana (DC) in der Zeit von 1945 bis 1967 zum Nachteil Südtirols. Sie war geprägt vom Antikommunismus des Kalten Krieges und der Interessenslage des westlichen Bündnisses. Der zufolge galt es, Italien bei der Stange zu halten und nicht in die Hände der Kommunisten fallen zu lassen.

Leopold Figl Südtirol
1946 wurden Bundeskanzler Leopold Figl die Unterschriften überreicht, mit denen die Südtiroler ihren Wunsch einer Wiedervereinigung Ausdruck gaben. Figl rief der Menge zu, dass er die Rückkehr Südtirols fordere. Davor hatte er allerdings dem italienischen Ministerpräsidenten bestellen lassen, dass er die Brennergrenze akzeptiere.

Daher lag es im Interesse der Angloamerikaner und des Vatikans, den Forderungen der italienischen Regierung in Bezug auf Südtirol Rechnung zu tragen und Österreich zu veranlassen, im „übergeordneten Interesse“ Verzicht zu üben.

Dem stand aber die Stimmungslage in Österreich entgegen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war unter der Bevölkerung die Hoffnung weit verbreitet, dass nun die Zeit der von den Alliierten versprochenen Gerechtigkeit anbrechen würde. In ganz Österreich fanden damals Massenkundgebungen für die Rückkehr Südtirols nach Österreich statt. Es ist heute unvorstellbar, dass sich beispielsweise in Linz am 19. Mai 1946 an die 60.000 Menschen unter der Devise „Südtirol zu Österreich!“ versammelten.

Geheimdiplomatie auf Parteiebene

Der österreichische Bundeskanzler Leopold Figl (ÖVP) und sein Außenminister Dr. Karl Gruber (ÖVP) waren im Einklang mit der Politik der Westmächte hinsichtlich Südtirols zu Verzichtsverhandlungen mit Rom bereit. Davon durfte aber die österreichische Bevölkerung ebenso wenig erfahren, wie die sowjetische Besatzungsmacht. Es galt also, Geheimverhandlungen zu führen – nicht auf Regierungsebene, sondern auf Parteiebene zwischen der „Österreichischen Volkspartei“ (ÖVP) und der italienischen „Democrazia Cristiana“ (DC).

Eine besondere Rolle spielte bei den auf parteipolitischer Ebene geführten Geheimverhandlungen zwischen Rom und Wien ein verdeckt agierender österreichischer Unterhändler, der aus Wien stammende Kartonagenfabrikant Rudolf Moser aus Sachsenburg in Kärnten. Moser war sowohl ein Vertrauensmann der ÖVP als auch des Vatikans und der italienischen Christdemokraten.

Befreundete Gauführer

Er war in der Zeit des österreichischen Ständestaates „Gauführer“ der „Ostmärkischen Sturmscharen“ in Kärnten-Osttirol gewesen. Seit dieser Zeit verband ihn eine herzliche Freundschaft mit dem niederösterreichischen „Gauführer“ Leopold Figl, welcher nun Bundeskanzler geworden war.

Lesen Sie im aktuellen Magazin Info-DIREKT mehr über den Verrat der ÖVP-Spitze an Südtirol und erfahren Sie so, mehr über illegale Geheimabkommen und feige Politiker, die bewusst weggesehen haben, als in italienischen Gefängnisse gefoltert und gemordet wurde.

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Buchpräsentationen

Helmut Golowitsch wird sein Buch „Südtirol – Opfer für das westliche Bündnis“ an folgenden Terminen präsentieren:Helmut Golowischt: "Südtriol - Opfer für das westliche Bündnis"

Buchpräsentation in Linz
Mittwoch, 20. September 2017
Beginn: 19:00 Uhr
Volkshaus Kleinmünchen, Dauphinestraße 19, 4030 Linz
Veranstalter: Magazin Info-DIREKT

Buchpräsentation in Innsbruck
Samstag, 23. September 2017
Gasthof Sailer, Saal Tirol, Adamgasse 8, 6020 Innsbruck
Beginn: 19:30 Uhr
Veranstalter: Andreas Hofer Bund Tirol

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